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Normen beim Bauen & Sanieren

Normen sind gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit.

"Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit."

Normen sind - einfach ausgedrückt - Regeln der Technik. Sie fördern die Rationalisierung, ermöglichen die Qualitätssicherung, dienen der Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit, vereinheitlichen Prüfmethoden etwa im Umweltschutz und erleichtern generell die Verständigung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit, um nur einige Beispiel zu nennen.

Normen werden von jenen gemacht, die sie benötigen: Wirtschaft, Konsumenten, Verwaltung, Wissenschaft. Ihre Vertreter investieren Zeit und Know-how in die Schaffung von Normen - im eigenen Interesse wie auch im Interesse der Allgemeinheit.

Diese Experten sind in den verschiedenen Fachnormenausschüssen und Arbeitsgruppen des ON Österreichisches Normungsinstitut tätig. Delegierte aus diesen Gremien wiederum vertreten den (zuvor akkordierten) "rot-weiß-roten" Standpunkt in den zuständigen europäischen und internationalen Technischen Komitees.

Damit ein (technisches) Regelwerk den Status einer Norm (in Österreich: ÖNORM) für sich in Anspruch nehmen kann, muss eine Reihe von international anerkannten Grundprinzipien eingehalten werden, die sicherstellen, dass die Norminhalte allgemein akzeptiert werden und für die tägliche Praxis geeignet sind. Dies sind:

  • Neutrale Gemeinschaftsarbeit: Alle betroffenen Kreise können und sollen durch ihre Vertreter an der Normungsarbeit auf allen Ebenen teilnehmen.
  • Konsens: Bedeutet allgemeine Zustimmung, keine Widersprüche gegen wesentliche Inhalte des Dokuments, Berücksichtigung der Gesichtspunkte aller wichtigen Parteien und Ausräumen aller Gegenargumente. In Österreich dürfen (nationale) ÖNORMEN vom zuständigen Fachnormenausschuss grundsätzlich nur einstimmig verabschiedet werden. Bei Europäischen und Internationalen Normen bedeutet Konsens jedoch qualifizierte Mehrheit.
  • Publizität: Vor Veröffentlichung muss ein Normungsdokument als Normenentwurf der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt werden. Berechtigte Einwände müssen vom zuständigen Normungsgremium berücksichtigt werden.
  • Widerspruchsfreiheit: Bei der Erarbeitung jeder Norm ist auf Widerspruchsfreiheit und Einheitlichkeit des Normenwerks auf nationaler und auf europäischer Ebene zu achten. Für die europäische Normung heißt dies: Widersprechende nationale Normen müssen zurückgezogen werden. So werden Einheitlichkeit des Normenwerks und Kontinuität zum Nutzen der Anwender - auch über Österreichs Grenzen hinaus - sichergestellt.


Jahrzehnte lang war Normung primär eine "nationale" Angelegenheit. Auch wenn heute Normen primär auf europäischer und internationaler Ebene erarbeitet werden, bleibt noch immer in bestimmten Bereichen Bedarf an nationalen Normen.


Plattform für die Erarbeitung von ÖNORMEN ist das ON Österreichisches Normungsinstitut. Rund 6.600 Experten aus Wirtschaft, Konsumentenorganisationen, Verwaltung und Wissenschaft sind in den rund 200 Fachnormenausschüssen (FNAs) des ON mit ihren etwa 850 Unterausschüssen und Arbeitsgruppen an der Erstellung von ÖNORMEN beteiligt. Sie sorgen gleichzeitig aber auch dafür, dass österreichische Interessen in den europäischen und den internationalen Normungsgremien sichergestellt werden.

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Archivmeldung: 31.03.2010