© Gustavo Fring/pexels.com

Strom

Balkonkraftwerk – Vor- und Nachteile der Mini-Solaranlagen

Strom vom Balkon – die Vor- und Nachteile eines Balkonkraftwerks

Jedes Jahr wird der Strom teurer. Während die Kilowattstunde vor einigen Jahren noch unter 15 Cent/kWh lag, wurde im Jahr 2019 die 20-Cent-Grenze geknackt. Nur zwölf Monate später waren die Kosten erneut um 0,68 Cent pro Kilowattstunde angestiegen und die Prognosen für die kommenden Jahre sind nicht besser. Es stimmt zwar, dass die Stromkosten durch das eigene Verhalten beeinflusst werden können, doch nicht jeder ist bereit, große Abstriche im alltäglichen Leben zu machen, um den Stromverbrauch zu senken.

Stattdessen greifen mittlerweile viele Österreicher auf Solaranlagen zurück. Mittels Solarenergie kann selbst Strom erzeugt werden. Heutzutage benötigt man nicht einmal mehr ein eigenes Dach, da sogenannte Balkonkraftwerke schnell und einfach auf Balkon, Terrasse oder der Hausfassade angebracht werden können. Im folgenden Artikel nehmen wir die Balkonkraftwerke genauer unter die Lupe und beleuchten sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Solaranlage.

Balkonkraftwerke: Die rechtliche Situation in Österreich

Seit dem 1.7.2016 ist die Einspeisung von steckfertigen Solarzellen unter erleichterten Konditionen möglich. Die Verbraucher werden lediglich dazu angehalten, den Netzbetreiber zwei Wochen vor Inbetriebnahme der Solarzellen zu informieren. Weiterhin gibt es folgende Hinweise zu beachten:

  • Moderner Stromzähler als Voraussetzung.
  • In Wien muss bei Gebäuden mit einer Höhe von über elf Metern der Brandschutz sichergestellt werden.
  • Die ÖNORM E 8001-4-712 schreibt vor, dass die Solarzellen nur über eine feste Verbindung ins Netz integriert werden dürfen.
  • Kleinsterzeugeranlagen dürfen nur bis zu einer Leistung von 800 kWp ins Netz eingespeist werden.
  • Eine formlose Anmeldung ist nötig.

Vorteile der Balkonkraftwerke

Es ist offensichtlich, dass die Balkonkraftwerke besonders für Mieter sehr attraktiv sind. Doch auch Hausbesitzer profitieren von den Pluspunkten der speziellen Solaranlagen:

Sparpotenzial

Die Kosten eines Balkonkraftwerks sind natürlich von verschiedenen Faktoren abhängig. So können die Preise je nach Hersteller, Modell, Größe, Montage und Leistung variieren. Günstige Balkonkraftwerke sind allerdings bereits ab 300 Euro erhältlich. Und selbst wenn man sich für ein teureres Modell entscheidet, liegt der maximale Kostenfaktor inklusive Montage bei maximal 1.400 Euro.

Die Anschaffungskosten halten sich also in Grenzen. Zudem ist das Stromkosten Sparen mit Balkonkraftwerk möglich. In Abhängigkeit von der Größe und Leistung des Panels sowie dem Standort und der geografischen Lage, produziert ein Balkonkraftwerk jährlich zwischen 250 und 300 Kilowattstunden. Jedes Jahr lassen sich somit 75 bis 90 Euro einsparen!

Umweltschutz

Weiterhin ist hervorzuheben, dass Balkonkraftwerke mit Sonnenenergie betrieben werden. Das bedeutet, dass durch den Einsatz der Mini-Solaranlage kein Brennstoff verwendet wird, was den eigenen ökologischen Fußabdruck reduziert.

Einfache Installation

Die Balkonkraftwerke können nicht einfach auf dem Balkon gelegt werden, sondern benötigen natürlich ein Befestigungssystem. Dieses ist in der Regel in den Komplettangeboten der Hersteller enthalten. Die Installation gestaltet sich relativ einfach. Die Solaranlage wird mittels Schrauben montiert. Dafür ist nicht unbedingt Fachwissen nötig, doch da die Anlage ein beträchtliches Gewicht besitzt, empfiehlt sich dennoch die Unterstützung eines Experten.

Nachteile von Balkonkraftwerken

Wie alles im Leben besitzen auch die Balkonkraftwerke Schattenseiten:

Gefahr von Überströmen

Balkonkraftwerke, die ohne Reserve betrieben werden, können zeitweise die übliche Leistungstemperatur überschreiten. Dadurch besteht keinesfalls ein Brandrisiko, da die Erhöhung den Grenzwerten kaum nahekommt. Trotzdem wird dazu geraten, Solaranlagen mit normativen Reserven auszuwählen.

Ungenutzter Strom

Außerdem besteht auch weiterhin das Problem, das bei sonnigem Wetter dauerhaft ins Netz eingespeist wird. Infolgedessen können die Einspeisungen ohne Vergütung bleiben, wenn niemand im Haus ist, um die Kilowattstunde zu verbrauchen.

Rückspeisung ins Stromnetz

Es kann ebenfalls vorkommen, dass Rückspeisungen ins öffentliche Netz auftreten. Diese Verfälschungen rufen Überschüsse mit zeitversetztem Bezug hervor und werden oftmals von veraltetet Stromzählern verursacht.

Stromschlagrisiko

Im Zusammenhang mit Balkonkraftwerken wird zudem immer wieder auf das Risiko eines Stromschlags hingewiesen. Tatsächlich besteht jedoch eine geringere Gefahr als bei einem Staubsauger. Während die gefährliche Spannung am Stecker beim Staubsauger eine Sekunde beträgt, beläuft sich die Zeit bei Balkonkraftwerken auf lediglich 0,2 Sekunden. Ein Stromschlagrisiko kann dementsprechend so gut wie ausgeschlossen werden.

AutorIn:
Datum: 08.07.2021

Inspiration & Information abonnieren - mit dem wohnnet Newsletter