Wohnung abkühlen: Die besten Tipps gegen angestaute Sommerhitze
Die Sonne ist längst untergegangen, doch in Ihrer Wohnung herrschen noch immer über 30 Grad? Gerade Dachgeschosswohnungen speichern die Hitze oft bis tief in die Nacht. Mit den richtigen Maßnahmen bekommen Sie die angestaute Sommerhitze deutlich schneller aus Ihren Räumen.
- Warum sich Wohnungen im Sommer so stark aufheizen
- Der wichtigste Grundsatz: Lüften Sie erst, wenn es draußen kühler ist
- Stoßlüften reicht im Sommer oft nicht aus
- Ventilator richtig einsetzen: So transportieren Sie warme Luft nach draußen
- Dachgeschosswohnungen richtig abkühlen
- Morgens rechtzeitig wieder alles schließen
- Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
- Helfen nasse Handtücher wirklich?
- Die beste Reihenfolge: So bekommen Sie die Hitze schnell aus der Wohnung
- Wann lohnt sich eine mobile Klimaanlage?
Eine aufgeheizte Wohnung fühlt sich oft wie ein Backofen an – selbst dann, wenn es draußen bereits wieder angenehm kühl ist. Der Grund: Nicht nur die Luft, sondern auch Wände, Decken, Böden und Möbel speichern Wärme und geben sie über viele Stunden wieder ab. Deshalb reicht es meist nicht aus, einfach ein Fenster zu öffnen. Entscheidend ist, die warme Luft gezielt aus der Wohnung zu transportieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass möglichst viel kühle Nachtluft nachströmt. Mit den folgenden Tipps gelingt das deutlich effektiver.
Warum sich Wohnungen im Sommer so stark aufheizen
Gebäude wirken an heißen Tagen wie riesige Wärmespeicher. Sonnenstrahlen treffen auf Dach, Fassade und Fenster und erwärmen die Bausubstanz. Ein Teil der Wärme gelangt direkt in die Wohnräume, der Rest wird in Wänden, Decken und Möbeln gespeichert. Diese gespeicherte Energie wird anschließend über viele Stunden wieder abgegeben. Deshalb fühlt sich eine Wohnung häufig noch mitten in der Nacht unangenehm warm an.
Besonders betroffen sind Dachgeschosswohnungen und Wohnungen mit großen Fenstern nach Süden oder Westen. Auch Dämmung spielt eine wichtige Rolle: schlecht gedämmte Dächer erhitzen die darunterliegenden Räume erheblich schneller, und auch ohne außenliegenden Sonnenschutz verschlechtert sich die Situation. Vorsicht geboten ist außerdem bei Elektrogeräten, denn diese geben zusätzliche Wärme ab. Während einer Hitzewelle kann auch ein Laptop zum kleinen Ofen werden.
Dachgeschossbewohner sind von der Hitze besonders getroffen. Wird falsch gelüftet, kann es in der Wohnung über 30 Grad betragen, selbst, wenn die Außentemperatur bereits abgekühlt ist. © vita/stock.adobe.com
Der wichtigste Grundsatz: Lüften Sie erst, wenn es draußen kühler ist
Viele Menschen reißen bereits am frühen Abend alle Fenster auf. Das bringt jedoch oft kaum Abkühlung. Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern der Temperaturunterschied zwischen innen und außen. Solange draußen noch wärmere Luft herrscht als in der Wohnung, gelangt zusätzliche Hitze ins Gebäude. Kontrollieren Sie deshalb die Außentemperatur mit einem Thermometer oder einer Wetter-App. Erst wenn die Temperatur draußen niedriger ist als in Ihrer Wohnung, lohnt sich intensives Lüften.
Tipp: Innentüren öffnen!
Öffnen Sie möglichst alle Innentüren während des Lüftens. Dadurch verbessert sich der Luftaustausch in der gesamten Wohnung deutlich.
Stoßlüften reicht im Sommer oft nicht aus
Im Winter genügt kurzes Stoßlüften, um verbrauchte Luft auszutauschen. Im Sommer sieht das anders aus. Ist die Wohnung den ganzen Tag aufgeheizt worden, müssen nicht nur die Luft, sondern auch Wände und Möbel langsam auskühlen. Deshalb sollten Sie möglichst über mehrere Stunden oder – wenn es sicher möglich ist – die ganze Nacht lüften.
Ventilator richtig einsetzen: So transportieren Sie warme Luft nach draußen
Ein Ventilator kühlt die Raumluft nicht selbst ab. Er bewegt lediglich die vorhandene Luft. Richtig eingesetzt kann er jedoch dabei helfen, die heiße Luft deutlich schneller aus der Wohnung zu befördern.
Die beste Methode besteht darin, den Ventilator etwa einen halben bis einen Meter vor ein geöffnetes Fenster zu stellen und ihn nach draußen blasen zu lassen. Dadurch wird warme Luft aus dem Raum gedrückt, während über andere geöffnete Fenster kühlere Außenluft nachströmt. Der Abstand zum Fenster sorgt dafür, dass der Luftstrom zusätzlich Umgebungsluft mitreißt. Dadurch arbeitet diese Methode häufig effizienter, als den Ventilator direkt ins Fenster zu stellen.
Eis hinter den Ventilator stellen: Funktioniert der Trick wirklich?
