Der Kaminofen als Zentralheizung

Der Kaminofen als Zusatzheizung wird immer beliebter und ist aus vielen Wohnzimmern dieses Landes nicht mehr wegzudenken. Doch so ein Kaminofen kann – als wasserführende Variante – auch mehrere Räume beheizen.

Bei einem Standardkaminofen wird etwa ein Drittel der Wärmeenergie als Strahlungswärme im jeweiligen Raum gebraucht, die anderen zwei Drittel sind überschüssig und damit mehr oder weniger verloren.

Clevere Überschussnutzung

Wasserführende Kaminöfen hingegen geben nicht nur die Strahlungswärme an den Raum ab, in dem sie stehen. Sie verwenden zudem die überschüssige Energie, um auch den Rest der Wohnung zu heizen. Dafür wird an der Rückseite des Kaminofens eine so genannte Wassertasche installiert, die an das Zentralheizungssystem angeschlossen ist. Wenn nun der Ofen eingeheizt wird, erwärmt sich auch das Wasser hinter der Brennkammer und fließt durch ein Rohr über einen zwischengeschalteten Pufferspeicher schließlich in den Kessel Ihrer Heizanlage. Wie bei jedem anderen Heizsystem auch, kann dieses erwärmte Wasser dann als Brauchwasser oder eben als Heizwasser in den Heizkörpern oder Flächenheizungen Ihrer Wohnung eingesetzt werden.

Mit einem Ofen die ganze Wohnung heizen?

Wenn Sie in einer kleinen Wohnung oder einem sehr gut gedämmten Passiv- bzw. Niedrigenergiehaus leben, könnte schon ein wasserführender Kaminofen ausreichen, um in Ihren vier Wänden für eine angenehme Raumtemperierung zu sorgen. Doch in den meisten Fällen stellt der Ofen wohl eher eine kostenreduzierende Ergänzung zur herkömmlichen Heizung dar – besonders interessant im Falle von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas. Ein moderner Kaminofen erreicht immerhin eine Leistung von vier bis 15 kW.

Pellets bevorzugt

Zwar gibt es auch wasserführende Kaminöfen, die mit Scheitholz (manuell!) beheizt werden können, doch rentabler ist allemal ein Pelletskaminofen. Warum? Ein holzbefeuerter Ofen muss eine Wassernotkühlung für Stromausfälle aufweisen, da die Warmwasserpumpe elektrisch betrieben wird. Diese Öfen sind darüber hinaus nicht zum Dauereinsatz geeignet. Pelletskaminöfen hingegen brauchen keine Notkühlung und besitzen zudem einen eigenen Vorratsbehälter, der die Pellets automatisch nachführt. Grundsätzlich kann übrigens jeder Kaminofen nachgerüstet werden, Sie benötigen dafür jedoch die entsprechenden Bauteile (Wassertasche, Pufferspeicher, Rücklaufanhebung, Umwälzpumpe). Wichtig ist auch, mit dem zuständigen Rauchfangkehrer abzuklären, ob erstens die vorgeschriebenen Brandschutzvorkehrungen eingehalten sind und zweitens eventuell ein weiterer Rauchfang vonnöten ist.

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Datum: 19.09.2016

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