Planum für Bodenplatte mit gelben Absicherungszäunen vor blauem Himmel

Ein Planum ist weniger tief aber immer noch gleich groß wie eine Baugrube für den Keller. © Ralf-Geithe/stock.adobe.com

Fundament statt Keller: Braucht es trotzdem eine Baugrube?

Sie denken, ohne Keller brauchen Sie keine Baugrube? Falsch. Auch wenn Sie nur eine Bodenplatte für Ihr Haus planen, sind Erdarbeiten nötig. Worin sich diese vom Kelleraushub unterscheiden, was Sie bei der Planung beachten müssen und wie Sie richtig Geld sparen können, erfahren Sie hier.

Wer auf den Keller verzichtet, braucht stattdessen eine Bodenplatte als Fundament. Und dafür braucht es wie für den Keller auch eine Grube – auch als Fundamentaushub oder Planum bezeichnet. Statt mehrere Meter tief zu graben, wird für die Bodenplatte aber nur ein relativ flacher Bereich ausgehoben. Im Zuge dieser Erdarbeiten wird der nicht tragfähige Mutterboden entfernt, es wird Platz für die nötigen baulichen Maßnahmen (Frostschutz, Drainage, Kanalarbeiten, Wasser- und Stromleitungen) geschaffen und ein ebener, stabiler Untergrund für die Bodenplatte hergestellt.

Keller oder Plattenfundament: Alle Vorteile und Nachteile

Was ist unter der Bodenplatte?

Durch eine Schicht aus Kies oder Schotter wird eventuell aufsteigendes Grundwasser abgehalten. Ist der Grundwasserspiegel auf Ihrem Baugrund sehr hoch oder das Erdreich sehr nass, kann auch eine Drainage vonnöten sein.

Wie tief muss der Aushub für eine Bodenplatte sein?

Für einen Keller gräbt man mindestens ein ganzes Geschoß plus Bodenaufbau aus – das sind 2,5 bis 3 Meter. Für die Bodenplatte reichen laut Expertenangaben 80 bis 100 Zentimeter Tiefe, je nach Bodenverhältnissen und Frostschutzkonzept. Wie tief die Grube für Ihre Bodenplatte tatsächlich gegraben werden muss, wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Diese Fragen müssen bei der Planung beantwortet werden:

  • Wie hoch soll das Gelände rund um das Haus sein und welche Höhe soll der fertige Fußboden im Gebäude erreichen?
  • Wie tragfähig ist der Boden? Wie tief müssen organische Schichten (z. B. Mutterboden) abgetragen werden, um auf tragfesten Untergrund zu stoßen?
  • Drückt Grund- oder Schichtwasser von unten, das eine tiefere Baugrube für stärkere Abdichtungen oder Drainagen erfordert?
  • Welche Lasten muss die Platte tragen? Sind Streifenfundamente ?
  • Wie tief liegt die Frostgrenze? Ist der Boden so frostempfindlich, dass Randbalken oder Frostschürzen mindestens 80 Zentimeter tief in die Erde ragen müssen?
  • Wie dick sind Tragschicht, Dämmung, Abdichtung und Betonplatte zusammen?

Aushub und Erdarbeiten beim Hausbau: Das müssen Sie wissen

Im Anschluss an die Grabungsarbeiten wird das Erdreich begradigt und mit einem Rüttler verdichtet. Dann wird auf das tragfähige Erdreich eine Schicht aus Schotter bzw. Kies aufgebracht. Es folgt die Sauberkeitsschicht bzw. Rollierung, die - abhängig vom verwendeten Material - zwischen 5 cm und 15 cm stark ist. In der Regel besteht sie aus 5 cm dünnem Magerbeton - einer Mischung aus Zement und Kies.

Wie wird das Planum gesichert?

Auch die Sicherung der Baugrube ist beim Planumaushub einfacher. Wegen der geringen Tiefe genügen oft simple Maßnahmen. Es gilt aber immer: Lockerer Boden, Wasser oder schweres Gerät am Rand können selbst flache Gruben gefährlich machen. Die österreichische Bauarbeiterschutzverordnung schreibt ab einer Tiefe von mehr als 1,25 Metern vor, Böschungen, Verbauungen oder andere Stabilisierungen der Grabenwände zu schützen.

Baugrunduntersuchung: Methoden, vorgehen, Kosten

Wie groß muss der Aushub für eine Bodenplatte sein?

Während es bei der Tiefe und dem Volumen einen massiven Unterschied gibt, bleibt man bei der Größe der beiden Aushube in ähnlichen Dimensionen. Sie müssen auch ohne Keller rund um die Bodenplatte Arbeitsraum einplanen. Häufig werden 70 bis 100 Zentimeter ringsum geplant – das sind jedoch Richtwerte, keine starren Vorschriften. Bei einer von oben geschalten Platte kann weniger reichen, bei Randdämmung oder Böschungen brauchen Sie mehr.

Perimeterdämmung anbringen: So geht das

Erbauunternehmen in Ihrer Region

Sie sind auf der Suche nach einem Profi für Ihren Baugrubenaushub. Nutzen Sie unsere Find' den Profi Firmensuche - mit wenigen Klicks zum idealen Baupartner!

Find' den Erdbau-Profi

Gewerke, die mit der Planung und Ausführung zu tun haben

Die Erdarbeiten führt ein Erdbauunternehmen aus. Involviert sind aber mehrere Gewerke bzw. Fachleute. Dazu gehört der Architekt, der die Gebäudehöhe und den Geländeanschluss festlegt. Koordiniert die Einreichung und stimmt sich mit der Baubehörde ab. Die Bodenbeschaffenheit entscheidet über die Tiefe und Sicherung der Baugrube. Ein Geotechniker führt dafür Bohrungen oder Schürfe am Baugrund durch und beurteilt die Tragfähigkeit, Setzungen, Grundwasser und Frostempfindlichkeit. Empfiehlt gegebenenfalls Bodenaustausch oder Bodenverbesserung.

Gründungsart, Plattendicke und Fundamente werden vom Statiker berechnet. Nachdem die Gebäudeachsen abgesteckt und die Höhenpunkte eingerichtet sind, beginnen die Grabungen. Das Erdbauunternehmen kümmert sich um die Abtragung des Oberbodens, die Lagerung oder Entsorgung des Grabungsmaterials und die Herstellung der Tragschichten. Dafür braucht es einen detaillierten Ausführungsplan. Das Installationsunternehmen schließlich kümmert sich um die Verlegung von Kanal, Wasser, Strom und alle anderen Leitungen.

Tipp: Binden Sie die Profis für den Kanal rechtzeitig ein, damit Leitungsgräben und Hauseinführungen vor dem Betonieren fertig sind.

Nach dem Aushub kommt der Bau: Alles zur Konstruktion von Bodenplatten und Fundamenten

Redaktion
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG