Frau öffnet Vorhänge eines großen Fensters Innenraum mit Blick auf grünen Garten und draußen liegende Landschaft.

Frau öffnet Vorhänge eines großen Fensters Innenraum mit Blick auf grünen Garten und draußen liegende Landschaft. © Monkey Business Images/shutterstock.com

Tipps für bessere Raumluft

Aus welchen Bestandteilen setzt sich gesunde Luft und daraus resultierendes Wohlgefühl in geschlossenen Räumen zusammen? Welche Faktoren spielen hier eine Rolle? Wir sagen Ihnen, was Sie tun können, um die Raumluft zu verbessern!

Stickige, schwere Atemluft beeinflusst uns stärker, als wir denken. Sie legt sich sprichwörtlich auf unsere Stimmung, reduziert die Konzentrationsfähigkeit und lässt uns schlechter schlafen. Was aber ist "gute" oder "gesunde" Raumluft und worauf solle man achten, um eine solche zu erreichen?

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Fakten zum Thema Raumluft und Raumklima sowie ein paar richtig gute und einfache Tipps, wie Sie die Qualität Ihrer Raumluft verbessern und langfristig ein gesundes Wohnklima fördern können.

Was macht gesunde Raumluft aus?

Gesunde Raumluft ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Da wäre einmal der Sauerstoffgehalt. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung unterstützt unsere Konzentrationsfähigkeit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.

Der Gehalt an Kohlendioxid (CO₂) ist auch ein wichtiger Maßgeber für gute Raumluft. Ein zu hoher Wert hat spürbare negative Folgen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

Auch die Luftfeuchtigkeit muss passen. Ein ausgeglichener Wert sorgt für ein angenehmes Raumklima und beugt gesundheitlichen Risiken wie Austrocknen der Schleimhäute oder Schimmel vor.

Je reiner die Raumluft, desto besser bzw. gesünder ist sie auch. Schadstoffarme Luft bedeutet weniger Staub, weniger Pollen, weniger chemische Belastung – und somit bessere Gesundheit.

Je nach Art des Raumes bzw. seiner Nutzung muss auch die Raumtemperatur passen. Sie beeinflusst, wie wohl wir uns fühlen und ob wir in den eigenen Räumen entspannen können. Ein Beispiel: ist es im Wohnzimmer zu kühl, will kein Wohlgefühl aufkommen, ein zu warmes Schlafzimmer hingegen stört unsere Schlafhygiene empfindlich. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie mehr zu den idealen Raumtemperaturen.

Was hat die Raumtemperatur mit der Luftqualität zu tun?

Gute Luft hängt auch von der jeweiligen Temperatur ab. Wohnräume sollten etwa 20 bis 23 °C haben. Im Schlafzimmer sollte es immer kühler sein, als im Rest der Wohnung, idealerweise 16 bis 18 °C. Dies unterstützt einen erholsamen Schlaf und beugt nächtlichem Schwitzen vor. Im Kinderzimmer empfehlen Expertinnen und Experten eine Temperatur von ca. 20 °C. Achten Sie außerdem auf eine gleichmäßige Verteilung im Raum: Steigt die Differenz zwischen Kopf- und Fußhöhe über 4 °C, empfinden viele Menschen das Klima als unangenehm.

Im Sommer gilt: Räume beschatten, frühmorgens oder spätabends lüften und darauf achten, dass die Innenraumtemperatur nicht dauerhaft über 26 °C steigt. Lesen Sie dazu auch unseren ArtikelRatgeberartikel "Warum zu warme Räume ungesund sind".

Hinweise und Tipps

Wussten Sie?

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt täglich 8 bis 16 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgibt, die unbedingt wieder abgeführt werden muss? Am besten funktioniert das mit Lüften.

Warum sollte man die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten?

Die Luftfeuchtigkeit hat einen enormen Einfluss auf Gesundheit und Bausubstanz! Optimal sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Ist die Raumluft zu trocken, also unter 40 %, trocknen die Schleimhäute aus, Infekte haben leichtes Spiel, auch Möbel und Holzböden können Schaden nehmen. Ist es im Raum zu feucht, also über 60 % droht Schimmelbildung, Kondenswasser an den Fenstern und ein unangenehmes Raumklima.

