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Sandstrahlen von Holz, Metall und Stein - alles wie neu

Alte Oberflächen erneuern ist einer der Schwerpunkte beim Renovieren und Sanieren. Mit Hilfe von Sandstrahlen schaffen Sie chemiefrei porenreine Oberflächen, wie neu.

 

Wer sich beim Sanieren mit altem Gemäuer auseinandersetzt, kennt das Problem: Entweder muss der alte Putz runter und durch einen neuen ersetzt werden. Oder die Oberfläche ist bereits so verunreinigt, dass mit einer Bürste nicht alles restlos beseitigt werden kann. Mit Wasserdruck kann auch nicht gearbeitet werden, weil sonst zu viel Feuchtigkeit ins Gemäuer eindringt.

Die Lösung bietet das Sandstrahlen. Per Hochdruck werden sogenannte Strahlmittel wie Granatsand, Korunt oder Glasperlen auf das Objekt geschossen, mit denen sich die unerwünschten Partikel effektiv von der Oberfläche trennen lassen. Quarzsand wird auch gelegentlich verwendet, ist aber stark gesundheitsgefährdend und nicht zuletzt deshalb zumindest in Deutschland bereits verboten.

Welche Strahlmittel gibt es?

Je nach Anforderung und Materialbeschaffenheit kommen verschiedene Sandstrahlmittel zum Einsatz.

Schlackenstrahlmittel ist ein preisgünstiges Einwegstrahlmittel, das aus Abfallprodukten erzeugt wird. Korund ist ein eher hochpreisiges Strahlmittel, das hauptsächlich zur Bearbeitung von Metalloberflächen verwendet wird. Mit Granatsand hingegen hat man ein Mittel mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, das in seiner Beschaffenheit weniger scharfkantig ist, wie beispielsweise Korund. Granatsand ist darüber hinaus einmalig als auch mehrmals zu gebrauchen. Besonders wenig Staub entsteht beim Einsatz von Kunststoffstrahlmitteln. Diese eignen sich besonders für die schonende Bearbeitung verschiedener Oberflächen. Mit Glasperlen lässt sich eine geringe plastische Verformung erreichen. Bei dieser Methode wird die Oberfläche weniger aufgeraut, als beim Bestrahlen mit Sand oder Korund. Eine sehr aufwendige Strahmethode ist die mit Trockeneis und -schnee, da viel Technik notwendig ist.

 

Aus dunklem 70er Jahre Chic wird dank Sandstrahlen ein freundlicher, moderner Look. © wohnprojekt.blogspot.com

Stein, Metall und vor allem Holz

Aber nicht nur altes Mauerwerk erstrahlt durch Sandstrahlen wieder wie neu, auch Möbelstücke oder Wand- beziehungsweise Deckenverkleidungen aus Holz erhalten nach einer Hochdruckbehandlung wieder ihr ursprüngliches Erscheinungsbild. Und nicht nur das: werden unbehandelte Holzflächen gesandstrahlt, treten die Jahresringe deutlicher hervor. Dadurch bekommt das Holz eine noch schönere und plastischere Struktur. Ganz wichtig: händisches Nachbearbeiten mit feinem Schleifpapierist in jedem Fall unumgänglich. Selbst sehr umsichtig ausgeführtes Sandstrahlen hinterlässt kleine Rillen. Neben Metall-, Stein- und Holzoberflächen werden auch Motoren und Maschinen mit der Sandstrahlmethode gereinigt. Auch zum Entrosten, Entlacken und Entschichten von Stahlkonstruktionen ist dieses Verfahren sehr beliebt. Betonoberflächen erstrahlen nach der Bearbeitung ebenfalls wieder in neuem Glanz.

Nichts für den Heimwerker

Einen (kleinen) Wermutstropfen gibt es dann doch. Sandstrahlen ist in der Regel nichts für den Heimwerker. Zwar gibt es im Baumarkt kleinere Kompressoren und weiteres Zubehör, aber die Strahlmittel sind sehr teuer. Wer sich nicht eine spezielle Sandstrahlkabine baut, um die Mittel mehrmals zu nutzen, zahlt schnell drauf. Vom anfallenden Schmutz, der im Zweifel nie wieder aus der Hobbywerkstatt raus geht, ganz zu schweigen. Und Finger weg vom Sandstrahlen im Freien! Außerdem ist nicht jedes Strahlmittel für jede Oberfläche geeignet. Wer sich nicht auskennt, richtet im Zweifel mehr Schaden an, als restauriert wird. Wer nicht wirklich geschickt ist und sehr häufig Sandtrahlen muss, sollte besser den Profi ranlassen. Die Preise halten sich in Grenzen – das Ergebnis ist aber deutlich hochwertiger.

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Datum: 12.06.2019
Kompetenz: Bauunternehmen