Wasserstelle in Garten: Brunnen führt Wasser in Tonne

Grundwasser anzapfen ist in den meisten Fällen möglich und auch erlaubt. Was Sie zum Thema privater Gartenbrunnen wissen müssen, wir sagen es Ihnen! © schulzie/stock.adobe.com

Privater Gartenbrunnen: Geologische Voraussetzungen und was das Gesetz sagt

Grundwasser im eigenen Gartenbrunnen fördern und damit günstiger zu Brauchwasser kommen? Erfahren Sie hier alles zu den geologischen Voraussetzungen und den gesetzlichen Anforderungen für Ihren Gartenbrunnen.

Ein eigener Brunnen im Garten kann sich rechnen – muss er aber nicht. Ob sich in Ihrem Fall die Bohrung eines Gartenbrunnens auszahlen würde, hängt unter anderem von der Größe Ihrer Gartenfläche, der geplante Nutzung des Wassers und den örtlichen Gegebenheiten ab. Ein Brunnen eignet sich perfekt für die manuelle Gartenbewässerung, automatische Bewässerungsanlagen, das Befüllen von Pool oder Teich und auch die Reinigung von Fahrzeugen und Flächen. Mit entsprechender Technik ist sogar eine Nutzung im Haushalt möglich.

Zuerst informieren!

Lassen Sie sich von der zuständigen Wasserbehörde oder dem örtlichen Umweltamt beraten. Die Pegelstände der Wasserbehörden geben Auskunft über die Grundwassertiefe und die zu erwartende Wasserqualität in Ihrer Region. Erst, wenn Sie diese Infos haben, sollten Sie überhaupt daran denken, einen Brunnen zu bohren.

Welche geologischen Voraussetzungen braucht es für einen Brunnen?

Die Wirtschaftlichkeit eines Gartenbrunnens hängt in erster Linie von der Höhe des Grundwasserspiegels ab. Je tiefer gebohrt werden muss, desto teurer wird das Ganze. Brunnen bis zu acht Meter Tiefe sind relativ einfach und günstig zu betreiben. Jeder Meter tiefer wird dann aber aufwändiger.

Im Flachland wechseln sich die Bodenschichten ab wie Tortenschichten. Zwischen ihnen liegen grundwasserführende Bereiche, und diese gilt es zu finden. Sandige und kiesige Böden sind ideal für einen Brunnen. Lehmige Böden sind machbar, an felsigen Untergründen scheitern Bohrungen in den meisten Fällen, bzw. sind nur mit sehr viel Aufwand realisierbar.

In bergigen Regionen gestaltet sich das Aufspüren von Wasseradern deutlich schwieriger als im Flachland. Die durchschnittliche Bohrtiefe liegt meist zwischen 10 und 30 Metern. Die tatsächliche Tiefe hängt wiederum vom Grundwasserstand und den geologischen Verhältnissen vor Ort ab.

Hoher Grundwasserspiegel? Was Sie beim Bauen zu beachten haben

Wichtig! Ein separates Leitungsnetz für Brauchwasser ist Pflicht. Ihr Grundwasser darf sich keinesfalls mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung vermischen.

Was sagt das Gesetz zur Bohrung von Brunnen auf Privatgrund?

Auch wenn die Wassernutzung aus dem eigenen Hausbrunnen in der Regel genehmigungsfrei ist: Jedes Bohren – auch Probebohrungen – ist grundsätzlich anzeigepflichtig. Informieren Sie sich also einmal mehr vor Beginn der Arbeiten bei der zuständigen Wasserbehörde über die gesetzlichen Bestimmungen in Ihrer Gemeinde.

Grundwasser als Brauchwasser nutzen

Möchten Sie das Brunnenwasser nicht nur für die Gartenbewässerung, sondern auch als Brauchwasser für Waschmaschine oder Toilettenspülung nutzen? Dann müssen Sie beim örtlichen Wasserversorgungsunternehmen einen Antrag auf Teilbefreiung stellen.

Grundwasser als Trinkwasser nutzen

Sollten Sie das Brunnenwasser, also das Grundwasser, auch als Trinkwasser nutzen wollen, wird das Genehmigungsverfahren noch umfangreicher. Erstens muss geklärt sein, ob das Grundwasser überhaupt als Trinkwasser geeignet ist. Dafür braucht es eine spezielle Wasseranalyse. Immerhin gelten in Österreich sehr hohe Anforderungen an Wasserqualität und Hygiene, die eingehalten werden müssen. Auch regelmäßige Überprüfungen durch das Gesundheitsamt oder anerkannte Institute sind daher erforderlich. Bei Bedarf können entsprechende Filtersysteme eingesetzt werden.

Alle Infos und Details zu Technik, Ausführung und Kosten einer Brunnenbohrung

Redaktion
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