Eine Marmorstatue einer sitzenden Frau hält ein Schwert und ein Buch in einer Hand. Sie befindet sich zwischen reich verzierten Säulen in einem kunstvollen Innenraum.

Justitia © Wikipedia

Die ÖFV-Ombudsstelle bietet rasche Unterstützung

Kompetenz, Service und Hilfe: Das bietet die Ombudsstelle des Österreichischen Fertighausverbandes. Und wer in ein Bauprojekt startet, ist für jede Info und Hilfestellung in unvorhergesehenen Situationen dankbar. Wir haben uns mit den Mitgliedern des Ombudsteams über die wichtigsten Aufgaben und typischen Herausforderungen unterhalten.

Seit wann gibt es die Ombudsstelle des Österreichischen Fertighausverbandes?

Die Schlichtungsstelle, wie wir sie heute kennen – also ein Team bestehend aus einem gerichtlich beeideten Sachverständigen, einer Mediatorin und einem Juristen – gibt es seit dem Jahr 2010. Aber bereits davor stand ein Sachverständiger für Fertighäuser für die Anliegen der Konsumenten rund ums Fertighaus zur Verfügung. Mit der Zeit haben wir aber erkannt, dass eine vollumfassende Beratung sowohl die Kommunikationsschiene als auch juristische Sachkenntnis erfordert, und so ist unser heutiges Team entstanden.

Warum ist das Ombudsteam wichtig?

Obwohl ein Fertighausprojekt in seiner Abwicklung den Bauherrn vieles an Zeit und organisatorischem Aufwand erspart, ist es immer noch ein Bauvorhaben, in das die Bauherrn nicht nur viel Herzblut, sondern auch erhebliche finanzielle Mittel investieren. Dementsprechend starke Emotionen sind im Spiel, sobald nicht alles nach Plan läuft. Und genau da sehen wir unsere Rolle: Mit profunder Fachkenntnis zwischen den Beteiligten als unabhängige Instanz zu schlichten und an einer für alle zufriedenstellende Lösung herbeizuführen.

Was sind Ihre Hauptaufgaben und welches Ziel hat Ihre tägliche Arbeit?

Zu Vermitteln. Wie bereits erwähnt, sind bei jedem Bauvorhaben starke Emotionen im Spiel, die es zuerst mal erfordern, für alle Beteiligten eine sachliche Kommunikationsbasis zu schaffen. Eine wesentliche Aufgabe ist es – so banal das auch klingen mag – dafür zu sorgen, dass die Bauherren und die Fertighausunternehmer nicht aneinander vorbeireden. Erst wenn diese Grundlage gegeben ist, können sich alle Beteiligten auf die sachlichen Themen konzentrieren.

Warum kommen Bauinteressierte bzw. Fertighauskunden zu Ihnen?

Mittlerweile hat sich die Schlichtungsstelle zu einer großen Informationsplattform entwickelt. Wir informieren zahlreiche künftige Bauherren bereits im Vorfeld ihres Bauvorhabens über die wichtigsten Dos and Don'ts. Und während des Bauens selbst wenden sich die künftigen Besitzer, aber auch die Unternehmen, zumeist mit technischen Anliegen an uns.

Gibt es auch Situationen, in denen Hersteller Ihre Hilfe suchen?

Wir sind Informations- und Schlichtungsstelle für die Bauleute genauso, wie für die Hersteller. Letztere sehen darin den Mehrwert, recht rasch, unparteiisch und unbürokratisch eine Lösung für alle Beteiligten zu suchen.

Was sind die typischen Themen, mit denen Sie in Ihrer Arbeit konfrontiert werden?

Neben Fragen zur Gewährleistung nach der Fertigstellung sind es vor allem Fragen im Rahmen des Verkaufsprozesses. Viele Bauherrn informieren sich mittlerweile in diversen Internetforen zu juristischen Fragestellungen, möchten aber dann – glücklicherweise – eine Bestätigung und/oder ergänzende Informationen zu verschiedensten zivilrechtlichen Fragestellungen erhalten.

Welche Herausforderungen stellen sich Ihnen auf der psychologischen Ebene?

Der Weg zum eigenen Traumhaus ist mit großen Emotionen verbunden, welche schon mal bei scheinbar geringen Problemen zu spürbaren Belastungen führen können. Hilfestellung von einem unparteiischen Dritten, wie wir es sind, zeigt den Bauleuten, dass solche Probleme bewältigbar sind. Wichtig ist es, den Bauleuten dabei zu helfen, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und die Probleme stets nüchtern und sachlich zu betrachten.

Gibt es Situationen, in denen Sie „aufgeben“ müssen? In denen eine außergerichtliche Einigung nicht möglich ist?

Wir sind glücklich, dass wir in etwa 95 Prozent der Fälle eine Lösung gemeinsam mit den Bauleuten und den Herstellern erzielen können. In den wenigsten Situationen gelingt uns es nicht. Der Weg zum Gericht ist aber nicht nur sehr kostenintensiv, sondern in vielen Fällen ist dessen Ausgang auch ungewiss. Eine Schlichtung, beispielsweise im Rahmen einer Mediation, ermöglicht, dass alle Beteiligten im Rahmen eines neutralen Umfelds gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Nur eine Lösung, an der alle beteiligten Seiten gearbeitet haben, ist letztendlich auch zufriedenstellend.

Ein großes Thema in Ihrer Arbeit sind Bau- bzw. Ausführungsmängel, die von Kundenseite beanstandet werden. In welchen Angelegenheiten müssen Sie hier oft vermittelnd bzw. regulierend eingreifen?

Ein Fertighaus kann in drei verschiedenen Ausbaustufen erworben werden: als Ausbauhaus, als belagsfertiges Haus und als schlüsselfertiges Haus. Jene Bauherren, die sich für eine niedrige, naturgemäß günstigere Ausbaustufe entscheiden und am Haus noch Eigenleistungen ausführen, vergessen die Schnittstellenproblematik. Bei künftigen Baumängeln ist es dann oft schwer feststellbar, ob der Mangel seine Ursache im Bereich der Eigenleistung hat oder vom Hersteller zu verantworten ist. Dies sollte jedenfalls bei der Planung mitberücksichtigt werden.

Welche Tipps haben Sie für künftige Fertighausbesitzer? Was sollten sie beachten, um möglichst nicht in schwierige Situationen zu kommen?

Sich umfassend zu informieren. Es ist wichtig, sich im Vorfeld eines Bauvorhabens Zeit zu lassen, sorgfältig Informationen zu sammeln und in Ruhe die Ideen über das künftige Traumhaus reifen zu lassen. Bei Fragen fachlicher Natur stehen wir den künftigen Eigenheimbesitzern natürlich gerne zur Verfügung.

Veronika Kober
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