© IUNICUM GmbH

Upcylcling & Repair Cafés – Hauptsache nicht wegwerfen!

Was kaputt ist, kommt auf den Müll. Falsch! Nicht nur der Umwelt zuliebe sollten wir in Zukunft viel weniger wegwerfen als bisher. Aus alten Dingen ganz Neues entstehen lassen und einfach mal etwas reparieren statt gleich neu zu kaufen. Dank Upcycling und Repair Cafés kein Problem!

Wissen Sie noch, was ein Kesselflicker ist? Das waren früher übers Land reisende Tagelöhner, die für ein paar Münzen Kochtöpfe und Schüssel stopften. Wegen eines Lochs gleich einen neuen Topf kaufen kam besonders für ärmere Leute klarerweise nicht in Frage. Da musste eben geflickt werden.

So karg sind die heutigen Zeiten Gott sei Dank nicht mehr; doch auf den Gedanken, beschädigte Gegenstände zu reparieren, kommen die meisten Mitglieder der Wegwerfgesellschaft heute nicht mehr. Dabei sind es oft nur ein paar Kleinigkeiten, die ausgetauscht oder nachjustiert gehören. Oder es werden aus scheinbar nicht mehr Gebrauchtem dank Kreativität und Handfertigkeit ganz neue Dinge, die den Betrachter in Staunen versetzen.

Pinit

Müll + Müll = Designobjekt

Ob Taschen aus Feuerwehrschläuchen, Bücher als Schlüsselbrett oder ein ausrangierter Flugzeug-Trolley als Minibar im Wohnzimmer – mittlerweile gibt es unzählige Start-ups, die sich auf ausgefallenes Upcycling spezialisiert haben. Verbindendes Ziel: aus Wegwerfmaterialien neue Produkte kreieren. Ebenfalls eines dieser jungen Unternehmen ist IUNICUM, wo in mühevoller Handarbeit aus alten Koffern Sitzgelegenheiten hergestellt werden. Reisefieber im Wohnzimmer, sozusagen. Wer lieber selbst basteln möchte, findet auf diversen Blogs genügen Inspirationen, um mit wenigen Mitteln seine Wohnung aufzuhübschen. Die meisten Ideen brauchen höchstens einen Hammer oder etwas Klebstoff und sind selbst für Werkstattmuffel gut umzusetzen.

Reparieren unter Anleitung

Auch wenn Ihr Radio, Mixer oder Stuhl hinüber ist, und Sie gefühlt zwei linke Hände besitzen, müssen Sie nicht gleich ins Warenhaus, um neu zu kaufen. In vielen Städten gibt es sogenannte „Repair Cafés“, in denen fachkundige Freiwillige Ihnen in lockerer Atmosphäre beiseite stehen. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen.

Peter Erlebach, Gründer von wohnnet.at, hat nach seinem beruflichen Rückzug aus der Medienwelt ein solches Repariercafé im dritten Wiener Gemeindebezirk eröffnet. Jeden Donnerstagnachmittag bieten der versierte Bastler und weitere engagierte Reparaturprofis verzweifelten Techniklaien ihr Wissen an, damit diese einfach nur wieder Musik hören oder ihren Smoothie mixen können. Der Lohn ist eine freiwillige Spende. Mögliche Ersatzteile müssen selbst mitgebracht werden, dafür stehen den Hilfesuchenden eine Vielzahl an Werkzeugen und Klebstoffen zur freien Verfügung.

AutorIn:
Datum: 06.06.2016
Kompetenz: Innenarchitektur und Raumausstattung

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