© Chamille White/shutterstock.com

Gesundes aus dem Garten selbst gemacht

Gegen jedes Leiden ist ein Kräutlein gewachsen. In der Natur, oft direkt vor der Haustüre im eigenen Garten finden sich mitunter gute Alternativen zur Schulmedizin. Wir haben ein paar Naturrezepte für Sie. Probieren Sie es aus!

Die Natur ist der beste Arzt und immer mehr Menschen greifen bei der einen oder anderen Missstimmung oder Erkrankung lieber zuerst zu einem Hausmittel, als gleich in die Apotheke oder gar zum Arzt zu laufen und sich eine schulmedizinische Substanz zu holen.

Pflanzen, die heilen

Die meisten Kräuter haben eine heilende oder die Gesundheit unterstützende und stärkende Wirkung, nur leider wissen die wenigsten von diesen Kräften. Blutreinigender Knoblauch, hustenlösender Eibisch, die entwässernde Wirkung von Petersilie oder auch die Blätter der Malve, die gegen Magenbeschwerden helfen.

Wir haben für Sie ein paar Rezepte für bewährte Naturheilmittel zusammengetragen. Sie bestehen aus Pflanzen, die wohl in jedem Garten zu finden sind. Ausprobieren lohnt sich - es geht ganz einfach!

© vesna cvorovic/shutterstock.com

Das tief dunkelrote Öl hat eine lange Tradition und wirkt besonders gut in seiner äußerlichen Anwendung. Erfahren Sie hier mehr zu seinen heilenden Eigenschaften und wie Sie es selbst herstellen können.

Verarbeitet werden die Blüten des Johanniskrautes. Diese sollten unbedingt frisch gesammelt werden, am besten am Tag des Hl. Johannes (24. Juni), auf jeden Fall aber nicht nachher.

Zubereitung

Stopfen Sie die Blüten in eine weithalsige Glasflasche und übergießen Sie sie mit einem halben Liter kaltgepresstem Leinöl (zu kaufen im Reformhaus oder Bioladen), sodass sie komplett mit dem Öl bedeckt sind. Achten Sie darauf, das Öl bei zunehmendem Mond und im Tageszeichen Blüte anzusetzen, da dann die Heilkräfte der Pflanze noch stärker sind. Die Flaschenöffnung mit einem Fleck Leinenstoff oder Baumwollwindel abdecken, damit die Feuchtigkeit der Blüten entweichen kann und kein Schimmel entsteht, und mit einer Schnur oder einem Gummiband befestigen. Die Flasche anschließend aufs Fensterbrett in die Sonne stellen. Den Ansatz vier Wochen dort stehen lassen und immer wieder vorsichtig aufschütteln. Nach einem Monat abseihen, die Blüten fest ausdrücken, das Öl in kleine dunkle Fläschchen füllen und diese kühl und abgedunkelt lagern. Selbst hergestelltes Johanniskrautöl hält sich unter den richtigen Voraussetzungen bis zu zwei Jahre.

Heilende Wirkung

Johanniskrautöl wirkt entzündungshemmend. Es kann zur Narben- und Brandwundenbehandlung, bei Schürfwunden, leichten Vebrennungen, zur Wundschorfbehandlung, bei Gelenksentzündungen, Schleimhautentzündungen in Nase, Ohren, Mund und Zahnfleisch verwendet werden. Geheimtipp: bei Heuschnupfen einen Esslöffel des Öls täglich einnehmen.

© Simone Andress/shutterstock.com

Diese Gartenblume findet sich in heimischen Gärten, Blumenkisten und -töpfen gleichermaßen. Sie ist dank ihrer satten Orange- und Gelbtöne optischer Aufputz, bei Bienen und Schmetterlingen sehr beliebt und noch dazu ein uraltes Heilmittel. So machen Sie aus der Blume eine pflegende Creme.

