Legionellen im Wasser: Gesundheitsgefahren & Vermeidung

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Wie in so vielen Dingen gilt auch bei den Legionellen: Ein paar machen nichts, zu viele werden zum Problem. Was Legionellen überhaupt sind und wie Sie ein potentielles Risiko minieren, erfahren Sie hier.

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die in der Natur vor allem im Oberflächen-Süßwasser und im Grundwasser vorkommen. Hier jedoch in einer zumeist unbedenklichen Keimzahl. Potentielle Risikoquellen sind hingegen die künstlichen Erreger-Reservoire, zu denen in erster Linie größer dimensionierte Warm- und Kaltwasseranlagen zählen, wie sie in Hotels, Studentenheimen, Krankenhäusern aber auch Mehrfamilienhäusern zu finden sind. Weitere mögliche Legionellenbrutstätten sind warme Beckenbäder mit aerosolenerzeugenden Attraktionen wie Warmsprudelbecken und -wannen, Kühltürme und -aggregate, Luftbefeuchtungsanlagen mit Aerosolbildung, künstliche wasserführende Systeme, in denen das Wasser nicht mehr als 20 Grad Celsius hat (z. B. Sprenkelanlagen). Selbst das Kühlwasser in zahnärztlichen Bohrern kann Legionellenbefall aufweisen.

Welche Gefahren Legionellen bergen

Ist ein Trinkwasserreservoire mit Legionellen in zu hoher Zahl bevölkert, so kann dies zum ernsthaften Gesundheitsproblem der BewohnerInnen werden. Die Bakterien werden durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser an die Luft übertragen und dann von uns eingeatmet. Es ist nicht gefährlich, das Wasser zu trinken, Probleme machen die Legionellen nur in der Lunge, nicht im Verdauungssystem. Innerhalb von zwei bis zehn Tagen kommt es dann zur so genannten Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung, die mit grippalen Beschwerden, Atemnot, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergeht. Ohne Antibiotikagabe kann es zu sehr schweren Verläufen mit dem Risiko von Dauerschaden oder tödlichem Ausgang (bei ca. 10 % der Erkrankten) kommen. In Österreich werden pro Jahr ca. 60 Falle entdeckt. ExpertInnen gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Besonders gefährdet sind ältere Männer, immungeschwächte Menschen, chronisch Lungenkranke, starke RaucherInnen und AlkoholikerInnen.

Wie vorgesorgt werden kann

Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 30 und 45° C, bei über 60, besser noch 70 Grad, sterben sie hingegen ab. Das Wachstum wird durch Ablagerungen, Inkrustationen oder Korrosion begünstigt. Hauptsächlich vermehren die Legionellen sich innerhalb des Wasserleitungsnetzes und dem Wasserspeicher oder Boiler. Hier nun ein paar wichtige Punkte, wie Sie in Ihrem Haushalt Legionellen verhindern können:

  • Verwenden Sie kleinere Boiler, Durchlauferhitzer und Thermen. Das Wasser wird dann erst kurz vor dem Gebrauch erhitzt bzw. in kürzeren Frequenzen ausgetauscht. Die gefährlichen 60 Grad werden so nicht unterschritten.
  • Bei großen Warmwasserspeichern, wie sie in Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden, muss die Regler-Temperatur mindestens 60 °C betragen.
  • Nicht zu lange Leitungen planen und die Wasserleitungen regelmäßig benutzen. Nach längerem Stillstand (nach Urlaub z. B.) ein paar Minuten rinnen lassen.
  • Ein hydraulischer Abgleich hilft, dass sämtliche Leitungen durchfollsen werden und die gleiche Temperatur haben.
  • Eine gute Leitungsdämmung verhindert ungewollte Wärmeverluste.
  • Legionellen lieben hartes Wasser! Der Einbau einer Wasserenthärtungsanlage kann das Risiko vermindern.

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AutorIn:

Datum: 17.05.2019
Kompetenz: Sanitärinstallation

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