Verputzkelle und gelb-grüner Schwamm liegen auf frisch verfliestem Cotto-Boden. Zwischen den Fliesen stecken Fugenkreuze aus Kunststoff.

Verputzkelle und gelb-grüner Schwamm liegen auf frisch verfliestem Cotto-Boden. Zwischen den Fliesen stecken Fugenkreuze aus Kunststoff. © mdworschak/stock.adobe.com

Dehnungsfugen: Was ist das und wofür braucht man sie?

Dehnungsfugen, auch Dehnfugen oder Bewegungsfugen genannt, sind besonders wichtig bei der Herstellung von Boden- und Wandbelägen. Ihre Hauptfunktion: Rissbildung durch Temperaturschwankungen verhindern.

Was sind Dehnungsfugen?

Dehnungsfugen sind entscheidend, um die Beschaffenheit, Funktionalität und Optik von Fliesen-, Holz- und anderen Teilbelägen zu gewährleisten. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufnahme und Verteilung von Spannungen, die durch unterschiedliche Faktoren verursacht werden:

  • Bewegungen im Untergrund: Diese können durch Setzungen, Schwinden oder Quellen des Untergrunds hervorgerufen werden.
  • Hohe Temperaturschwankungen: Fliesen und der Untergrund dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen.

Wo braucht es Dehnungsfugen?

Dehnungsfugen befinden sich an den äußeren Begrenzungen oder zwischen Belagsflächen, in deren Bereich sich der Belag bei Temperaturschwankungen ausdehnen kann. Die Rede ist hier von Laminat, Parkett oder Vinylboden, sowie Fliesenbelägen und großflächigen Bauteilen wie Estrichböden. Durch den Einfluss von Wärme und Kälte kann es nämlich gerade bei großen Flächen zu Rissbildungen kommen.

Dehnungsfugen sollten aber nicht nur zwischen Fliesen, sondern auch an bestimmten strategischen Punkten eingearbeitet werden, zum Beispiel:

  • Zwischen Wand- und Bodenbelägen: Um Bewegungen zwischen unterschiedlichen Bauteilen auszugleichen.
  • Über bestehenden Dehnungsfugen im Unterbau: Beispielsweise im Estrich, um eine direkte Übertragung von Bewegungen oder Spannungen auf den Fliesenbelag zu verhindern.
  • Zwischen zwei Räumen: Besonders wenn diese unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind oder unterschiedliche Unterbauarten haben.
  • An Übergängen zwischen verschiedenen Materialien: Verschiedene Materialien weisen unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten auf, was ohne Fugen zu Spannungen führen kann.

Was sind Zweck und Funktion von Dehnfugen?

Grundsätzlich dienen sie dazu, Bewegungen in Bauteilen auszugleichen, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Die Aufgabe und Funktion von Dehnungsfugen ist also:

  • Sie gleichen das Schwinden und Quellen von Materialien aus, das durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen entsteht.
  • Sie verringern Zug- und Druckspannungen in Bauteilen.
  • Sie verhindern die Weiterleitung von Schall und Schwingungen.

Wie werden neue Dehnungsfugen hergestellt?

Eine Dehnungsfuge besteht typischerweise aus einem schmalen Freiraum zwischen zwei Bauelementen. Sie wird aus flexiblen und gleichermaßen robusten Materialien wie Silikon oder Epoxidharz verfüllt. Silikon bietet den Vorteil, dass es flexibel bleibt und sich an die Bewegungen und Verformungen perfekt anpassen kann, wodurch die Wirksamkeit der Fuge über die Zeit erhalten bleibt. Bei einigen Bodenbelägen werden auch spezielle Dehnungsfugenschienen oder -profile verwendet. Noch ein paar wichtige Aspekte zur Bearbeitung von Dehnungsfugen:

  • Die Breite einer Dehnungsfuge im Innenbereich sollte je nach Material etwa 5 bis 15 mm betragen. Bei Räumen ab 40 qm sind laut DIN-Norm 18352 Feldbegrenzungsfugen erforderlich.
  • Dehnungsfugen müssen von der Trenn- oder Dämmschicht bis in den darüber liegenden Belag fortgeführt werden. Sie dürfen nicht mit unflexiblen Materialien aufgefüllt werden.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Um eine saubere Abdichtung zu erzielen, kleben Sie auf beide Seiten der Fuge ein Klebeband. Ziehen Sie dieses sofort nach dem Glätten des Dichtstoffs wieder ab.

Wie werden bestehende Dehnungsfugen nachverdichtet?

Vorhandene Dehnungsfugen müssen bei Renovierungsarbeiten erhalten bleiben. Bei bereits vorhandenen Rissen können zusätzliche Dehnungsfugen Abhilfe schaffen. Verwenden Sie zum Abdichten dauerelastischen Silikondichtstoff. Mit einer Auspresspistole aus einer Kartusche kann man die Fuge besonders leicht ziehen. Damit die Fuge gut haftet, müssen die Fuge selbst und die Umgebung vollkommen trocken und staubfrei sein. Im Sanitärbereich werden Abdichtungen als Dreiecksfugen ausgeführt. Es wird nicht nur der obere Bereich der Fuge mit Dichtstoff gefüllt, sondern dieser muss auch an den Fugenrändern um einige Millimeter überstehen.

Führen Sie die Pistole mit gleichbleibendem Hebeldruck bis zum Fugenende oder in eine Ecke. Glätten Sie den Dichtstoff mit einem in Wasser befeuchteten Finger. Fügen Sie dem Wasser etwas Spülmittel zu und setzen Sie die Glättbewegung erst am Fugenende aus.

Redaktion
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