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Prognose: Strom- und Gaspreise steigen weiter

Preisschock: Strom und Gas um etwa ein Drittel teurer als vor einem Jahr. Woran das liegt und wie Sie trotzdem gut durch die Heizsaison kommen, schauen wir uns hier an.

Europa und die Welt stecken in einer Energiekrise. Die Folge: Rekordpreise für Strom und Gas. Die Meldungen der Österreichischen Energieagentur im August waren deutlich. "Strom im Großhandel kostet im September um 39 % mehr als vor einem Jahr", vermeldete sie am 5. August. Nur wenige Tage später, Ende August, lautete die Schlagzeile dann: "Gas- Großhandelspreise fünf Mal so hoch wie vor einem Jahr". Wir müssen uns demnach auf eine sehr teure Wintersaison einstellen. Doch was sind die Gründe für die massiv steigenden Strom- und Gaspreise?

Weltweite Preiskrise

Die Gasspeicher sind halb leer. Üblicherweise sollten die Füllstände im Herbst bei 70 bis 90 % liegen. Russland liefert weniger Gas als üblich - mitunter, weil die Inlandsnachfrage gestiegen ist.Der wirtschaftliche Aufschwung und die erhöhte weltweite Nachfrage lassen nun die Gaspreise in die Höhe schnellen. Wobei Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern hohe Speicherkapazitäten hat.Karina Knaus von der Energieagentur Österreich informierte, dass der Preis für Gas von 15 bis 30 Euro pro Megawattstunde auf über 70 Euro anstieg. Carola Millgramm, Leiterin der Gasabteilung in der E-Control, geht davon aus, dass eine Preissteigerung im zweiten Teil der Heizsaison schlagend wird. Laut Knaus im Podcast Trending Topics seien es viele Dinge, die aktuell das Hinaufschnellen der Energiepreise bedingen. Sie nennt das einen "Perfect Storm". Waren die Energiepreise letzten Sommer aufgrund der geringen Nachfrage während der Lockdowns durch die Corona-Pandemie so niedrig wie noch nie zuvor, habe sich das jetzt drastisch umgekehrt.

Preisansteig von 20 bis 30 Prozent erwartet

Deutsche Verbraucherportale berichten von einer "größeren Gaspreiswelle" im Herbst und Winter. Eine Entwarnung ist derzeit nicht in Sicht. Der Anbieter Montana kündigte bereits eine Erhöhung der Gaspreise an. Der niederösterreichische Anbieter EVN wartet noch ab.Die E-Control erwartet aber, dass der insgesamte Anstieg bei rund 20 bis 30 Prozent liegen wird.

Raus aus den Floater-Tarifen

Kunden von Landesversorgern, die sogenannte Standardtarife haben, merkten bis dato noch nichts von den erhöhten Strom- und Gaspreisen. Diejenigen, die jedoch Floater-Tarife haben, bekamen die Preissteigerungen schon deutlich zu spüren. Es empfiehlt sich also, schnellstmöglich auf Tarife mit Preisgarantie umzusteigen.

Blackout unwahrscheinlich

Knaus erwähnt gegenüber Trending Topics, dass das Problem bei Gas keinesfalls die Versorgungssicherheit sei. Ehersei es ein Preisproblem, mit dem wir es gerade zu tun hätten.Sie ist der Meinung, dass in Österreich am Stromsystem gearbeitet werden müsseund mehr Flexibilität auf Seiten der Verbraucher gefragt sei. Die Versorgungsstandards in Österreich und dem Europäischen Verbundsystem seien jedoch sehr hoch. Das Szenario eines Blackouts schätzt sie daher als sehr unwahrscheinlich ein.

Die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency (AEA)

Das Ziel der AEA ist es, das Leben so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf das Klima gegeben ist. Die Unabhängigkeit von Kohle, Öl und Erdgas steht demnach im Fokus. Außerdem setzt sich die Österreichische Energieagentur im Auftrag der Bundesregierung für die Klimaschutzinitiative klimaaktiv ein.

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Datum: 21.10.2021

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