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Muttererde ist die wertvollste Bodenschicht

Die fruchtbarste Schicht des Bodens ist der so genannte Mutterboden oder auch Oberboden. Warum diese Erdschicht so wichtig ist, woraus sie besteht und wie Hobbygärtner mit Muttererde gesunde Pflanzen ziehen, erfahren Sie hier.

Was ist Muttererde und wie entsteht sie?

Schauen wir uns als erstes die Schichten eines herkömmlichen Gartenbodens an: Zuoberst befindet sich die sogenannte Rotte- oder Mulchschicht, bestehend aus Laub, Grasresten, toten Tieren. Auf sie folgt der wertvolle Ober- bzw. Mutterboden, auch bekannt als Muttererde oder Humusschicht mit einer Dicke von etwa 30 Zentimetern. Darunter liegt schließlich der nährstoffarme anorganische Unterboden, der mit steinigem Untergrund endet.

Mutterboden ist die Basis für alle lebenden Pflanzen, daher auch der Name. Entstanden ist er im Verlauf mehrerer tausend Jahre aus der Erdkruste. In ihm befinden sich neben Wasser zahlreiche wichtige Nährstoffe, Bakterien, mineralische Stoffe, Stickstoff und vor allem Sauerstoff. Als oberste Bodenschicht enthält Mutterde Mineralien, Nährstoffe sowie tierische Organismen, also Insekten, Würmer, Ameisen, Spinnen, Raupen, Larven und Kleinstlebewesen. In einem ein Quadratmeter großen und 20 cm tiefen Stück Wiesenboden leben rund 650 Gramm dieser Bodenlebewesen. Zusätzlich wird auch Regenwasser im Oberboden zurückgehalten und gefiltert.

Die Erde findet vor allem im Ausgleich von Unebenheiten im Gelände Verwendung. Ferner wird Muttererde zum Gemüseanbau und als Unterschicht für den Rasen eingesetzt. Sie ist aber nicht zu verwechseln mit handelsüblicher Pflanzen- oder Blumenerde. Diese ist gesiebt, keimreduziert und mit Dünger versetzt und kann das oben beschriebene Bodenleben nicht ersetzen. Je nach Verwendungszweck kann Muttererde mit Humus, Pflanzenerde, Kompost und Dünger weiter verbessert werden.

 

Wo bekommt man Muttererde?

So wertvoll die Muttererde, so selbstverständlich wird sie uns von der Natur zur Verfügung gestellt. Bei jedem Aushub etwa fällt die nicht tragfähige Muttererde an. Das Gesetz schreibt vor, dass die Muttererde getrennt vom Unterboden zu lagern und wiederzuverwerten ist. Das ist deshalb wichtig, weil Mutterboden nur langsam über viele Jahrzehnte entsteht.

Wenn Sie für die Anlage von Ihrem Garten oder neuen Beeten keine Muttererde zur Verfügung haben, so können Sie diese auch kaufen. Aber Achtung! Einfach in den nächsten Gartenfachmarkt und einen Sack Mutterboden kaufen – das geht leider nicht. Wenn Sie Oberboden brauchen, sollten Sie daher die Kleinanzeigen in der Zeitung checken oder im Internet nach Angeboten suchen. Vielfach wird nach großen Aushüben die Muttererde auf verschiedenen Verkaufsplattformen angeboten.

Und was kostet Mutterboden?

Teilweise wird Aushub bzw. Muttererde verschenkt, zum Teil – vor allem wenn er gesiebt und rein ist – müssen Sie dafür schon etwas bezahlen. Die Preise bewegen sich dann von etwa 17 bis 25 Euro pro Tonne. Ein bisschen recherchieren, vielleicht Angebote in der Nähe suchen und den Oberboden selbst abholen, dann wird es nochmal günstiger.

Muttererde: Je dunkler, desto besser

Je nachdem, welcher Anteil an organischem Material, Humus und Nährstoffen in der Muttererde vorhanden ist, wird sie in verschiedene Klassen eingeteilt. Der ph-Wert und die Wasserdurchlässigkeit sind ebenfalls wichtige Parameter für die Klassifizierung von Muttererde. Der pH-Wert lässt sich mithilfe eines pH-Messgeräts (pH-Meter) oder einem pH-Bodentestset bestimmen.

Außerdem sprechen folgende Faktoren für eine hohe Qualität der Erde: Es ist ihr kein Glas, Plastik oder Schutt untergemischt und sie hat eine dunkle Farbe. Je heller die Muttererde, desto mehr wurde sie mit Unterboden vermischt.

Was braucht ein guter Gartenboden noch?

Für die Düngung und Bodenverbesserung sind die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium zuständig. In jedem Naturboden sind diese Stoffe enthalten und werden durch die Zersetzung organischen Materials laufend ergänzt. Geduld ist die entscheidende Formel. Denn eine gute Entwicklung setzt in einem Garten erst nach fünf Jahren ein. Die Pflanzen brauchen Zeit, um sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen. Erst dann können sie üppig wachsen. Ein anderer Umgang mit Zeit, ein Fließenlassen, ein Loslassen der zwanghaften Machbarkeit - all dies lehrt uns der Garten.

AutorIn:
Datum: 14.08.2019
Kompetenz: Garten und Zaun

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