gelbe Narzissen wachsen an oranger Backsteinmauer im Frühling

Zu den beliebtesten und bekanntesten Zwiebelpflanzen gehören die Narzissen. © stock.adobe.com/detailfoto

Zwiebel- und Knollenpflanzen: Arten, Pflanzung, Pflege, Überwintern

Sie sind die ersten Frühjahrsboten und erstrahlen schon unter der Schneedecke in knalligem Gelb oder Rot. Zwiebel- und Knollengewächse gehören zur botanischen Gruppe der Geophyten. Was sie so besonders macht, und was Sie beim Auspflanzen, Pflegen und Überwintern beachten müssen, erfahren Sie hier.

Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören zu den vielseitigsten und dankbarsten Gartenpflanzen überhaupt. Sie sind äußerst pflegeleicht, widerstandsfähig und wertvoll für die Biodiversität. Außerdem bringen sie schon sehr früh im Jahr Farbe in den Garten, überstehen auch Trockenphasen perfekt und eignen sich für nahezu jeden Gartentyp – vom Pflückgarten über Steingärten und naturnahen Wiesengärten bis zum kleinen Balkongarten.

Öko, Britisch oder Familientauglich: Welcher Gartentyp sind Sie?

Was sind Zwiebel- und Knollenpflanzen eigentlich?

Botanisch gesehen gehören beide Pflanzenarten zu den so genannten Geophyten. Geophyt kommt von „geo“ – griechisch für Erde und „phyto“ – griechisch für Pflanze. Ein Geophyt ist also eine Erdpflanze. Zwiebel- und Knollenblüher bilden unterirdische Speicherorgane, in denen sie Wasser und Nährstoffe speichern. Die Knollen bzw. Zwiebeln überdauern Frost, Hitze und Trockenheit und können im Frühjahr sehr schnell austreiben. Sämtliche Frühblüher sind Knollen- und Zwiebelgewächse.

Aussehen von Zwiebeln und Knollen

Vielleicht haben Sie sich eine Tulpenzwiebel oder eine Krokusknolle schon einmal genauer angesehen? Die Zwiebeln bestehen immer aus Schuppenblättern, in denen die Nährstoffe gespeichert werden. Typische Zwiebelgeophyten sind die Tulpen, Narzissen, Hyazinthen oder auch der Ritterstern. Knollen hingegen sind verdickte Sprossteile oder Wurzeln. Zu den Knollengeophyten zählen der Krokus, Dahlien, Begonien oder auch Anemonen.

Wer ist noch im Tulpenfieber? Alles zu Tulpen gibt es hier!

Ist die Knolle gesund? Bevor Sie die Zwiebeln einsetzen, sollten Sie überprüfen, ob sie in Ordnung sind. Gesunde Knollen bzw. Zwiebeln Blumenzwiebeln sind fest und ungefähr so groß wie eine normale Küchenzwiebel. Weiche, glitschige oder braune Stellen könnten auf Verfaulung oder eine Krankheit hinweisen. Auch der Wurzelansatz sollte hell und fest sein.

Wann sollten Geophyten gepflanzt werden?

Grundsätzlich können Zwiebel- und Knollengewächse das ganze Jahr über gesetzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Typischerweise im Herbst, also in der Zeit von September bis November, werden Frühblüher wie die Tulpe, Narzisse oder Hyanzinthe gepflanzt. Die Erde ist im Herbst noch warm genug für die Wurzelbildung, gleichzeitig aber auch schon schön feucht für die Wasserspeicherung. Achten Sie nur darauf, noch vor den ersten Nachtfrösten zu pflanzen.

In der Zeit von März bis April lassen sich die frostempfindlichen Sorten wie Lilie, Begonie oder Sommerhyanzinthe perfekt in die Erde bringen. Diese Sommerblüher brauchen einen möglichst abgetrockneten, natürlich aufgetauten Boden, um sich für die Blütezeit ab Juli zu rüsten.

Im Spätsommer (Juli und August) schließlich können die Herbstblüher wie das Herbstveilchen, die Herbstzeitlose (Achtung giftig!!), die Amaryllis oder der Blaustern gesetzt werden. Solange diese Geophyten einen warmen Boden haben, treiben sie nach kürzester Zeit schon aus.

Frau pflanzt ausgetriebene Zwiebelblumen in kleinen Tontopf

Zwiebel- und Knollenblumen sind unkompliziert, sie eignen sich für die Auspflanzung im Topf, im Beet oder im Rasen. © stock.adobe.com/encierro

Standortanforderungen: Wo fühlen sich Geophyten wohl?

Wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Zwiebel- und Knollengewächse bevorzugen durchlässige, humose Erde mit einem möglichst neutralen ph-Wert. Staunässe vertragen sie gar nicht und auch schwere, undurchlässige Böden wie Lehm oder Moosböden sollten unbedingt vorher aufgelockert werden, da die Pflanzen sonst faulen.

Die Standortwahl hängt natürlich von der Pflanzensorte ab. Während sich Alpenveilchen, Märzenbecher oder Schneeglöckchen im Halbschatten oder Vollschatten wohlfühlen, kann es den Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Dahlien und Gladiolen gar nicht sonnig genug sein. Am besten also einfach die Sortenbeschreibung genau lesen und daran halten!

Sie sind noch nicht sicher, welcher Standort für Ihre Pflanzen passt? Hier eine hilfreiche Übersicht

Hinweise und Tipps

Wie es der Profi macht
  • Pflanzen Sie mehrere Zwiebeln auf engem Raum, das wirkt viel intensiver als Einzelexemplare.
  • Mischen Sie mehrere Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten, so haben Sie das ganze Jahr Farbe im Garten.
  • Setzen Sie auf insektenfreundliche Sorten wie Krokus, Allium und Narzisse!

Was gibt es beim Gießen und Düngen von Geophyten zu beachten?

Nach dem Pflanzen gut angießen.
Während des Austriebs regelmäßig, aber nicht übermäßig wässern.
Nach der Blüte weniger Wasser – die Pflanzen ziehen ein.
Zwei bis drei Wochen vor dem Austrieb mit Hornmehl oder organischem Blumendünger versorgen.
Zwiebelpflanzen zählen oft zu den Starkzehrern, daher regelmäßig nachdüngen.

lila Krokusse wachsen aus nackter brauner Erde

Frühlingsbote Krokus: Er ist einer der ersten Zwiebelblüten im Jahr. © stock.adobe.com_Elena

Wie sollten die Blüten gepflegt werden?

Sehr viel wird leider nach der Blüte von Geophyten falsch gemacht. Wie wir gelernt haben, lagert der Geophyt Energie in die Zwiebel oder Knolle ein, diese zieht er sich aus den Blättern. Sobald die Blüte verblüht ist, darf nur diese entfernt werden, nie aber die Blätter. Das Laub bitte erst abzupfen, wenn es komplett und restlos verwelkt ist.

Wie werden Geophyten überwintert?

Grundsätzlich ja. Zu beachten ist, ob die Blume winterhart ist oder nicht. Zwiebelgewächse sind winterhart, sie können also im Boden bleiben und lediglich mit Mulch abgedeckt werden, wenn es zu ganz harten Frösten kommt. Knollengewächse müssen vor dem ersten Frost ausgegraben werden, da sie nicht winterhart sind. Lagern Sie diese trocken bei etwa 5 bis 10 Grad im Keller, Gartenhaus oder Garage.

Redaktion
Teilen:
Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG