Trockenbauwand aus Gipsplatten selber bauen: So geht's

Eine Trockenbau-Ständerwand ist die Alternative zur „leichten“ massiven Innenwand aus schmalen Ziegeln. Wir zeigen Ihnen, wie diese Trockenbauwand aus Gipskarton- oder -faserplatten zu bauen ist.

Gipsplatten gibt es in verschiedenen Dicken und Formaten. Die gängigsten Ausbauplatten sind 9,5 oder 12,5 Millimeter dick. Besonders schnell geht es mit Formaten von 200 bis 250 Zentimeter Länge und einer Breite von 120 Zentimetern. Sie können aber auch zu den so genannten „Ein-Mann-Platten“ greifen, die mit ihren 60 Zentimetern Breite ganz einfach allein zu transportieren und verarbeiten sind.

Für eine freistehende Trennwand im Trockenbau muss als erstes eine tragende Konstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen gebaut werden (in unserer Anleitung zeigen wir Ihnen den Bau von Metallgerüsten). Dann werden die Gipsplatten darauf montiert und nachdem die Schraubstellen und Stoßfugen verspachtelt sind und die neue Trockenbau-Oberfläche glatt geschliffen und grundiert ist, können Sie schon tapezieren, streichen oder sogar fliesen.

Schritt für Schritt zur neuen Zwischenwand

1. Schritt: Wo soll die Trennwand überhaupt hin? Für den genauen Verlauf legen Sie mit Hilfe einer Schnur oder eines Lasers sowie einer Richtlatte die genaue Positionierung der Wand fest und zeichnen Sie sie am Boden und der Decke ein.

2. Schritt: Schneiden Sie nun die UW-Profile mit einer Blechschere zu und dämmen Sie sie auf der Rückseite mit einem Dämmstreifen gegen Wärme- und Schallbrücken (!) bevor sie am Boden bzw. der Decke verschraubt werden. Die Drehstiftdübel werden in einem Abstand von etwa einem halben Meter gesetzt.

3. Schritt: Schneiden Sie nun die senkrechten Profile zu. Dafür werden die passenden Wandmarkierungen gesetzt, die Profile wieder mit Dichtungsband beklebt und dann zwischen die Horizontalprofile an Wand und Boden geklemmt. Nun in Abständen von einem halben Meter Löcher in die bestehende Wand bohren und die Profile festdübeln.

4. Schritt: Nun werden die CW-Profile für das Gerüst angebraucht. Dafür müssen diese zuerst unten in die freien Räume und dann oben die UW-Profile geschoben und exakt senkrecht ausgerichtet werden. In welchem Abstand die CW-Profile angebracht werden, hängt von Größe und Montageausrichtung (vertikal, horizontal?) der Gipsplatten ab.

5. Schritt: Ihre Zwischenwand braucht eine Tür? Dann kommt jetzt der Zuschnitt des Türsturzprofils. Damit die Tür später auch stabil ist, wird das Aussteifungs (UA)-Profil als seitlicher Türpfosten in die UW-Profile eingesetzt und zuerst einmal mit Klebeband befestigt. Setzen Sie nun das Türsturzprofil auf der gewünschten Höhe als oberen Türabschluss ein und befestigen Sie die UA-Profile einfach mit dem Türpfosten-Steckwinkel an Boden und Decke. Für ein stabiles Ergebnis sollten Sie den Sturz mit mindestens zwei CW-Profilen oberhalb der Tür und an der Decke stabilisieren und das gewählte Türmaß lot- und fluchtgerecht auf die gesamte Türöffnung übertragen.

Tipp: Für den Einbau in Gipskartonständerwände sind spezielle Türzargen erforderlich. Zargen für gemauerte Wände können nicht verwendet werden.

6. Schritt: Nun, da das Gerüst fertig ist, kann mit der Plattenverkleidung begonnen werden. Richten Sie dafür die Gipskarton- oder -faserplatten waagrecht zu Boden und Decke aus, lassen Sie dabei je einen Abstand von 10 mm und montieren Sie dann die Platten mit einem Schnellbauschrauber in 25 cm Abständen. Achtung: Kreuzfugen sind unbedingt zu vermeiden! Daher die Platten wo nötig, vor der Montage noch kürzen. Das geht ganz einfach durch Anzeichnen der korrekten Länge, einritzen mit einem Cuttermesser und über-Kante-brechen der Platte. Die Ränder der Platten dann noch mit einem Hobel glätten und die Vorderseite für den Fugenmörtel leicht abschrägen. Das gleiche machen Sie dann an der Rückseite des Ständergerüsts.

7. Schritt: Der zwischen den beiden Plattenseiten entstandene Hohlraum wird als Dämmungs-, Elektro- und/oder Sanitärinstallationsebene genutzt. Die Mineralfaser-Dämmstreifen dafür einfach zwischen die Profile drücken. Für Elektroauslässe (Schalter, Steckdosen) verwenden Sie eine Lochsäge.

8. Schritt: Nun geht es ans grundieren und verspachteln. Dank der Fase an den Platten entsteht beim Verlegen eine ausreichende Fuge für die Spachtelmasse. Verspachteln Sie offene Ränder, Stöße und Schraubenköpfe vollständig – erst quer zur Fuge, dann in Fugenrichtung abziehen. Ist die Spachtelmasse trocken (Herstellerhinweise beachten!), können Sie Unebenheiten mit einer Spachtel leicht abreiben und mit Schleifpapier nachglätten. Dann muss noch einmal drübergespachtelt werden.

9. Schritt: Ist die endverspachtelte Oberfläche komplett trocken, wird noch grundiert um Ihre neue Zwischenwand schließlich zu färbeln, zu verputzen, zu tapezieren oder zu verfliesen. Achtung: Sollen Fliesen auf die Trockenbauwand, müssen die mindestens 12,5 mm starkten Platten immer doppelt beplankt werden.

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Datum: 13.03.2018

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