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Versicherung

Welche Versicherungen brauchen Bauherren & Gebäudebesitzer?

Der Bau eines eigenen Gebäudes oder der Kauf einer bereits bestehenden Immobilie läutet einen neuen Lebensabschnitt ein. Endlich keine Miete mehr bezahlen und hinsichtlich derartiger monatlicher Belastungen frei sein. Allein das ist Grund genug, um sich von den Fesseln des Mietvertrags zu lösen.

Zudem haben Eigentümer eines Objektes volle Handhabe darüber, müssen bei geplanten baulichen Veränderungen nicht immer den Vermieter um Erlaubnis bitten und können ihre Wunschimmobilie so auf die eigenen, ganz individuellen Bedürfnisse ausrichten.

Neben diesen positiven Aspekten gibt es jedoch auch Verpflichtungen. Das Vorhandensein von Versicherungen wie der Wohngebäudeversicherung ist unbedingt bei Übergabe des Eigentums einzukalkulieren. Überdies ist der Abschluss weiterer Versicherungsverträge sinnvoll.

Ein Überblick über die Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist die erste Versicherung, um die sich Hausbesitzer kümmern müssen. Sie schützt Sie bei entstandenen Schäden am und im Gebäude.

In der Regel sind Absicherungen gegen Unwetter – dazu gehört beispielsweise Gewitter – bereits enthalten. Kommt es im Rahmen von Hochwasser zu Nässe und Feuchtigkeit innerhalb des Mauerwerks, müssen sich Bauherrn über die Finanzierung bei Vorhandensein einer Wohngebäudeversicherung ebenso keine Gedanken machen. Schäden durch Vulkanausbrüche oder Lawinen können bei den meisten Anbietern zusätzlich zu der Wohngebäudeversicherung gebucht werden.

Zudem stellen Elektrogeräte ein gewisses Risiko dar, welches gleichsam oftmals durch die Police verringert ist. Etwaige Zusatzleistungen wie die Integration weiterer Zusatzgebäude und die Absicherung spezieller Wasserrohre sind beim Anbieter zu hinterfragen.

Hausratversicherung zum Schutz der Habseligkeiten

Die meisten Menschen haben allerhand Dinge. An vorderster Front stehen die Möbel. Wer sich nicht für handelsübliche Möbel, sondern für exklusive Massivholzmöbel oder für Antiquitäten entscheidet, sollte unabhängig auch über den Schutz der Möbel nachdenken.

Die Hausratversicherung tritt im Schadensfall ein und ersetzt den Schaden. Abgesehen von Möbeln richtet sie zudem ihren Schutz auf alle anderen nicht in dem Haus fest eingebauten Gegenstände aus. Dazu gehören auch Utensilien in der Küche, so auch die darin vorhandenen Elektrogeräte und Dekorationsobjekte.

Die Privathaftpflichtversicherung – essenziell für alle Eigentümer

Bei Gebäuden kann es immer wieder zu Schäden kommen, die nicht das Haus direkt betreffen. Läuft ein Fußgänger auf dem Fußweg entlang und wird dabei von einem vom Dach herabfallenden Eiszapfen verletzt, so kann dieser Unfall ohne eine bestehende private Haftpflichtversicherung schnell zu hohen Kosten führen.

Je nach Grad der Verletzung wird der Betroffene vermutlich Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern, da er womöglich für eine längere Zeit beruflich ausfällt und mit weiteren Folgen zu kämpfen hat. Vor allem bei Personenschäden bewegen sich die Kosten in einem sehr hohen Bereich und können in die Millionen gehen. Die private Haftpflichtversicherung hilft Ihnen in solchen Fällen und übernimmt die Kosten bis zur vereinbarten Höhe.

Weniger kostspielig sind Sachschäden. Damit sind beispielsweise Schäden durch Eiszapfen auf der Motorhaube eines fremden Fahrzeugs gemeint.

Unfälle können jederzeit passieren. Wer mit dem Fahrrad in eine Person fährt oder sonstige Schäden an fremden Gegenständen oder fremden Personen verursacht, dem hilft eine private Haftpflichtversicherung vor Schadensersatzansprüchen Dritter.

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Die Bauherrenhaftpflichtversicherung – besonderer Schutz für Bauherrn

Auch an die Planung vor dem Bau und währenddessen sollte gedacht werden. Als besondere Form der Haftpflichtversicherung gibt es die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Wer sein Haus erst errichten lässt, benötigt sie – ganz gleich, ob er den Eigenbau anstrebt oder zusätzliche Firmen für den Bau heranzieht. Als Bauherr haftet der Eigentümer selbst und muss für alle Unfälle aufkommen, die in irgendeiner Weise mit dem Bauprojekt in Verbindung stehen.

Weht starker Wind und ein Teil des Baumaterials fliegt auf die Straße und trifft eine Person oder beschädigt ein Fahrzeug, müssen Bauherren sich nach dem Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht um die Kosten von Schadensansprüchen Dritter sorgen. Auch die Beschädigung des nebenstehenden Gebäudes kann mit hohen Reparaturkosten einhergehen. Kommt es beispielsweise bei Verwendung eines Krans oder Baggers zu Komplikationen und zu Sachschäden, erweist sich die Versicherung ebenso als sehr nützlich.

Unfälle auf der Baustelle kommen häufiger vor als gedacht. Selbst eine ausreichende Ausrichtung der Baustelle unter Einbeziehung des individuellen Schutzes aller Beteiligten weiß Unfälle nicht zu verhindern. Neben der Bauherrenhaftpflichtversicherung entscheiden sich manche Bauherrn in Österreich außerdem dafür, alle Helfer, die am Bau mitarbeiten, versichern zu lassen. Bauhelfer verfügen selten über jahrelange Erfahrungen auf dem Bau. Durch Unkenntnis oder fehlende Erfahrungswerte kann es schnell zu unüberlegten Handlungen mit weitreichenden Folgen kommen.

Übrigens: Alle genannten Versicherungen sind für österreichische Bauherrn reine Empfehlungen und die Versicherung für Bauhelfer ist in Österreich lediglich dann sinnvoll, wenn es sich bei den Helfern um Freunde und Bekannte – nicht aber um Angestellte einer Handwerksfirma handelt.

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Datum: 23.02.2021