Um für eine ausgeglichene Luftfeuchte zu sorgen, können auch Zimmerpflanzen, kleine Luftbefeuchter oder einfach das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Schalen (besonders im Winter bei Heizungsluft) hilfreich sein. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ist konsequentes Lüften und gegebenenfalls der Einsatz eines Luftentfeuchters sinnvoll. Wichtig ist jedenfalls, sich ein Hygrometer zuzulegen, um die Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu überprüfen.

Wie wird korrekt gelüftet und warum sollten Sie Zugluft vermeiden?

Es bringt nichts, die Fenster allzu lange geöffnet oder gar nur gekippt zu lassen – ein echter Luftaustausch lässt sich vor allem durch letzteres nicht herbeiführen. Besser sind bis zu viermal tägliches Stoß- (Fenster vollständig für maximal 10 Minuten öffnen) und Querlüften (gegenüberliegende Fenster oder Türen für 1 bis 5 Minuten vollständig öffnen).

Undichte Stellen an Fenstern und Türen sollten abgedichtet werden, da sie ab einer Luftgeschwindigkeit von 0,3 m/s zu unangenehmer Zugluft führen. Besonders wichtig ist, die Klima- und Belüftungsanlagen so einzustellen, dass niemals ein Zug entsteht. Dieser ist nicht nur unangenehm, sondern kann sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Achten Sie auf Zugluft: Schon ab 0,3 m/s Luftgeschwindigkeit kann sie als störend empfunden werden. Abhilfe schaffen abgedichtete Fenster und Türen sowie das richtige Einstellen von Klima- und Belüftungsanlagen.

Wie können Sie Schadstoffe in der Raumluft reduzieren?

Viele Schadstoffe sind unsichtbar und dennoch gesundheitsschädlich. Typische Quellen im Haushalt sind Reinigungsmittel mit aggressiven Chemikalien, Möbel oder Bodenbeläge mit Lösemittel- oder Formaldehyd-Ausdünstungen, Lacke, Farben und Kleber, Tabakrauch und Kerzenruß sowie Feinstaub und Pollen von draußen. Tipps zur Minimierung von Schadstoffen und damit eine bessere Raumluft:

  • Verwenden Sie ökologische, milde Reinigungsmittel.
  • Achten Sie beim Kauf von Möbeln und Baustoffen auf Umweltzeichen und Prüfsiegel (z. B. "Blauer Engel" oder "emissionsarm").
  • Kerzen, Räucherstäbchen und Duftöle nur in Maßen nutzen und nach Gebrauch immer gut lüften.
  • CO₂-Messgeräte oder Luftqualitäts-Sensoren können helfen, die Luftqualität objektiv zu überwachen.

Wussten Sie, dass bestimmte Zimmerpflanzen schädliche Stoffe aus der Luft filtern und die Luftfeuchtigkeit regulieren können? Die Klassiker unter den luftreinigenden Pflanzen sind

  • Grünlilie - robust, pflegeleicht, guter Luftreiniger.
  • Aloe Vera - produziert nachts Sauerstoff – ideal fürs Schlafzimmer.
  • Bogenhanf (Sansevieria) - filtert Schadstoffe und ist fast unverwüstlich.
  • Efeutute - bindet Schadstoffe, verbessert die Luftfeuchte.

Bitte beachten Sie aber unbedingt, bevor Sie jetzt die nächste Gärtnerei leerkaufen: Pflanzen sind eine gute Ergänzung, ersetzen aber regelmäßiges Lüften nicht!

Wie kann ich mit technischen Hilfsmitteln die Raumluft verbessern?

In besonders belasteten Umgebungen oder bei Allergien können auch technische Hilfsmittel sinnvoll sein. Vorteilhaft sind spezielle Luftreiniger mit HEPA-Filter, die Feinstaub, Pollen und teilweise auch Viren aus der Umgebungsluft filtern. Aktivkohlefilter binden zusätzlich Gerüche und Schadstoffe. Und spezielle Luftwäscher kombinieren gar die Reinigung und Befeuchtung und Raumluft.

Veronika Kober
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