Gruppe von Studierenden bei der Arbeit in und vor einem Gebäude. Lehmbau mit Holz, es wird verputzt, verspachtelt und gestampft.

Viele Veranstaltungen zu nachhaltigem Bauen stehen zum Jubiläum von BASEhabitat, dem Studio der Architekturabteilung der Kunstuni Linz, an. © Stefanie Huber

BASEhabitat der Kunstuni Linz feiert seinen 20er

Der renommierte Lehrgang der Architekturabteilung an der Kunstuniversität Linz, der sich nachhaltigem sowie sozial verantwortlichem Bauen verschrieben hat, begeht sein 20-Jahr-Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Programm.

Zwanzig Jahre ist es her, dass die Architekturabteilung der Kunstuniversität Linz in Südafrika ein Therapiezentrum für Kinder mit besonderen Bedürfnissen geschaffen hat. Aus dem Projekt im Südwesten von Johannesburg ist nicht nur ein sicherer Ort aus Lehm, Holz, Stroh und Grasmatten für die Kinder entstanden, sondern mit BASEhabitat auch ein eigenes Studio, das sich bis heute mit nachhaltigem Bauen sowie sozial verantwortlicher Architektur beschäftigt und mit Studierenden der Kunstuniversität Linz schon dutzende solcher Projekte auf der ganzen Welt realisiert hat.

Haus aus Holz und Bambus mit großer Terrasse unter dem Dach und hell erleuchteten Fensterfronten. Umgebung Schilf, Palmen, im Hintergrund das Meer.

Das Landwirtschaftszentrum "Baan Doi" für eine thailändische NGO, die sich in der nördlichsten Provinz um benachteiligte Kinder kümmert: BASEhabitat hat dort 2018 einen Masterplan entwickelt – seitdem sind jedes Jahr Studierende im Einsatz, um verschiedene Gebäude für das 40.000 Quadratmeter große Areal zu bauen. © Paul Eis

Mit Jahresbeginn hat Rektorin Brigitte Hütter erneut die Mitgliedschaft im UNESCO-Lehrstuhl für "Earthen Architectures, building cultures and sustainable developement" unterzeichnet. Insgesamt 34 Partner-Institutionen zählt die UNESCO-Initiative mittlerweile in 22 Staaten, darunter universitäre Einrichtungen wie eben BASEhabitat, Forschungszentren, aber auch diverse NGOs in Afrika, Amerika, Asien und Europa. Mit Martin Rauch, Pionier in Sachen Stampflehm und Honorarprofessor des UNESCO-Lehrstuhls "Earthen Architecture", sowie Anna Heringer, weltweit erfolgreiche Architektin und Absolventin der Architekturabteilung, sind zudem gleich zwei Expert*innen aus dem BASEhabitat-Netzwerk als Ehrenmitglieder im UNESCO-Chair vertreten, der zu Lehmbau forscht und diesen forciert.

Hinweise und Tipps

Architekturstudierende mit Bachelor-Abschluss an der Kunstuniversität Linz können einen Master in Architektur | BASEhabitat machen. Der internationale postgraduale Lehrgang BASEhabitat richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Architektur.

Wie schafft man nachhaltige Architektur in Klimawandel-Zeiten?

Professor Sigi Atteneder, Leiter der Architektur an der Kunstuniversität Linz: "Eines der Prinzipien unseres Curriculums ist, dass die Studierenden ihre Pläne direkt an den Baustellen in die Tat umzusetzen. Denn allein mit abstraktem Planen am Computer schafft man es schwer, seine Pläne zu erden". Als Grundidee von BASEhabitat gelte zudem, "den CO2-Aufwand beim Bauen von Gebäuden zu reduzieren, alternative Baustoffe wie Lehm, Erde und Holz zu verwenden anstelle von Beton und Zement". Zu alledem komme es auch darauf an, "eine nachhaltige Raumplanung sowie Mobilität zu garantieren". Bedeutet also: Nicht nur nachhaltige Rohstoffe stehen im Mittelpunkt von BASEhabitat, "sondern auch die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten, kultureller Besonderheiten sowie inklusive Planungs- und Bauprozesse. Essenziell für BASEhabitat ist auch ein sorgsamer Umgang mit dem Bestand – und damit eine Um- und Zubaukultur."

Zum 20-jährigen Bestehen von BASEhabitat bietet das Studio der Architekturabteilung ein abwechslungsreiches Angebot für die interessierte Öffentlichkeit.

Hier geht’s zum Programm

2 Studenten von BASEhabitat stehen auf Leitern und fixieren eine Holzbalkenkonstruktion. Studentin in blauer Latzhose und rotem Pulli geht durch den Raum.

Das Bauprojekt Hägi Wendls in Vorarlberg: Gemeinsam mit Handwerker*innen und Fachleuten hat BASEhabitat ein altes Haus in ein Kulturzentrum für die Nachbarschaft umgebaut. Verwendet wurden dabei Baumaterialen aus der Gegend wie Lehm, Holz, Holzschnitzel, Fasern, Kalk sowie abgebaute Materialien des Bestands. Das Projekt wurde mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2023 in der Kategorie "Gesellschaftliche Relevanz" ausgezeichnet. © M. Schachenhofer

Redaktion
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