Auf weißem Beistelltisch mit Tischleuchte im Hintergrund und einer Zimmerpflanze links davon steht ein Hygrometer, das eine Raumtemperatur von 28,4 Grad und eine Luftfeuchte von 58 % anzeigt.

Auf weißem Beistelltisch mit Tischleuchte im Hintergrund und einer Zimmerpflanze links davon steht ein Hygrometer, das eine Raumtemperatur von 28,4 Grad und eine Luftfeuchte von 58 % anzeigt. © Pixel-Shot/stock.adobe.com

Feuchteschutz im Gebäudeinneren

Ein Gebäude muss nicht nur vor Regen und Bodenfeuchtigkeit geschützt werden, es sollte auch die im Inneren entstehende und abgegebene Feuchtigkeit nach außen leiten, sodass das Gebäude Schaden nimmt. Hier ist die Rede von innerem Feuchteschutz.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Inwieweit die Feuchtigkeit innen den Wohnraum belastet, hängt auch vom richtigen Lüftungsverhalten der Bewohner ab.

Mit dem baulichen Feuchteschutz im Gebäudeinneren verhindert man Schäden, die durch Feuchte hervorgerufen werden. Dies geschieht mithilfe von bestimmten baulichen Maßnahmen. In bewohnten Gebäuden wird durch Menschen, Tiere und Pflanzen sowie durch Vorgänge des täglichen Lebens Feuchtigkeit produziert. Wäsche waschen, duschen und baden, Blumen gießen, kochen und schlichtweg atmen geben Feuchtigkeit ab, die von der Innenraumluft aufgenommen werden muss. Die Feuchte wird hauptsächlich in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben.

Folgen von zu viel Feuchte in Innenräumen

Feuchte verursacht unterschiedliche Schäden. So wird der Wärmeschutz vermindert und ein höherer Heizwärmebedarf entsteht, da durchfeuchtete Bauteile eine höhere Wärmeleitfähigkeit besitzen. Es kommt zu einer Verminderung der Hygiene im Raum, nicht zuletzt durch Schimmelbildung an den Wänden, dem Boden oder der Decke. Außerdem kann eine zu hohe Feuchtigkeit in Innenräumen die Statik des Baukörpers beeinträchtigen.

Taupunkt und Kondensatbildung

Wird warme Luft abgekühlt, so steigt der Luftfeuchtigkeitsgehalt zuerst bis zur Sättigung der Luft an, danach muss die Luft Wasserdampf in Form von Tauwasser oder Nebel ausscheiden. Bei Oberflächentemperaturen, die unter dem Taupunkt eines Raumes liegen, kommt es zur sichtbaren Kondensatbildung. Die Folge sind Tapetenablösung, Schimmelbildung, Schwarzwerden des Putzes etc. Bei einer Raumlufttemperatur von + 22° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 %, so beträgt die Taupunkttemperatur + 11,1° C.

Wasser diffundiert von warm zu kalt

Unter der Wasserdampfdiffusion versteht man das Strömen der Wassermoleküle von dem Ort einer höheren Feuchtigkeitskonzentration zu dem Ort einer geringeren Konzentration. Ursache für die unterschiedliche Konzentration kann entweder in einem Temperaturunterschied oder in einer unterschiedlichen relativen Luftfeuchte zwischen innen und außen bestehen. Normalerweise findet die Wasserdampfdiffusion von der wärmeren zur kälteren Bauteilseite statt. Das heißt im Winter von innen nach außen und im Sommer umgekehrt von außen nach innen.

Feuchteschutz: Sicherheit durch Dampfsperren

Eine Dampfsperrehat die Aufgabe, die Wanderung des Wasserdampfes dort zu unterbrechen, wo der Wasserdampf noch nicht so weit abgekühlt ist, dass Kondenswasser auftritt. Die Dampfsperre muss an der warmen Seite von Dämmungen angebracht werden. Sie besteht aus Stoffen, die einen hohen µ- Wert haben wie z. B. Bitumenpappe, Metallfolien oder Kunststofffolien.

Wichtiges zu Luftfeuchtigkeit Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann von ihr aufgenommen werden. Somit ist im Sommer die Luft feuchter als im Winter. Die Luft kann z. B. bei +20° C ca. 17,3 g/m³ Feuchtigkeit aufnehmen, bei +10° C ca. 9,4 g/m³ Feuchtigkeit aufnehmen und bei 0° C nur mehr ca. 4,86 g/m³.
Die relative Feuchtigkeit der Luft gibt den Prozentsatz der wirklich vorhandenen Feuchtigkeitsmenge im Verhältnis zum maximalen Sättigungsgehalt (absolute Luftfeuchtigkeit) der Luft an. Bei + 22° C Lufttemperatur und 100 % relativer Luftfeuchtigkeit enthält die Luft 19,4 g Wasserdampf je m³, bei 60 % relativer Luftfeuchtigkeit enthält die Luft 11,64 g Wasserdampf je m³.
Redaktion
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