Greenpeace: Das sind die trostlosesten Betonwüsten Österreichs!
Österreichs Städte leiden unter zu viel Beton. Greenpeace hat nun die grauesten Plätze des Landes gekürt. Die Umweltorganisation fordert eine Begrünungsoffensive von Bund, Ländern und Gemeinden. Welche Plätze betroffen sind, erfahren Sie hier.
Grau, grauer, Großstadt. In Österreich gibt es zu viel Beton, und das ist nicht nur für die Umwelt schlecht, sondern senkt auch die Lebensqualität in Städten. Greenpeace hat mit der Initiative "Österreichs 9 Betonschätze – Raus aus Grau!" nun die grausten Plätze des Landes ermittelt und präsentiert. Ziel ist es, auf die Notwendigkeit von mehr Grünflächen in urbanen Räumen aufmerksam zu machen und konkrete Veränderungen anzustoßen.
Das sind die 9 grausten Plätze in Österreich
Die Umweltschutzorganisation hat in einer Kombination aus öffentlicher Abstimmung und Jurybewertung die folgenden neun Orte als die grausten Betonwüsten Österreichs identifiziert:
- Burgenland: EKO Oberwart
- Kärnten: Parkplatz von Hofer in Villach
- Niederösterreich: Selten genutzte Parkplatzfläche in Wiener Neustadt
- Oberösterreich: Urfahraner Marktgelände in Linz
- Salzburg: Kapitelplatz in Salzburg
- Steiermark: Parkplatz Shopping City Seiersberg
- Tirol: Parkplatz Ski-Optimal im Hochzillertal
- Vorarlberg: Symphonikerplatz in Bregenz
- Wien: Areal Neu Marx
Experten fordern Umdenken in der Stadtplanung
Die Auszeichnung der "Betonschätze" wird von Fachleuten unterstützt, die ein Umdenken in der Stadtplanung fordern. Prof. Angelika Psenner von der TU Wien betont, dass nicht jeder versiegelte Platz per se ein Problem darstelle, kritisiert jedoch die autozentrierte Stadt- und Raumplanung des 20. Jahrhunderts, die wertvolle Bodenflächen verschwendet.
Prof. Franz Essl von der Universität Wien weist auf die alarmierenden Zahlen des täglichen Bodenverbrauchs hin: "Täglich werden zehn Hektar in Österreich neu verbaut. Das ist eine größere Fläche als alle Fußballplätze der Bundesligavereine zusammen!"
Begrünung bringt wirtschaftliche Vorteile
Die Begrünung von Städten und die Entsiegelung von Flächen haben auch wirtschaftliche Vorteile. Grünere Innenstädte können die Lebensqualität erhöhen und somit die Attraktivität für Bewohner und Besucher steigern. Dies kann positive Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel und die Immobilienbranche haben.
Daniel Fügenschuh, Präsident der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen, sieht in der kreativen Nutzung des Gebäudebestands und der Wiederbelebung von Ortskernen große Chancen: "Wir wissen, dass wir mit kreativen Lösungen im Gebäudebestand qualitätsvolle Räume schaffen können."
Konkrete Maßnahmen von der Politik gefordert
Greenpeace nutzt die Aufmerksamkeit um die "Betonschätze", um konkrete politische Forderungen zu stellen. Die Umweltschutzorganisation verlangt von der Bundesregierung:
- Festlegung eines verbindlichen Zielpfads zur Reduktion des Bodenverbrauchs
- Einführung quantitativer Grenzwerte zur Eindämmung des Bodenverbrauchs
- Initiierung einer bundesweiten Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive
Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den öffentlichen Raum klimaangepasst und lebenswert zu gestalten.
Chance für nachhaltige Stadtentwicklung
Die Kür der "9 Betonschätze" durch Greenpeace ist mehr als nur eine Anprangerung von Missständen. Sie bietet Städten und Gemeinden die Chance, ihre Entwicklung neu zu überdenken und nachhaltige Konzepte umzusetzen. Eine Begrünung und Entsiegelung von Flächen kann nicht nur ökologische Vorteile bringen, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner verbessern und neue wirtschaftliche Impulse setzen. Es liegt nun an den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, diese Herausforderung anzunehmen und Österreichs Städte fit für die Zukunft zu machen.
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