Heizstrahler verlängern die Terrassen-Saison

© Iriana Shiyan/shuttertsock.com

Wenn die Abende kühler werden, man aber trotzdem noch im Freien sitzen bleiben möchte, sind Heizstrahler für die Terrasse optimal. Bleiben nur zwei Fragen: Welche Modelle eignen sich am besten für draußen und wie sieht es eigentlich mit dem Energieverbrauch und damit Kosten aus?

Heizstrahler oder "Heizschwammerl", wie sie umgangssprachlich aufgrund ihrer häufigen Form genannt werden, sind hierzulande vor allem aus der Gastronomie bzw. Eventbranche bekannt. Der Trend zu großen Terrassen, die im Idealfall das ganze Jahr über genutzt werden können, machen die mobilen Heizgeräte aber auch für den Privatbereich interessant.

Wie funktionieren Heizschwammerl & Infrarot-Strahler?

Elektrische Infrarotheizstrahler enthalten Glühkörper, die erwärmt werden und Infrarotstrahlen erzeugen. Diese Glühstangen geben die Wärme ab und reflektieren die Hitze auf die angestrahlte(n) Fläche(n), wie z. B. Wände oder Möbel. Die dabei entstehende Strahlungswärme ist nicht nur sehr schnell spürbar, sondern wird auch als besonders angenehm empfunden, da sie jener von Sonnenstrahlen ähnelt (ca. 50 Prozent der Sonnenstrahlung ist Infrarot-Strahlung!).

Neben den Infrarotstrahlern gibt es auch noch die Gasheizstrahler, die aufgrund ihrer Form an Pilze erinnern. Sie werden mit einer Gasflasche betrieben. Das austretende Gas erhitzt das obere Abstrahlelement, welches die Wärme nach Außen reflektiert. Der Wirkungsgrad hängt von der Größe des Gasheizstrahlers sowie der verbrannten Gasmenge ab. In allen Fällen wird die Umgebung mit heißer Luft erwärmt. Gasheizstrahler sind auf die Nutzung im Außenbereich beschränkt, während einige Infrarot-Heizstrahler drinnen und draußen nutzbar sind.

Welcher Heizstrahler passt auf meine Terrasse?

Heizstrahler für die Terrasse gibt es in verschiedenen Modellen und Ausführungen: Elektrische Infrarotheizstrahler heizen schnell auf, sind geräuschlos und geben eine angenehme Wärme ab, indem sie Oberflächen erwärmen, ohne den Umweg über die Luft zu nehmen. Außerdem sind sie platzsparend, gut geeignet also für kleine Terrassen. Mehrere kleinere Einzelstrahler können an verschiedenen Stellen, z. B. Wände, Decken, Schirmständer, befestigt werden.

Deckenheizstrahler sind besonders praktisch für den Wintergarten oder die überdachte Terrasse. Sie haben einen großen Wirkungsbereich (bis zu 15 Quadratmeter) und sind in verschiedenen Watt-Leistungen erhältlich. Der Heizstrahler wird an die Decke gehängt wie eine Lampe und heizt die Fläche darunter, z. B. eine Sitzecke oder den Tischbereich. Infrarot-Terrassenstrahler müssen üblicherweise über eine Leistung zwischen 1000 Watt und 4000 Watt verfügen, um jederzeit gemütliche Wärme im Außenbereich zu garantieren. Planen Sie mehrere Heizstrahler für Ihre Terrasse, dann lassen Sie sich von einem Elektriker beraten: Bei einem Einsatz von zwei Heizstrahlern mit je 2.000 Watt ist eine Leitung bereits überlastet und es kommt zu einem Kurzschluss. Es gilt also genug Stromkreise einzuplanen.

Können oder wollen Sie Decken oder Wände in Ihrem Wintergarten oder auf Ihrer überdachten Terrasse nicht anbohren oder nutzen Sie die Terrasse einfach nicht häufig genug, könnte ein Infrarot-Standgerät die Lösung sein. Heizstrahler mit Standfuß sind verhältnismäßig mobil und verursachen keine Installationskosten. Sie lassen sich in verschiedene Richtungen drehen und mit einem entsprechend langen Kabel verschieben.

Deyan Georgiev/shutterstock.com © Deyan Georgiev/shutterstock.com

Welche Watt-Leistung brauche ich bei Infrarotstrahlern?

Für den Außenbereich gilt: Für geschützte Bereiche (Loggia) benötigt man ca. 150 W/m², im Falle von offenen Bereichen (Terrasse) sind es bereits 250 W/m². Zur Berechnung der benötigen Wärmeleistung Ihres Infrarotheizstrahlers gehen Sie daher wie folgt vor: Zu beheizende Fläche x empfohlene Heizleistung pro m² = benötige Wärmeleistung.

