Maßnahmen zur Wasserhaltung: Geschlossen und offen

Die Maßnahmen zur Wasserhaltung dienen dazu, das Oberflächenwasser zu entfernen und den (Grund)Wasserspiegel unter die Baugrubensohle abzusenken. Unterschieden werden die offene und die geschlossene Wasserhaltung.

Unter Wasserhaltung wird jedes Verfahren gemeint, das dazu dient, Wasser aus der Baugrube abzuführen. Bei der offenen Wasserhaltung geschieht dies über Abpumpen.

Wenn das Grundstück ins Grundwasser reicht oder starke Niederschläge zu vermehrter Wasseransammlung geführt haben, muss gehandelt werden, denn Wasser hat in einer Baugrube nichts verloren - zumindest langfristig. Methoden zur Abführung gibt es unterschiedliche:

Die offene Wasserhaltung

Offene Wasserführung bedeutet, dass das Grund-, Oberflächen- und Regenwasser über Gräben offen, sprich sichtbar abgeführt wird. Das geschieht je nach Festigkeit des Bodens mit offenen Gräben, Sicker- oder Drängräben, in denen das Wasser gesammelt und dann aus den an der tiefsten Stelle der Baugrube angelegten Pumpensümpfen oder Dränage-Sammelbrunnen ständig oder zeitweise abgepumpt wird. Das geschieht mit Hilfe von einer oder mehreren elektrischen Schmutzwassertauchpumpen sowie mit Schläuchen oder Rohrleitungen.

Geeignet für dichte Böden

Die offene Wasserhaltung wird in Ton- und Lehmböden eingesetzt, da diese nicht zum Fließen neigen. Auch sehr sandige und kiesige Böden sind gut für diese Art der Wasserabführung, so das Absenkziel gering ist. Generell gilt: Im Gegensatz zur geschlossenen Wasserhaltung ist es hier nur schwer möglich, eine Grube komplett trocken zu kriegen.

Geschlossene Wasserhaltung

Während die Offene Wasserhaltung relativ schnell an ihre Grenzen gerät, wenn es um die vollständige Entfernung von Wasser aus Baugrundstücken geht, bietet die aufwändigere geschlossene Wasserhaltung mehrere Möglichkeiten, auf die wir nun näher eingehen möchten

Die Geschlossene Wasserhaltung wird vor allem angewandt, wenn der Grundwasserspiegel unter der Baugrube sehr hoch ist. Ihren Namen hat sie davon, dass im Gegensatz zur offenen Wasserhaltung das Wasser nicht sichtbar, sondern im Erdreich mittels Leitungen, Rohren und Drainagen abgeführt wird. Um den Spiegel abzusenken, werden bereits vor Baubeginn mehrere vertikale Brunnen in die Baugrube gesetzt, Rohrleitungen verlegt und entsprechende Pumpen installiert. Je nachdem, wie groß die betroffene Baugrube ist, wie die örtlichen Begebenheiten sind und welcher Bodenaufbau mit welchem k-Wert (Durchlässigkeit) vorherrschen, wird mittels Schwerkraft- oder Vakuumbrunnen abgesenkt.

Schwerkraft oder Vakuum – vom Boden abhängig

Böden mit höherer Durchlässigkeit (z. B. Sand- und Kiesböden) lassen das Wasser unter Ausnutzung der Schwerkraft einfach dem Brunnen zufließen. Bei dichten Böden wie Ton oder Schluff funktioniert das nicht, hier muss mit Vakuum gearbeitet werden. ExpertInnen erklären das so: Bei sehr feinen Böden ist das Wasser nicht mehr frei beweglich. Vielmehr haftet es sich durch die so genannte Adhäsion am einzelnen Bodenkorn fest. Erst wenn der Boden über ein Filtersystem unter Vakuum gesetzt wurde, löst sich das Wasser.

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Datum: 22.10.2018

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