Muttererde: Wertvolle Bodenschicht im Garten

Die oberste, fruchtbarste Schicht des Bodens ist der so genannte Mutterboden, oder auch Oberboden. Warum diese Erdschicht so wichtig ist, woraus sie besteht und wie Hobbygärtner damit eine üppige Blütenpracht erhalten, erfahren Sie hier.

Schauen wir uns als erstes die Schichten eines herkömmlichen Gartenbodens an: Zuoberst befindet sich das Wertvollste: der sogenannte Mutterboden, auch bekannt als Oberboden oder Muttererde mit einer Dicke von etwa 30 Zentimetern. Darunter kommt eine Übergangsschicht aus Humus und darunter liegt schließlich der anorganische Unterboden, der mit steinigem Untergrund endet.

Boden in ständigem Umbruch

Ein einem Quadratmeter großen und 20 cm tiefen Stück Wiesenboden leben rund 650 Gramm tierische Organismen, also Insekten, Würmer, Ameisen, Spinnen, Raupen, Larven und Kleinstlebewesen. Nach dem Gesetz "fressen und gefressen werden" unterliegt diese Masse lebender Zellverbände einem stetigen Umwandlungsprozess. Die Antriebskräfte des Organismus sind Licht, Luft, Wasser und Wärme. Ohne diese Energieträger hätten die fruchtbaren Böden nie entstehen können.

Was ein „guter Gartenboden“ braucht

Für die Düngung und Bodenverbesserung sind die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium zuständig. In jedem Naturboden sind diese Stoffe enthalten und werden durch die Zersetzung organischen Materials laufend ergänzt. Geduld ist die entscheidende Formel. Denn eine gute Entwicklung setzt in einem Garten erst nach fünf Jahren ein. Die Pflanzen brauchen Zeit, um sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen. Erst dann können sie üppig wachsen. Ein anderer Umgang mit Zeit, ein Fließenlassen, ein Loslassen der zwanghaften Machbarkeit, all dies lehrt uns der Garten.

Wie entsteht Muttererde?

Zurück zum Mutterboden, der gehaltvollsten Erdschicht am Grundstück. Entstanden ist sie im Verlauf mehrerer tausend Jahre aus der Erdkruste. In ihr befinden sich neben Wasser zahlreiche wichtige Nährstoffe, Bakterien, mineralische Stoffe, Stickstoff und vor allem Sauerstoff.

So wertvoll die Muttererde, so selbstverständlich wird sie uns von der Natur zur Verfügung gestellt. Bei jedem Aushub etwa fällt die nicht tragfähige Muttererde an. Das Gesetz schreibt vor, dass die Muttererde getrennt vom Unterboden zu lagern und wiederzuverwerten ist. Wenn Sie für die Anlage von Ihrem Garten oder neuen Beeten keine Muttererde zur Verfügung haben, so können Sie diese auch kaufen.

Aber Achtung! Einfach in den nächsten Gartenfachmarkt und einen Sack Mutterboden kaufen –das geht leider nicht. Wenn Sie Oberboden brauchen, sollten Sie daher die Kleinanzeigen in der Zeitung checken oder im Internet nach Angeboten suchen. Vielfach wird nach großen Aushüben die Muttererde auf verschiedenen Verkaufsplattformen angeboten.

Und was kostet Mutterboden?

Teilweise wird Aushub bzw. Muttererde verschenkt, zum Teil – vor allem wenn er gesiebt und rein ist – müssen Sie dafür schon etwas bezahlen. Die Preise bewegen sich dann von etwa 17 bis 25 Euro pro Tonne. Ein bisschen recherchieren, vielleicht Angebote in der Nähe suchen und den Oberboden selbst abholen, dann wird es nochmal günstiger.

Muttererde: Je dunkler, desto besser

Je nachdem, welcher Anteil an organischem Material, Humus und Nährstoffen in der Muttererde vorhanden ist, wird sie in verschiedene Klassen eingeteilt. Der ph-Wert und die Wasserdurchlässigkeit sind ebenfalls wichtige Parameter für die Klassifizierung von Muttererde. Die Erde findet vor allem im Ausgleich von Unebenheiten im Gelände Verwendung. Ferner wird Muttererde zum Gemüseanbau und als Unterschicht für den Rasen eingesetzt. Wem es an Mutterboden im Garten fehlt, der kann diesen im Baumarkt in Säcken kaufen oder in noch größeren Mengen sich von einem Fachhändler liefern lassen. Davon unabhängig sind es aber vor allem folgende Faktoren, die für eine hohe Qualität der Erde sprechen: Kein Glas, Plastik oder Schutt vorhanden und eine dunkle Farbe. Je heller die Muttererde, desto mehr wurde sie mit Unterboden vermischt.


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Datum: 10.07.2018

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