Zubereitung

Bei schönem Wetter und vor zwölf Uhr mittags die Blütenköpfe abzwicken. Dann die Blütenblätter vorsichtig abzupfen. Nun 200 ml biologisches Olivenöl in einem Topf vorsichtig auf etwa 40 Grad erhitzen (das Öl schäumt leicht), die Kräuter und Blütenblätter mit einem Holzlöffel unterrühren, den Topf sofort vom Herd nehmen, zudecken und zwölf Stunden ziehen lassen. Am nächsten Tag das Öl wieder leicht erwärmen, durch ein Leinentuch in eine Schüssel laufen lassen und die Kräuter ordentlich ausdrücken. Die Schüssel dann ins Wasserbad stellen, 40 g reines Bienenwachs hineingeben und unter ständigem Rühren auflösen. Noch bevor die Masse zu cremig wird, einige Tropfen Teebaumöl (für die Haltbarkeit und zur Desinfektion) dazu, die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen und ständig rühren, bis eine dickflüssige Masse entstanden ist. Diese in (mit Alkohol gereinigte) kleine Salbentiegel abfüllen und auskühlen lassen. In einem dunklen, kühlen Raum ist die Creme bis zu einem Jahr haltbar.

Heilende Wirkung

Ringelblumensalbe verwenden Sie zur Pflege trockener und empfindlicher Haut, bei Hautgeschwüren, Frostbeulen, leichten Verbrennungen und Insektenstichen. Die Ringelblume wirkt außerdem entzündungshemmend, wundheilend, erweichend (gut bei Narben) und gegen Hühneraugen.

© Viktory Panchenko/shutterstock.com

Er ist ein beliebtes Gewürzkraut und wird oft auch zu Tee verarbeitet. Man kennt ihn außerdem als Hustenbonbon oder in Form eines Gurgelsaftes gegen Halsschmerzen. Wir zeigen Ihnen, wie aus dem mediterranen Alleskönner Salbei eine heilende Tinktur wird.

Zubereitung

Frische Salbeiblätter mit Stängel in eine Glasflasche mit weitem Hals stopfen und mit 40%igem Schnaps (z. B. Kirschwasser) übergießen. Die Flasche schließen und an einen warmen, sonnigen Ort stellen. Nach 14 Tagen hat der Alkohol die ätherischen Öle des Salbeis aufgenommen und die Tinktur kann verwendet werden. Sie können den Salbei übrigens in der Flasche lassen. Die Tinktur ist innerlich und äußerlich anwendbar und aufgrund des Alkohols unbegrenzt haltbar.

Heilende Wirkung

Die Tinktur kann gegen alle Entzündungen im Hals und Rachen eingesetzt werden, wie Halsschmerzen, Zahnfleischentzündung (Gingivitis), Parodontose bzw. Parodontitis, bei blutenden und lockeren Zähnen, Auch bei Zahnfleischrückgang (leichter Paradontose) oder Mandelentzündung wirkt er Wunder. Entweder mit einem Wattestäbchen auf die betroffenen Stellen auftupfen oder ein paar Tropfen in wenig Wasser auflösen und damit spülen bzw. gurgeln.

© ILEISH ANNA/shutterstock.com

Thymian passt nicht nur wunderbar zu Wildgerichten, er besitzt auch eine starke heilende Wirkung und wird vor allem bei Katarrhen der unteren Atemwege eingesetzt. Hier erfahren Sie, wie man Thymianbutter herstellt - ein natürlicher Brustbalsam.

Zubereitung

Einen Teelöffel getrockneten Thymian mit einem Mörser zu Pulver stampfen und in ein hitzefestes Glas füllen. Nun einen Teelöffel 95 %igen Weingeist oder Doppelkorn zugeben, das Glas fest verschließen und einige Stunden stehen lassen. Dann einen Teelöffel ungesalzene Butter hinzufügen und das Ganze im Wasserbad erwärmen bis die Butter geschmolzen ist. Das Glas aus dem Wasser nehmen, umrühren und die noch warme und flüssige Masse durch ein Leinentuch drücken und in einen sauberen, desinfizierten Tiegel rinnen lassen. Achtung: Aufgrund der Butter ist die Masse nicht lange haltbar und sollte unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Heilende Wirkung

Verwenden Sie die Butter bei rauer, trockener Haut an der Nase, wie sie durch häufiges Schnäuzen entsteht. Besonders geeignet für Säuglinge und Kleinkinder. Außerdem gut bei Husten und hartnäckigem Schnupfen – Brustkorb damit einreiben.

AutorIn:
Datum: 28.07.2015
Kompetenz: Garten und Zaun