4 Männer in Anzug udn eine Frau im hellblauen Hosenanzug stehen lächelnd nebeneinander auf der Bühne der Pressekonferenz

4 Männer in Anzug udn eine Frau im hellblauen Hosenanzug stehen lächelnd nebeneinander auf der Bühne der Pressekonferenz © MVÖ

Mietervereinigung fordert maximal 25 % Wohnkostenanteil

Renommierte Expertinnen und Experten fordern eine Begrenzung der Wohnkosten auf maximal 25 Prozent des Haushaltseinkommens und präsentieren mehrere politische Forderungen, um dieses Ziel umzusetzen.

Die Wohnkostenbelastung in Österreich und Europa ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen und stellt viele Haushalte vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Angesichts der steigenden Mieten und Wohnnebenkosten fordert die Internationale Union der Mieter (IUT) eine Begrenzung der Wohnkosten auf maximal 25 Prozent des verfügbaren Einkommens. Diese Maßnahme soll das Wohnrecht sichern und zur Verringerung sozialer Ungleichheiten beitragen. Gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund, der Mietervereinigung und den gemeinnützigen Bauträgern wurden kürzlich Forderungen und Lösungsansätze zur Verringerung der „Wohnkostenbelastung“ präsentiert. „Die Mieten steigen und steigen. Mehr und mehr können sich das Wohnen nicht mehr leisten. 25 Prozent des Einkommens muss für das Wohnen reichen. Das hilft den Menschen und das hilft der Wirtschaft. Übergewinne in der Immobilienbranche gefährden den Wohlstand aller“, so fasst Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreich, das Themenfeld zu Beginn der Pressekonferenz zusammen.

Indexierung abschaffen, Betriebskosten fairer machen

Die steigenden Mieten stellen eine zunehmende Herausforderung am österreichischen Wohnungsmarkt dar, insbesondere im privaten und ungeregelten Sektor, wie Elke Hanel-Torsch, Vorsitzende der Mietervereinigung Wien, betont. Sie kritisiert die Untätigkeit der Bundesregierung in den letzten fünf Jahren und fordert durchgreifende Maßnahmen gegen die Teuerung beim Wohnen ein. Ihre Vorschläge umfassen die Abschaffung von Indexierungen, Befristungen und Bodenspekulation, um ein gerechteres Mietrecht mit realistischen Preisgrenzen und fairen Betriebskosten zu etablieren. Auch die Einführung von Strafen für gesetzeswidrig handelnde Vermieter steht auf ihrer Agenda.

Gemeinnützige stärken

Michael Gehbauer, Obmann der Landesgruppe Wien (Gemeinnützige Bauvereinigungen), hebt hervor, wie essenziell der gemeinnützige Wohnungsbau für die Bereitstellung leistbarer Mieten in Wien ist. Er sieht es als Ziel, die Wohnkostenbelastung in Relation zum Einkommen möglichst gering zu halten, wobei eine Belastung von 25 Prozent des Einkommens als ambitioniert, aber machbar betrachtet wird. Durch die neuen Wohnbeihilfenregelungen soll dies sogar für Menschen mit geringem Einkommen realisierbar sein.

Auch in Deutschland fordert Lukas Siebenkotten, Präsident des Deutschen Mieterbundes, mehr Einsatz für den gemeinnützigen Wohnungsbau. Er bemängelt, dass in Deutschland weniger als 20 Prozent der Wohnungen in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand sind, was zu wenig sei, um den Wohnungsmarkt wirksam im Sinne der Mieter zu beeinflussen. Er sieht Wien hier als Vorbild und plädiert für die Wiedereinführung der 1990 abgeschafften Wohnungsgemeinnützigkeit sowie für staatliche Zuschüsse, um auch Menschen mit niedrigem Einkommen den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen.

Wohnen ist ein Menschenrecht

Klaus Mindrup, Mietexperte und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, unterstreicht das Menschenrecht auf Wohnen und verweist auf Wien als lebendiges Beispiel dafür, wie die Sicherung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums gelingen kann. Er appelliert an Deutschland, von Wien zu lernen, besonders angesichts der wachsenden Bevölkerung, um schnellstmöglich Fortschritte zu erzielen.

Die hier zitierten Forderungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und langjährigen Erfahrungen. Eine klare Begrenzung der Wohnkostenbelastung auf 25 Prozent des Einkommens bis 2030 ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um die Lebensqualität vieler Menschen nachhaltig zu verbessern.

Redaktion
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