Winterzeit ist Salzzeit…leider

Kommen Eis und Schnee, kommt auch die alljährliche Kritik am Einsatz von Streusalz. Was rutschige Gehsteige und Straßen rasch eisfrei macht, schadet der Umwelt und den Pflanzen.

Die Räumungspflicht von Gehwegen und Straßen im Winter beschert dem Absatz von Streumitteln jedes Jahr eine Hochkonjunktur. Immerhin besteht ein Haftunsrisiko für Eigentümer, und Unfälle oder Verletzungen möchten unbedingt verhindert werden. Jahrelang war das so genannte Streusalz das Mittel der Wahl, wenn es um rasches Auftauen von Schnee und Eis ging. Mittlerweile ist sein Einsatz in immer mehr Gemeinden und Privathaushalten verboten, auf öffentlichen Straßen und Autobahnen aber nach wir vor der Standard.

Was tut das Salz?

Auftausalz besteht aus denaturiertem Kochsalz, Calcium- oder Magnesiumchlorid und wird in Wasser gelöst oder als Pulver aufgebracht. Es setzt den Gefrierpunkt von Wasser herab, sodass Eis und Schnee schmelzen und sich kein neues Eis bilden kann. Das Problem: Auf Blättern und Rinden der Pflanzen hinterlässt das gelöste Salz Verätzungen. Und die Ionen gelangen über den Boden in die Wurzeln der Pflanzen und verändern so deren Nährstoffhaushalt. Am meisten leiden Bäume wie die Linde, Rosskastanie, Fichte und Ahorn sowie die Hecken. Generell führt ein zu hoher Salzgehalt des Bodens zu einer Bodenverdichtung und einer eingeschränkten Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanzen. Auf Dauer beeinträchtigt der massive Einsatz von Streusalz auch das gesamte Bodenleben und die Qualität von Grundwasser, Flüssen und Seen. Und dann sind da noch die ökonomischen Folgen, die durch korrodierte Brücken und Fahrzeuge entstehen.

SOS-Maßnahmen für geschädigtes Grün

Die Folgen der Salzbelastung sind lang anhaltend und zeigen sich oft erst im nächsten Frühjahr und Sommer, wenn die salzgeschädigten Bäume und Hecken nämlich langsam vertrocknen, und das trotz Regen. Was also tun? Neben dem Einpacken zumindest der straßenseitigen Hecken und Bäumchen vor dem ersten Frost gilt: Umpflanzen. Erst wenn die Pflanzen aus dem „versalzten“ Bodenabschnitten raus sind, können sie sich eventuell erholen.

Gute Alternativen

Und was also tun, wenn das Salz so schädlich ist? Zuerst einmal heißt es schaufeln und schieben. Und die vereisten Stellen können dann einfach mit abstumpfenden Streumitteln wie Sand, Splitt oder Granulat bedeckt werden. Nach dem Tauen wird das Material mit einem Besen beseitigt.


AutorIn:

Datum: 14.12.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Pflanzen

Hauptsache volle Sonneneinstrahlung. Das ist die Grundvoraussetzung für eine Knoblauchzucht im eigenen Garten. Was ...

Auffallen, anders sein, hervorstechen – das macht einen Solitär aus. Welche Pflanzen zum Hingucker in Ihrem Garten ...

Haben Sie Topfpflanzen im Bad stehen? Das spezielle Klima in diesem Raum und die Licht- und Luftverhältnisse ...