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Ein Rasen wie neu! Anleitung in wenigen Schritten

Ihr Rasen ist nicht mehr das, was er sein sollte? Dann verpassen Sie ihm eine Schönheitskur. Wie das geht, zeigen wir Ihnen hier. Schritt für Schritt zum saftigen, gesunden Grün.

Wie sieht Ihr Garten, also der Rasen momentan aus? Ist er vermoost, wächst jede Menge Unkraut oder zumindest Dinge, die Sie hier nicht sehen wollen? Weist er Flecken oder Lücken auf? Ist das Gras mehr braun als grün? Ihr Rasen ist einfach nicht mehr das, was er sein sollte? Sie möchten ihm am liebsten gleich ganz neu anlegen?

Wie Sie Ihre Rasenfläche nicht nur wieder saftig grün, frei von Unkraut und dicht bekommen, und damit Ihren Garten wieder herzeigbar machen, zeigen wir Ihnen in dieser Schritt für Schritt Anleitung.

Wann ist der beste Zeitpunkt, die Rasenfläche neu anzulegen?

Am besten machen Sie sich in der Zeit zwischen Mai und Juni an die Arbeit in Ihrem Garten. Auch der Herbst ist geeignet für eine effiziente Rasenkur. Vom Entfernen des alten Rasens über die Vorbereitung des Bodens bis zur Nachsaat erfahren Sie in dieser Anleitung, wie Sie rasch und ohne allzugroßen Arbeitsaufwand zu einem wunderschönen, saftigen neuen Rasen kommen.

Der Boden ist das Fundament des Rasens. Gräser lieben einen lockeren, gut durchlüfteten Boden, damit sie ungestört ihr dichtes Wurzelwerk ausbilden können. Besonders gut geeignet sind sandige Lehmböden - je mooriger und dichter ein Boden, desto weniger gut wird der Rasen darauf wachsen. Doch auch reine Sand-Böden sind problematisch, da sie zu wenig Wasser speichern und so dem Rasen seine Nahrungsgrundlage nicht bieten.

Schritt 1: Alten Rasen kurz mähen, Schnitt gänzlich entfernen

Zuerst wird der alte Rasen so weit wie möglich heruntergemäht. Achten Sie darauf, den Schnitt wirklich restlos zu entfernen. Verwenden Sie unbedingt einen guten Rasenmäher mit scharfen Messern und stellen Sie die Schnitthöhe auf die höchstmögliche Stufe. Durch diesen radikalen Schnitt wird Ihr alter Rasen geschwächt, was es den neuen Rasensamen umso leichter macht, in den Boden zu kommen und dort zu gedeihen. Wie bereits erwähnt sollten Sie den Rasen-Schnitt sofort und gründlich entfernen, da dieser sonst als Dünger dient und den alten Rasen wieder stärkt -was wir in dem Fall ja nicht wollen.

Schritt 2:  Rasen vertikutieren und Boden vorbereiten

Im zweiten Schritt wird der Boden aufgelockert. Keine Angst, Sie müssen nicht Umgraben, der Boden kann mit entsprechendem Gerät ganz ohne Umgraben perfekt fürs säen vorbereitet werden. Das erfolgt durch ein mehrfaches Vertikutieren des Rasens, quer wie längs. Durch das Vertikutieren werden alter Rasenschnitt, Moos und Filz vom Rasen entfernt und der Boden kann durch das „Aufwühlen“ wieder besser atmen. Gehen Sie hier richtig gründlich vor, damit Sie den Boden bestmöglich auf das Säen vorbereiten. Auch das Vertikutiergut muss wieder restlos vom Rasen entfernt werden. Also lieber einmal öfters mit dem Rechen drübergehen.

Schritt 3: Unschöne Stellen im Boden ausbessern

Nachdem gemäht und vertikutiert wurde, präsentiert sich der Boden im Garten so klar, wie selten. Sie erkennen vielleicht das eine oder andere Loch, unschöne Unebenheiten, besonders lockere oder besonders dichte Stellen. Damit sich die später ausgesäten Rasensamen gleichmäßig wachsen, muss der Boden eine ebenmäßige Struktur aufweisen – die Samen also auf jedem Fleck Ihres Gartens die gleichen Voraussetzungen vorfinden. Ansonsten wird der neue Rasen fleckig und ungleichmäßig.

Schritt 4: Düngen und säen

Der alte Rasen ist gestutzt, der Boden aufgelockert und angeglichen. Nun folgt die Aussaat. Beginnen Sie mit dem Dünger, den Sie mit einem Streuwagen gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Unser Tipp: der Dünger sollte in Längsrichtung und die Rasensamen in Querrichtung ausgebracht werden, um Fehlstreuungen zu verhindern. Achten Sie auch darauf, dass sich die Radspuren des Streuwagens immer überlappen, so können Ihnen keine Streulücken entstehen!

Schritt 5: Neuen Rasen schützen

Die Samen sind frisch ausgesät, und schon kommen die ersten Vögel und laben sich am Festmahl. Damit Sie Ihren neuen Rasen nicht sofort wieder verlieren, muss die Rasenfläche geschützt werden. Das machen Sie am besten mit Torf oder einem anderen Substrat, das Sie gleichmäßig maximal einen halben Zentimeter hoch auf die eingesäte Fläche verteilen. Sobald sich der Torf hell verfärbt, ist es Zeit, den neuen Rasen zu beregnen. Noch ein Tipp: Rindenhumus, Mulch oder rindenhaltige Erden sollten zum Abdecken nicht verwendet werden, da sie Gerbsäuren enthalten, die das Gras beim Keimen hemmen.

 

 

Schritt 6: Geben Sie dem Rasen genug Wasser

Jetzt kann das Keimen beginnen. Je nach Sorte dauert es ein bis maximal drei Wochen, bis die ersten Grashalme aus dem Boden auftauchen. Gerade in den ersten Wochen ist es besonders wichtig, wirklich regelmäßig zu gießen! Die obere Bodenschicht muss stets feucht sein, damit die empfindlichen Keimlinge nicht austrocknen und sich gut mit den Nährstoffen aus dem Boden versorgen können. Das heißt gerade bei trockenem Wetter vier- bis fünfmal täglich raus auf den Rasen. Das erste Mal Mähen sollten Sie erst ab einer Wuchshöhe von acht bis zehn Zentimetern.

Was Sie fürs Rasen neu anlegen brauchen:

Kein Selbermach-Projekt ohne die nötigen Materialien und vor allem das passende Werkzeug. Finden Sie hier auf einen Blick, was Sie für die einzelnen Arbeitsschritte benötigen:

  • Rasenmäher
  • Vertikutiergerät (auch ausleihbar!)
  • Rasendünger
  • Rasensaat
  • Streuwagen
  • Torf oder anderes Substrat

Auf weitere Pflege nicht vergessen!

Damit Sie lange Freude an Ihrem neuen Rasen haben, sollten Sie sich von nun an regelmäßig um ihn kümmern. Schneiden Sie nach einem Monat den Rasen jede Woche auf etwa vier Zentimeter, das Schnittgut kann liegen bleiben - der Rasen nimmt es nun auch auf. Anderthalb Monate nach der großen Sanierung können Sie düngen, damit der Rasen dicht wird. Ist es sehr trocken, unbedingt wurzeltief beregnen - sprich weniger oft dafür aber mit mehr Wasser gießen.

AutorIn:
Datum: 09.06.2022
Kompetenz: Garten und Zaun

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