Traditioneller Schachtbrunnen mit Schindeldach in grünem Garten

Ob Schachtbrunnen, Bohrbrunnen oder Rammbrunnen: Grundwasser im eigenen Garten fördern, bringt viele Vorteile. © Elisa/stock.adobe.com

Gartenbrunnen: Bohren und Pumpen

Welche Arten von Gartenbrunnen gibt es, wie läuft die Bohrung ab, was ist die passende Pumpe und was bei der Inbetriebnahme und regelmäßigen Wasserentnahme zu beachten ist. Hier alle Antworten.

Sind die geologischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Gartenbrunnens erfüllt und haben Sie auch alle rechtlichen Hürden genommen, geht es an den Brunnenbau. Sie können dabei zwischen unterschiedlichen Brunnentypen wählen.

Welche Brunnenarten gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Nutzbrunnen und Zierbrunnen. Zu den Nutzbrunnen mit Grundwasserförderung gehören Bohrbrunnen, Ramm- bzw. Schlagbrunnen und Schachtbrunnen.

Bohrbrunnen

Die beliebteste Brunnenart ist der Bohrbrunnen, bei dem mittels Bohrung ein Brunnenfilterrohr mit relativ geringem Durchmesser in der grundwasserführenden Bodenschicht verankert wird. Diese Bohrung ist in jeder gewünschten Bodentiefe möglich. Mittels Filtereinsätzen lassen sich auch die hygienischen Anforderungen leicht erfüllen.

Rammbrunnen/Schlagbrunnen

Beim Ramm- oder Schlagbrunnen wird ein mit Rammspitze versehenes Metallrohr in den Boden gerammt wird. Diese Brunnenart eignet sich insbesondere zur Gartenbewässerung, ist aber nur bei einem geringen Grundwasserpegel sinnvoll, da der maximale Abstand zwischen Grundwasser und Pumpe nicht mehr als sieben Meter betragen darf.

Schachtbrunnen

Der Schachtbrunnen ist der traditionellste unter den Gartenbrunnen. Hier wird ein Schacht in das Erdreich gegraben. Er liefert meist geringere Wassermengen als die anderen Brunnenarten, ist aber sehr langlebig.

Wasser im Garten: Was sind die Vorzüge von Teich, Pool oder Brunnen?

Wie wird der Gartenbrunnen gegraben?

Herkömmliche Brunnenbohrer werden mit Muskelkraft bewegt und je nach Bohrtiefe ist das eine sehr schweißtreibende Angelegenheit. Deshalb ist es auch wichtig, ab einer gewissen Tiefe den Bohrer zu zweit zu bedienen. Wer sich diese Arbeit ersparen möchte, sollte lieber gleich einen Brunnenbauer beauftragen. Je nach Bodenbeschaffenheit können Sie sich auf diese Weise bereits nach wenigen Stunden über einen eigenen Bohrbrunnen freuen.

Tipp: Bohrer ausleihen

Natürlich lohnt sich die Anschaffung eines motorisierten Erdbohrers nicht für einen Einzelhaushalt, man sollte sich daher bei Fachhändlern, Gartenbaubetrieben oder Landwirten nach Leihgeräten erkundigen.

Ein Rammbrunnen lässt sich bei entsprechend hohem Grundwasserstand deutlich leichter selbst bauen. Aber auch hier empfiehlt es sich, zumindest mit einem einfachen Erdbohrer vorzubohren. Auch motorisierte Erd- und Brunnenbohrer erfordern viel Kraft und müssen zudem sehr vorsichtig gehandhabt werden. Es besteht immer die Gefahr, dass sich der Bohrer verkantet und dann leider den Handwerker zum unfreiwilligen Rotieren bringt. Moderne Bohrer sind daher mit einer automatischen Stoppfunktion ausgestattet.

Aushub und Erdarbeiten: Alle Infos gibt es hier

Welche Pumpe braucht der Gartenbrunnen?

Bei der Pumpenwahl ist entscheidend, um welchen Brunnen es sich handelt. Rammbrunnen benötigen eine selbst ansaugende Pumpe, die in der Regel eher kostengünstig ist. Früher war besonders die Handschwengelpumpe beliebt, die aber aufgrund ihrer geringen Förderleistung nur für eine gelegentliche Wasserentnahme geeignet ist. Empfehlenswerter erscheint da die selbst ansaugende Kreiselpumpe.

Pumpen mit Membrandruckkessel, auch Hauswasserwerk genannt, eignen sich insbesondere für die ständige Förderung von Brauchwasser. Moderne Hauswasserwerke verfügen mittlerweile auch über einen Trockenlaufschutz und schalten sich bei Bedarf an oder aus. Auch für aufwändigere Bohrbrunnen gibt es bestimmte Systeme wie Unterwasserpumpen, die teilweise sogar mit Windrad oder Solarzellen betrieben werden können.

Wie tief muss für einen Brunnen gebohrt werden?