In sozialen Netzwerken wird häufig empfohlen, eine Schüssel mit Eis oder gefrorenen Kühlakkus vor oder hinter einen Ventilator zu stellen. Tatsächlich kann dieser Trick einen kleinen Kühleffekt erzeugen: Die Luft wird durch das Eis leicht abgekühlt und fühlt sich kurzfristig angenehmer an.
Für die Temperatur in der gesamten Wohnung bringt die Methode allerdings kaum etwas. Die Menge an Eis ist im Vergleich zur gespeicherten Wärme in Wänden, Möbeln und Raumluft viel zu gering, um einen ganzen Raum spürbar herunterzukühlen. Der Effekt beschränkt sich meist auf den Bereich direkt vor dem Ventilator und hält nur so lange an, bis das Eis geschmolzen ist. Wer sich beispielsweise am Schreibtisch oder auf dem Sofa etwas Abkühlung verschaffen möchte, kann den Trick also durchaus ausprobieren.
Ein Ventilator kann zwar nur Luft verteilen und nicht kühlen, aber richtig eingesetzt ist er im Sommer unverzichtbar. © stokkete/stock.adobe.com
Dachgeschosswohnungen richtig abkühlen
In Dachgeschosswohnungen sammelt sich die größte Hitze direkt unter dem Dach. Sobald die Außentemperatur sinkt, sollten Sie Dachfenster möglichst früh öffnen. Kombinieren Sie diese mit einem geöffneten Fenster in einer tieferen Etage oder auf der gegenüberliegenden Wohnungsseite. So entsteht ebenfalls ein Kamineffekt, der die warme Luft besonders effektiv nach draußen transportiert.
Tipp: Insektenschutz nicht vergessen!
Verwenden Sie an geöffneten Fenstern Insektenschutzgitter. So können Sie die Wohnung auch in warmen Sommernächten länger lüften, ohne von Mücken oder anderen Insekten gestört zu werden.
Morgens rechtzeitig wieder alles schließen
Sobald die Außentemperatur wieder steigt, sollten Sie alle Fenster schließen.
Anschließend gilt:
- Rollläden schließen
- Außenjalousien herunterlassen
- Vorhänge schließen
Außenliegender Sonnenschutz ist dabei deutlich wirksamer als Vorhänge oder Rollos im Innenraum. Er verhindert, dass sich die Fensterscheiben überhaupt erst stark aufheizen.
Im Notfall können Fenster auch mit Karton oder Rettungsdecken abgedichtet werden. Wichtig: Decken oder Folien müssen immer an der Außenseite angebracht werden, sonst kann das Fenster zerspringen!
Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
Ist Ihre Wohnung einmal abgekühlt, sollten Sie möglichst wenig neue Wärme erzeugen. Verzichten Sie möglichst auf Backofen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, leistungsstarke Computer und unnötige Beleuchtung während den heißesten Stunden. Heißes Essen wie Nudeln, Kartoffeln und Co kann in den kühlen Morgenstunden bei geöffneten Fenstern vorgekocht und dann im Kühlschrank gelagert werden.
Kühlen ohne Klimaanlage: Was sie über Kühldecken wissen müssen!
Helfen nasse Handtücher wirklich?
Der Tipp, feuchte Handtücher in der Wohnung aufzuhängen, hält sich hartnäckig. Tatsächlich entsteht durch die Verdunstung ein leichter Kühleffekt. Gleichzeitig steigt jedoch die Luftfeuchtigkeit. Gerade an schwülen Sommertagen kann sich die Wohnung dadurch sogar noch unangenehmer anfühlen. Für dauerhaftes Abkühlen eignet sich diese Methode daher nur eingeschränkt. Verwenden Sie nasse Handtücher lieber, um sie in den Nacken oder auf die Arme zu legen und ihren Körper direkt zu kühlen.
Die beste Reihenfolge: So bekommen Sie die Hitze schnell aus der Wohnung
Wenn sich Ihre Wohnung tagsüber stark aufgeheizt hat, hat sich diese Vorgehensweise bewährt:
- Prüfen Sie, ob die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt.
- Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster vollständig.
- Öffnen Sie alle Innentüren.
- Öffnen Sie zusätzlich vorhandene Dachfenster.
- Stellen Sie einen Ventilator etwa einen Meter vor ein Fenster und lassen Sie ihn nach draußen blasen.
- Lüften Sie möglichst über mehrere Stunden oder die ganze Nacht.
- Schließen Sie morgens alle Fenster rechtzeitig.
- Verdunkeln Sie die Wohnung mit Rollläden oder Außenjalousien.
Wann lohnt sich eine mobile Klimaanlage?
Wenn nächtliches Lüften allein nicht ausreicht, kann ein mobiles Klimagerät eine sinnvolle Ergänzung sein. Wichtig ist jedoch der Unterschied zwischen echten Klimageräten und sogenannten Luftkühlern. Mobile Klimaanlagen mit Abluftschlauch transportieren Wärme tatsächlich nach draußen und senken die Raumtemperatur. Luftkühler ("Air Cooler") arbeiten dagegen meist mit Verdunstung und erhöhen gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit. Ihr Kühleffekt fällt daher oft deutlich geringer aus.
Damit ein mobiles Klimagerät effizient arbeitet, sollte der Abluftschlauch möglichst luftdicht nach außen geführt werden – beispielsweise mit einer Fensterabdichtung. Mehr über die Wahl der richtigen Klimaanlage erfahren Sie hier:
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