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Freshkills Park: Von Müll zu Grün

Drei Mal so groß wie der Central Park soll er werden: Aus New Yorks Müllkippe entsteht in Staten Island der Freshkills Park, eine idyllische Grünanlage, die auf mehreren Millionen Tonnen Müll gebaut wird.

Zu ihren Hochzeiten in den 80er Jahren nahm die Fresh Kills Deponie bis zu 26.000 Tonnen Abfall auf, pro Tag. Zwischen der Eröffnung im Jahr 1948 und der Schließung im Jahr 2001 ergibt das 150 Millionen Tonnen Müll. Darunter litt nicht nur die Natur, sondern auch die Anwohnerschaft: Fresh Kills war in Staten Island über Jahre hinweg in erster Linie aufgrund seines – vor allem im Sommer – beißenden Gestanks berüchtigt. Es war ein Ort, den man um jeden Preis mied, ein Schandfleck, nicht nur in ästhetischer, sondern auch in emotionaler Hinsicht. So diente Fresh Kills nach seiner offiziellen Schließung im März des Jahres 2001 auch als letzte Ruhestätte für den Bauschutt der Twin Towers nach den Terroranschlägen vom 11. September. 1,7 Millionen Stunden lang waren Forensiker und Polizisten in Schutzanzügen auf der Deponie tätig, um menschliche Überreste zu bergen. Ein tragisches, komplexes Erbe, das vielen New Yorkern schwer im Magen liegt und die ehemalige Deponie als ein Symbol der nationalen Trauer in die Geschichtsbücher eingehen ließ.

Die Müllkippe von New York

Einen solchen Ort in eine Erholungsoase für Mensch und Tier zu verwandeln, ist kein Zuckerschlecken – dessen waren sich auch die Verantwortlichen bewusst. Freshkills Park ist nicht nur eine Herkulesaufgabe, die harte Arbeit, ausgeklügelte Technik, Bürokratie und Geduld erfordert, sondern auch ein Vorhaben, das vor allem in seinen Geburtsstunden bei den Anwohnern für Skepsis sorgte. Im Gegensatz zum New Yorker Central Park, der als Kult-Treffpunkt in der Millionenmetropole gilt, wurde dem Freshkills Park nur wenig Begeisterung entgegengebracht. Während ein Teil der Bewohner des New Yorker Stadtteils Staten Island der Aufwertung ihrer Landschaft (und der Beseitigung des Gestanks) erleichtert entgegensahen, ließen sich andere nur schwer von der Nützlichkeit des Projekts überzeugen. Die Bedenken in Hinblick auf die Sicherheit waren vor allem zu Beginn der Arbeiten groß: Sorgen um Sickerwasser, aufsteigende Dämpfe und potenziell krebserregendes, wenn nicht sogar radioaktives Material dämpften die Begeisterung.

Und tatsächlich: Von heute auf morgen wird aus der einst größten Mülldeponie der Welt kein Freizeitparadies. Das liegt nicht nur an den baulichen Herausforderungen, sondern vor allem an den gesundheits- und umweltschädlichen Gasen und Giftstoffen, die von den 150 Millionen Tonnen Müll ausgehen – egal, ob er unter der Erde liegt, oder nicht. Und auch das Ökosystem von Freshkills Park musste von Grund auf neu aufgebaut werden, denn der Schaden, den die Deponie für die Umwelt, die umgebende Natur und die Region hinterlassen hat, ist enorm. Bei der Eröffnung der Müllkippe in den 1940er Jahren, wurde der Bereich als wertloses Feuchtgebiet abgestempelt – tatsächlich handelte es sich aber um ein äußerst fruchtbares und nützliches Marschland, das als natürlicher Wasserfilter diente und vielen verschiedenen Pflanzen- und Tierarten eine Lebensgrundlage bot. Daher stammt im Übrigen auch der durchaus morbide anmutende Name: Fresh Kills (als Mülldeponie getrennt, als Park zusammengeschrieben) leitet sich aus dem mittelholländischen Wort „kille“ ab, das so viel wie Bach bedeutet. Von frischem Wasser konnte in Fresh Kills allerdings lange Zeit nicht die Rede sein. Durch die massive Verschmutzung wurde die ansässige Flora und Fauna rasch verdrängt und hauptsächlich durch Schilfgras und Seemöwen ersetzt. Auch Ratten und streunende Hunde wurden von den Abfällen angezogen und entwickelten sich zusehends zum Problem für die Arbeiter auf der Deponie. In den späten 80er Jahren sorgte Fresh Kills sogar für eine Umweltkatastrophe. Bei der sogenannten „Spritzenflut“ wurde eine erhebliche Menge an medizinischem Abfall aus der Müllhalde an die Strände von Jersey Shore gespült. Die Stadt New York wurde damals mit einer Strafzahlung von über einer Million Dollar zur Kasse gebeten.

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Julia Pauss
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