Brunnenbauer bohren in der Regel mit 219 mm Bohrdurchmesser. Der Ausbau erfolgt meist mit DN115 oder DN125 Brunnenrohr. Ein Vorteil von DN115 ist, dass mehr Filterkies eingebracht werden kann. Das wirkt sich je nach Bodenverhältnissen positiv auf die Wasserführung aus.

Die eigentliche Bohrung dauert meist ein bis zwei Arbeitstage, abhängig von Tiefe und Bodenbeschaffenheit. Ob und in welcher Tiefe ausreichend Grundwasser vorhanden ist, kann nie zu 100 Prozent garantiert werden. Aufgrund der Erfahrung und regionaler Kenntnisse lässt sich das Risiko jedoch gut einschätzen.

Gartenbrunnen bohren: Das sind die geologischen und rechtlichen Voraussetzungen

Wieviel Wasser kann ein Brunnen fördern?

Je nach Boden und Grundwasser liegt die Förderleistung von Gartenbrunnen meist bei 40 bis 70 Litern pro Minute – das entspricht etwa 2,4 bis 4,2 Kubikmeter pro Stunde. Wie viel ein Brunnen tatsächlich liefern kann, hängt stark von der Geologie vor Ort ab. Für die meisten Garten- und Bewässerungsanlagen ist diese Menge vollkommen ausreichend. Professionelle Brunnenbauer dimensionieren den Brunnen so, dass er optimal zu Ihrem Bedarf passt. Lassen Sie sich also am besten einfach vom Profi beraten.

Wenn der Grundwasserspiegel (zu) hoch ist: Was tun?

Was muss man beim Betrieb von Gartenbrunnen beachten?

Alle Brunnen sind durch eine geeignete Abdeckung vor Verunreinigungen zu schützen. Dennoch ist die Lebensdauer mancher Brunnen begrenzt. Bei Rammbrunnen gehen Fachleute von bis zu fünf Jahren aus, bis es zu einem Ausschwemmen des Bodens in das Brunnenrohr kommt. Zudem lässt die Filterwirkung im Laufe der Jahre nach, die Qualität des Wassers nimmt dann entsprechend ab.

Pools und Trinkwasserreserven: Ein Spannungsfeld

Natürlich ist eine kontinuierliche Wasserentnahme zudem von der Ergiebigkeit des Grundwasseraufkommens abhängig. Da diese in unseren Breitengraden in der Regel hoch ist, lohnt sich der Bau eines neuen Rammbrunnens in den meisten Fällen. Die Erschließungskosten amortisieren sich jeweils nach zwei bis drei regenarmen Sommern.

Wie viel Platz braucht ein Gartenbrunnen?

Der Brunnen selbst braucht nicht so viel Platz, für die Bohrung und den Bau jedoch sollte genügend Spielraum in Ihrem Garten gegeben sein. Bohrgeräte wiegen je nach Einsatz zwischen 2 und 7 Tonnen. Eine befahrbare Zufahrt und ein tragfähiger Untergrund sind daher essentiell. Am Bohrplatz selbst benötigen Sie mindestens einen Meter seitlich und mindestens zwei Meter vor dem Bohrgerät. Eine Bohrung im Gebäude ist nicht möglich.

Bei Unsicherheiten – etwa bei Rasen, Pflaster oder Hanglage – klären Sie die Machbarkeit vorab mit dem Brunnenbauer. Die Arbeiten werden so schonend wie möglich durchgeführt. Es entstehen lediglich Fahrspuren und die Bohrstelle. Nach Abschluss aller Arbeiten bleibt nur der fertige Brunnen sichtbar.

Das Bohrgut verbleibt in der Regel in Ihrem Besitz. Meist handelt es sich ohnehin nur um eine überschaubare Menge. Wenn eine Entsorgung gewünscht ist, kann eine Mulde organisiert werden.

Kein Platz im Garten? Wie wäre es mit einem Mini-Teich?

Was kostet ein Gartenbrunnen?

Die Kosten für einen Brunnen hängen von Tiefe, Bodenbeschaffenheit und gewünschter Ausstattung des Brunnens ab. Grob fallen für einen einfachen Gartenbrunnen mit geringer Bohrtiefe etwa 1.000 bis 2.500 Euro an. Ein einfacher Rammbrunnen kostet um die 250 Euro (in Eigenleistung) und um die 800 bis 1.000 Euro, wenn Sie einen Fachbetrieb beauftragen.

Bei tieferen oder aufwendigeren Bohrungen liegen die Kosten deutlich höher, hier müssen Sie mit 5.000 bis 10.000 Euro rechnen. Als grobe Faustregel gilt: Je nach Anbieter und Boden sind für das Bohren grob 60 bis 150 Euro pro Meter realistisch; bei schwierigem Untergrund kann es auch darüber liegen.

Fordern Sie auf jeden Fall ein transparentes Angebot ohne versteckte Kosten an und rechnen Sie eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Monaten ein!

Redaktion
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG