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wienwood 2025: Die besten Holzbauten Wiens

Der wienwood wird alle zwei Jahre ausgelobt und zeichnet innovative Holzbauprojekte in Wien aus. Er soll Architekten, Planer und Bauherren motivieren, verstärkt auf den nachwachsenden und CO₂-neutralen Baustoff Holz zu setzen. Hier die Gewinner 2025.

Bereits zum vierten Mal wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Architekturzentrum Wien der wienwood – Holzbaupreis verliehen. Eine hochkarätig besetzte Fachjury kürte vier Preisträger und vergab einen Sonderpreis sowie drei Anerkennungen. Der wienwood 25 wurde von proHolz Austria in Kooperation mit der Stadt Wien und unterstützt von Wiener Städtische Versicherung ausgelobt. Gewürdigt wurden die Leistungen von Bauleuten, Architektinnen und Architekten sowie ausführenden Firmen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 15.000 Euro.Ziel des wienwood ist es, das Bewusstsein für die gestalterischen Möglichkeiten, das technologische Potenzial sowie die ökologischen Qualitäten des Holzbaus zu stärken.

Die eingereichten Projekte 2025 reichten von Kleingartenhäusern über großvolumige Wohnanlagen bis hin zu Freizeit- und Gesundheitsbauten. Diese Vielfalt zeigt, dass Holz als Baustoff im urbanen Kontext zunehmend selbstverständlich eingesetzt wird. Seine Qualitäten für unterschiedlichste Funktionen und Maßstäbe werden erkannt und gezielt genutzt.

Die prämierten Projekte

Ausgezeichnet wurden der mehrgeschoßige Wohnbau Woody – M, die Trainingsschwimmhalle Großfeldsiedlung, die Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer sowie das Kleingartenhaus Villa Minimale.

Den Sonderpreis erhielt das kollektive Betriebs- und Wohngemeinschaftsprojekt SchloR – Schöner Leben. Anerkennungen gingen an die Allgemeinpsychiatrische Abteilung, Klinik Ottakring, die Sport & Fun Halle Leopoldstadt und das Gartensiedlung-Wohnhaus Haus P.

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f9c71644f5cc0811da2dadfa9f62ddc49eb079a394f5dcdb0573e6cd9b40131f Kopie.jpg © Bruno Komfar

Woody – M
Standort: Tivoligasse 11/Geschwister-Spitzer-Weg 2, 1120 Wien
Bauherrin: Palmers Immobilien,
Architektur: Freimüller Söllinger Architektur
Tragwerksplanung: RWT plus
Holzbau: Handler Bau/Holz Meissnitzer

Mitten im 12. Wiener Gemeindebezirk steht eine Wohnanlage aus Holz mit insgesamt 85 frei finanzierten Mietwohnungen auf einem durchgehenden mineralischen Sockel, in dem ein großer Supermarkt, Lagerflächen und eine Tiefgarage Platz finden. Die städtebauliche Setzung ist überzeugend. Die vier quer zur umgebenden zeilenartigen Bebauung stehenden Wohnbauten versperren den Nachbarn nicht die Sicht, sondern eröffnen neue Blickachsen. Die fünf- und sechsgeschoßigen Wohnhäuser sind in Brettsperrholzbauweise errichtet, die mit aussteifenden vorgestellten Balkonen sowie Laubengängen aus Betonfertigteilen verbunden sind. Die Wohnungen verfügen über holzsichtige Decken und eine angenehme Raumhöhe von 2,7 Metern. Um Material zu sparen, variiert die Deckenstärke je nach statischer Anforderung. Die Fassadengestaltung greift innovative Brandschutzlösungen auf: Anstelle klassischer auskragender Bleche als Geschoßtrennung sorgen vorstehende Fensterschürzen für die erforderliche Brandschutzmaßnahme. Es ist ein pragmatischer Wohnbau, der aufzeigt, welche Qualitäten eine Nachverdichtung mit Holz mit sich bringen kann. Mit seiner unbehandelten Lärchenfassade erzeugt der Holzbau im innerstädtischen Kontext wie ein Diamant eine ganz neue Art der Anziehungskraft.

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Trainingsschwimmhalle Großfeldsiedlung
Standort: Oswald-Redlich-Straße 44, 1210 Wien
Bauherrin Stadt Wien – Bäder
Architektur: ARGE illiz Wien/Zürich
Tragwerksplanung: Plantec Dr. Christian Rehbichler
Holzbau: Holzbau Ratten

Schon von außen hebt sich der Neubau mit seiner Fassade aus senkrechten Holzlatten, einem Rankgerüst, dem vollflächig verglasten Obergeschoß und der auskragenden hölzernen Dachscheibe deutlich vom Bestand ab. Zwei Brücken verbinden das alte mit dem neuen Bad. Die neue Schwimmhalle besticht als lichtdurchfluteter, fast 6 Meter hoher Raum. Die unglaublich angenehme Atmosphäre wird bestimmt von einem schlanken Holztragwerk und den geschoßhohen Verglasungen, vor denen einige alte Bäume stehen. Das Holztragwerk wurde aus Brettschichtholzstützen, weit spannenden Brettschichtholzträgern und einem Dach aus Brettsperrholz errichtet, was einen stimmigen Gesamteindruck vermittelt. Mit dem gleichen Konzept wie in der Großfeldsiedlung wird derzeit auch das Schwimmbad in Wien-Simmering erweitert. Diese Art der Transformation von bestehenden Schwimmbädern in Holzbauweise kann aus Sicht der Jury in der Stadt Wien weiter Schule machen.

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a4d706aaa256cd682e586462389a5c57b898a81e93de6351482ab51dc2e36479 Kopie.jpg © Bruno Komfar

Rudolf-Steiner-Schule Wien-Mauer
Standort: Endresstraße 113, 1230 Wien
Bauherr: Rudolf Steiner Schulverein
Architektur: Dietrich Untertrifaller Architekten, Andi Breuss
Tragwerksplanung: Holzbau KPZT
Holzbau: Handler Bau

Der Schulbetrieb der Rudolf Steiner-Schule im Wiener Stadtteil Mauer ist auf zwei einander gegenüberliegende historische Baukörper aufgeteilt, von denen einer, ein ehemaliges Herrenhaus, nun teilweise rückgebaut und durch einen Erweiterungsbau ergänzt wurde. Ganz im Sinne der Waldorfpädagogik kamen dabei überwiegend natürliche Baustoffe wie Lehm und Holz zum Einsatz, die insbesondere im Inneren ihre räumliche Wirkung entfalten: Die Innenwände wurden mit Lehmputz oder Lehmbauplatten ausgeführt, wobei für den Lehmputz die vor Ort ausgehobene Erde verwendet werden konnte. Das Volumen des Neubaus wird mit dem Altbau durch ein neues, alles überspannendes Dach formal vereint. Die neu geschaffenen Klassen- und Horträume befinden sich im ersten Obergeschoß und sind über offene Laubengänge direkt mit dem Garten verbunden.
Besonders bemerkenswert ist das Tragwerk der halb in die Erde eingegrabenen Turnhalle. Auf der Sporthalle sind Klassenräume angeordnet, deren Zwischenwand die Hallenträger in ihrer Mitte belastet. Durch eine statische Kopplung der verleimten Rippenplattendecke über der Turnhalle mit der ebenfalls verleimten und über 16 Meter spannenden
Hohlkastendecke über den Klassenräumen werden die beiden Deckensysteme durch die Mittelwand im Obergeschoß zug- und druckfest miteinander verbunden.

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46d1ae50e1edd399deaba7e5cc439b5ce2b5d07544f09c68751d1de51f86ba7e Kopie.jpg © Bruno Komfar

Villa Minimale
Standort: Kleingartenverein Michaelerwiese, 1170 Wien
Bauherr: privat
Architektur: Clemens Kirsch Architektur
Tragwerksplanung: Zotter Litschauer
Bauphysik, Haustechnik, Bauklimatik: Holzbau Pichler & Biringer

Dieses Kleingartenhaus am Rande des Wienerwalds bietet auf einer Grundfläche von 35 Quadratmeter einen überraschend großzügigen Wohnraum für eine vierköpfige Familie. Der Name des Hauses Villa Minimale ist dabei Programm, da der Architekt die strengen Regeln, denen der Bau Wiener Kleingartenhäuser unterliegt, nicht als Einschränkung, sondern als Entwurfschance gesehen hat. Unter einem mehrfach gefalteten Pultdach gruppieren sich vier gleich große Holzboxen windmühlenartig um ein zentrales, zweigeschoßiges Atrium. Im Zentrum des Wohnraums steht der Esstisch. Im oberen Geschoß führt der Weg um das kreisrunde Atrium, das zum Kommunizieren von oben nach unten und umgekehrt einlädt, zu den drei Schlafkojen, in denen jeweils nicht mehr als eine Matratze Platz hat. Dach und Wände des Gartenhauses sind aus Brettsperrholzlatten, die innen mit weiß lasierten Sperrholzplatten aus Seekiefer bekleidet sind. Außen schützt eine hinterlüftete Fassade aus unterschiedlich breiten Lärchenholzlatten die Holzkonstruktion.

Veronika Kober
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