Erdbeben Stärke - makroseismischen Intensitätsskala

Die Erdbebenwirkungen an der Erdoberfläche werden mit Hilfe der "makroseismischen Intensitätsskala" bewertet. In vielen Ländern, einschließlich Österreich, wird eine 12stufige Intensitätsskala verwendet, nämlich die Europäische Makroseismische Skala (EMS-92).

Makroseismische Bewertung
Die Erdbebenwirkungen an der Erdoberfläche werden mit Hilfe einer sogenannten "makroseismischen Intensitätsskala" bewertet. In vielen Ländern, einschließlich Österreich, wird eine 12stufige Intensitätsskala verwendet, nämlich die Europäische Makroseismische Skala (EMS-92). Die wichtigsten Intensitätsmerkmale der 12stufigen makroseismischen Skala werden wie folgt beschrieben:

Grad (EMS-92) und deren maximale Erdbebenwirkungen an der Erdoberfläche

  1. Nicht fühlbar: Wird nur von Erdbebeninstrumenten registriert.
  2. Kaum bemerkbar: Wird nur vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen.
  3. Schwach fühlbar: Wird von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Lampen schwingen leicht.
  4. Deutlich fühlbar: Wird im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren.
  5. Stark fühlbar: Wird im Freien von einigen, in Gebäuden von allen wachen Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Hängende Gegenstände pendeln stark, angelehnte Gegenstände können umfallen. Gelegentlich treten Haarrisse im Verputz auf.
  6. Leichte Gebäudeschäden: Viele Menschen flüchten aus den Häusern ins Freie. Möbel können von der Stelle gerückt werden. An vielen Häusern entstehen leichte Schäden (Risse im Verputz), von älteren Häusern können Verputzteile, Dachziegel oder Schornsteine herabfallen.
  7. Gebäudeschäden: Die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Gegenstände fallen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, größere Verputzteile fallen ab, Risse an Schornsteinen, Schornsteinteile fallen herab). Ältere Gebäude zeigen häufig Mauerrisse oder Schornsteineinstürze, vereinzelt auch Spalten im Mauerwerk - Einsturz von Zwischenwänden.
  8. Schwere Gebäudeschäden: Viele Personen verlieren das Gleichgewicht. Selbst schwere Möbel werden verschoben und zum Teil umgeworfen. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf, d.h. Giebelteile und Dachgesimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein.
  9. Zerstörend: Allgemeine Panik unter den Betroffenen. Viele schlecht gebaute oder alte Häuser stürzen ein, andere, auch erdbebengerechte Gebäude werden stark beschädigt.
  10. Umfangreiche Zerstörungen: Viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen. Mögliche Schäden an Dämmen und Brücken.
  11. Verwüstend: Die meisten Bauwerke, selbst mit bestmöglicher erdbebengerechter Konstruktion, werden zerstört
  12. Vollständig verwüstend. Nahezu totale Zerstörung aller über- und unterirdischer Konstruktionen.

Gebäude aus Feldsteinen, Luftziegeln und dergleichen, aber auch schlecht erhaltene Gebäude, reagieren im allgemeinen um ein bis zwei Intensitätsgrade empfindlicher als gut erhaltene Ziegelbauten oder Steinbauten aus bearbeiteten Steinen.

Starkbebenchronik für Österreich

Datum
Epizentralgebiet
Mercalli-Sieberg SkalaRichter Skala
04.05.1201Bei Murau, Stmk96,0
08.05.1267Kindberg, Stmk85,5
25.01.1348Villach-Dobratsch Ktn106,5
??.02.1468Niederösterreich85,2
04.01.1572Innsbruck, Tirol85,3
15.09.1590Südlich von Neulengbach, NÖ96,0
17.07.1670Hall in Tirol85,3
22.12.1689Innsbruck, Tirol85,3
04.12.1690Villach Ktn96,2
27.02.1768Bad Fischau-Brunn-Wr. Neustadt NÖ85,5
06.02.1794Leoben, Stmk85,3
14.03.1837Mürzzuschlag-Semmering Stmk75,0
17.07.1876Scheibbs, NÖ7,55,1
01.05.1885Kindberg, Stmk85,4
28.11.1886Nassereith, Tirol
7,55,2
01.05.1916Judenburg, Stmk74,7
25.07.1927Wartberg, Stmk75,1
08.10.192785,2
08.10.19307,55,3
08.11.193875,0
18.09.193975,0
16.04.19727,755,3


Bebenhäufigkeit
Die stärksten österreichischen Erdbeben - auch solche ohne Schadenswirkungen - treten durchwegs in den zumeist gut bekannten Erdbebengebieten auf; am häufigsten in Nordtirol (Unterinntal, Lechtaler Alpen) und in der Zone Murtal, Mürztal - Semmering - südliches Wiener Becken.


Im statistischen Mittel, also stark gerundet, gibt es alle zwei Jahre ein Beben mit einer Epizentralintensität von mindestens 6 °MSK, alle 10 Jahre ein von mindestens 7 °MSK und alle 50 Jahre ein zerstörendes Beben von mindestens 8 °MSK, Extreme Erdbeben von mindestens 9 °MSK sind bei uns zwar selten, aber in den vergangenen 800 Jahren immerhin viermal aufgetreten.

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Autor:

Datum: 11.09.2010

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