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Strom- und Gaspreise bleiben 2022 hoch

Preisschock: Strom und Gas sind um etwa ein Drittel teurer als noch vor einem Jahr. Die stark gestiegenen Energiepreise sind Haupttreiber der Inflation, die laut Schnellschätzung der Statistik Austria im Jänner 2022 auf 5,1 Prozent angestiegen ist –den höchsten Wert seit November 1984.

Europa und die Welt stecken in einer Energiekrise. Die Folge: Rekordpreise für Strom und Gas. Die Meldungen der Österreichischen Energieagentur im August 2021 waren deutlich. "Strom im Großhandel kostet im September um 39 Prozentmehr als vor einem Jahr", vermeldete sie am 5. August. Nur wenige Tage später, Ende August, lautete die Schlagzeile dann: "Gas- Großhandelspreise fünf Mal so hoch wie vor einem Jahr". Im Spätherbst 2021 schossen der Preis für Heizöl im Jahresvergleich um mehr als 60 Prozent, die Preise für Diesel beziehungsweise Superbenzin um knapp 35 beziehungsweise 30 Prozent in die Höhe. Gas wurde um 15,6 Prozent teurer, Strom um 9,6 Prozent. Der unbeliebte Trend setzt sich auch 2022 fort.

Weltweite Preiskrise

Die Gasspeicher sind halb leer. Üblicherweise sollten die Füllstände im Herbst bei 70 bis 90 % liegen. Russland liefert weniger Gas als üblich - mitunter, weil die Inlandsnachfrage gestiegen ist.Der wirtschaftliche Aufschwung und die erhöhte weltweite Nachfrage lassen nun die Gaspreise in die Höhe schnellen. Wobei Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern hohe Speicherkapazitäten hat.Karina Knaus von der Energieagentur Österreich informierte, dass der Preis für Gas von 15 bis 30 Euro pro Megawattstunde auf über 70 Euro anstieg. Carola Millgramm, Leiterin der Gasabteilung in der E-Control, ging davon aus, dass eine Preissteigerung im zweiten Teil der Heizsaison schlagend wird. Womit sie Recht behielt. Laut Knaus im Podcast Trending Topics seien es viele Dinge, die aktuell das Hinaufschnellen der Energiepreise bedingen. Sie nennt das einen "Perfect Storm". Waren die Energiepreise letzten Sommer aufgrund der geringen Nachfrage während der Lockdowns durch die Corona-Pandemie so niedrig wie noch nie zuvor, habe sich das jetzt drastisch umgekehrt.

Mehrbelastung vor allem in der Ostregion erwartet

Im gesamten Jahr 2022 müssen Haushalte in der Ostregion mit einem durchschnittlichen Verbrauch mit einer Mehrbelastung von etwa 420 Euro rechnen.Hinzukommen die erhöhten Netzentgelte. Die Regulierungsbehörde E-Control teilte mit, dass bei einem durchschnittlichen Verbrauch hier Mehrkosten von rund 21 Euro pro Jahr für Strom und zwölf Euro bei Gas anfallen werden. Zu erwähnen ist, dass es hierbei zu regionalen Unterschieden kommt. Je nach Investitionen der regionalen Netzbetreiber kann das Entgelt variieren.Es ist nicht zu erwarten, dass die international hohen Energiepreise bald sinken. Laut Arbeiterkammer würden sie 2022 jedenfalls hoch bleiben und die Entwicklungen seien im Moment nicht abzuschätzen. Wenn der Ausbau von Ökostrom jedoch vorangetrieben wird, könnten die Strompreise auf lange Sicht wieder sinken.

Kunden von Landesversorgern, die sogenannte Standardtarife haben, merkten bis dato noch nichts von den erhöhten Strom- und Gaspreisen. Kunden, die Floater-Tarife haben, bekamen die Preissteigerungen schon deutlich zu spüren. Es empfiehlt sich also, schnellstmöglich auf Tarife mit Preisgarantie umzusteigen.

Blackout unwahrscheinlich

Knaus erwähnt gegenüber Trending Topics, dass das Problem bei Gas keinesfalls die Versorgungssicherheit sei. Ehersei es ein Preisproblem, mit dem wir es gerade zu tun hätten.Sie ist der Meinung, dass in Österreich am Stromsystem gearbeitet werden müsseund mehr Flexibilität auf Seiten der Verbraucher gefragt sei. Die Versorgungsstandards in Österreich und dem Europäischen Verbundsystem seien jedoch sehr hoch. Das Szenario eines Blackouts schätzt sie daher als sehr unwahrscheinlich ein.

Die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency (AEA)

Das Ziel der AEA ist es, das Leben so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf das Klima gegeben ist. Die Unabhängigkeit von Kohle, Öl und Erdgas steht demnach im Fokus. Außerdem setzt sich die Österreichische Energieagentur im Auftrag der Bundesregierung für die Klimaschutzinitiative klimaaktiv ein.

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Datum: 03.02.2022

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