© jcfotografo/stock.adobe.com

Digitalisierung geht über BIM hinaus

Die Baukosten befinden sich auf einem Rekordhoch. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Rohstoffpreise. Die Baubranche sucht nach Lösungen. Eine davon: Digitalisierung ausbauen, Effizienz verbessern.

 Der
rasante Anstieg mit Zuwachsraten von über 200% bei Rohstoffen, wie zum Beispiel Bauholz,
sorgt dafür, dass Unternehmen immer mehr in Verzug mit ihren vertraglich festgelegten
Leistungen geraten. Leidtragende sind nicht nur diese, sondern auch deren Kunden. Rund drei
Viertel der heimischen Unternehmen müssen die gestiegene Kostenlast und den zeitlichen
Mehraufwand an ihre Kunden weitergeben. Der Grund für diese Umstände ist eine
Kombination aus diversen Faktoren. Bedingt durch die COVID-Krise wurden Lieferketten
unterbrochen, was zu Engpässen bei den Rohstoffen führte. Gleichzeitig kam es zu einem
erhöhten Bedarf an diesen mit Abklingen der Krise

Fast alle Baumaterialien sind derzeit knapp und teuer. Unterbrochene Lieferketten aufgrund der COVID-Krise bei gleichzeitig hoher Baunachfrage führen zu erheblichen Engpässen in der Materialversorgung. Die Folge sind unter anderem Zuwachsraten von über 200 Prozent, etwa im Fall von Bauholz. Viele heimische Unternehmen gerieten deshalb in finanzielle Bedrängnis. Aber auch deren Kunden bekamen den Preisanstieg zu spüren. Ein Plus von 70 Prozent bei der Zementproduktion für Fassadenputze bewirkte um ein Drittel höhere Verkaufspreise. Zwar erwartet man, dass sich in den nächsten Monaten die Baustoffversorgung wieder verbessern wird, dennoch sucht die Branche anderweitig Lösungen für die derzeitige Situation. Ein wichtiger Ansatz: der Ausbau der Digitalisierung.

Bauen 4.0

Bauprojekte werden in Zukunft immer stärker digital vernetzt sein. Ein wichtiger Impulsgeber dafür:  BMI - Building Information Modeling. Hinzukommen werden aber auch andere Technologien, die die Digitalisierung in der Baubranche weiter vorantreiben und Geschäftsprozesse verbessern werden. Baumit setzt etwa auf die Baumit Bestell-App. Sie soll die manuelle Eingabe ersetzen. "Für Händler stellt die Digitalisierung einen wichtigen Schritt beim Effizienzgewinn dar, wenn lagerhaltende Produkte direkt aus dem Warenwirtschaftsprogramm bestellbar sind und nicht mehr per Mail oder Fax", so Georg Bursik, Geschäftsführer der Baumit GmbH.

Digitale Arbeitsprozesse sollen Preisanstieg abfedern

Digitale Tools für die Baubranche sollen für eine einfache, transparente, direkte Kommunikation sorgen, mit dem Ziel, Kosten und Zeit im Unternehmen einzusparen. Rudi Pistore, Head of Sales bei PlanRadar, einer webbasierten SaaS-Lösung ("Software as a Service") für Dokumentation und Kommunikation in Bau- und Immobilienprojekten: “Mit dem Fokus auf einfache Handhabung und simple Integration in bestehende Systeme gerade in den unterschiedlichen Phasen der Projektabwicklung, wird es dem Kunden möglich Prozesse zu verkürzen. Bis zu 7 Stunden pro Woche können unter anderem im Mängelmanagement, der Standortinspektion und Dokumentenverwaltung [...] eingespart werden.” 

 

AutorIn:
Datum: 07.09.2021

Inspiration & Information abonnieren - mit dem wohnnet Newsletter