Beispiel: Wenn Sie sieben Quadratmeter eines Balkons erwärmen wollen, ergibt sich: 7 x 150 = 1050 Watt empfohlene Wärmeleistung. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie stets einen Infrarotheizstrahler mit etwas mehr Nennleistung erwerben, denn die Heizelemente lassen mit den Jahren in ihrer Stärke nach oder aber Sie stellen fest, dass Sie es doch etwas wärmer haben möchten. Zu starke Infrarotstrahler lassen sich, wenn nötig, schwächer einstellen, wobei der umgekehrte Fall nicht möglich ist und ein zu schwacher Infrarotstrahler nur eine kleine Fläche erwärmen wird.

Vorteile und Nachteile von Gasheizstrahlern

Fehlt ein entsprechend starker Stromanschluss oder wird eine Wärmequelle für den offenen Gartenbereich benötigt, kommen die ausschließlich im Außenbereich einsetzbaren Gasstrahler, also Heizpilze, zum Zug. Die größten Vorteile: Sie sind mobil, flott aufgestellt, langlebig und die Wärme ist - wenn auch langsamer als bei Infrarotstrahlern - schnell verfügbar. Nachteile: Das Schleppen und Anbringen von Gasflaschen sindsicherlich nicht jedermanns Sache. Außerdem sind Gasheizstrahler anfällig für Luftströme (anders als bei Infrarotheizstrahlern), wirken meist nur im Umkreis des Gerätes und es kann Brandgefahr für Markisen und Vordächer bestehen.

Kleiner ist oft besser

 

Kleinere Heizstrahler sind aus mehreren Gründen empfehlenswerter als Heizschwammerl. Einerseits können sie flexibel positioniert und ihr Heizstrahl je nach Bedürfnis ausgerichtet werden, andererseits bieten sie keine allzu große Angriffsfläche für Windböen, was gefährlich werden könnte, da vor allem bei fast leerer Gasflasche der Heizer leicht umfallen kann.

Soll es doch ein höherer Heizstrahler für den Garten sein, sollte eine Ausführung mit höhenverstellbarem Rohr gewählt werden. Viele Modelle haben zur optimalen Sicherheit außerdem einen integrierten Umkippschutz.

Die benötigte Leistung Ihres Infrarotstrahlers lässt sich in Abhängigkeit von der zu erwärmenden Fläche berechnen. Hierfür müssen Sie erst einmal feststellen, ob es sich um den Innen- oder Außenbereich handelt und ob dieser gut gedämmt oder geschützt ist. Es werden folgende Werte für die empfohlene Heizleistung pro Quadratmeter veranschlagt: innen, gut gedämmt: 100 W/m² innen, schlecht gedämmt: 150 W/m²außen, geschützt (Loggia): 150 W/m²
außen, offener Bereich (Terrasse): 250 W/m² Ein Infrarotheizstrahler mit insgesamt 1,2 kW (1.200 W) Wärmeleistung würde im gut gedämmten Innenbereich also circa 12 m² erwärmen, auf der Terrasse aber nur noch knapp 5 m². Zur Berechnung der benötigen Wärmeleistng Ihres Infrarotheizstrahlers gehen Sie daher wie folgt vor: Zu beheizende Fläche x empfohlene Heizleistung pro m² = benötige Wärmeleistung. Wenn Sie beispielsweise 7 m² eines Balkons erwärmen wollen, ergibt sich: 7 x 150 = 1050 W empfohlene Wärmeleistung. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie stets einen Infrarotheizstrahler mit etwas mehr Nennleistung erwerben. Schließlich lassen die Heizelemente mit den Jahren in ihrer Stärke nach oder aber Sie stellen fest, dass Sie es doch etwas wärmer haben möchten. Zu starke Infrarotstrahler lassen sich zudem schwächer einstellen. Zu schwache Infrarotheizstrahler lassen sich aber nicht stärker einstellen als sie sind.

Outdoor-Heizstrahler: Energieverbrauch und Kosten

  • Effizienz: Grundsätzlich wandeln elektrische Heizgeräte, wie sie Infrarotstrahler sind, den Strom nahezu 100 Prozent in Wärme um, wodurch sie effizient sind. Zusätzlich sind sie flexibel und dadurch kostensparend, weil sie genau dort eingesetzt werden können, wo man punktuell Wärme benötigt. Der grundlegendste Unterschied zwischen Infrarotheizstrahler und anderen Heizstrahlern lässt sich in der Art der Erwärmung festmachen. Die effizientere Aufheizung der Umgebung lässt sich zudem quantifizieren: So erwärmt ein Infrarotstrahler mit 4 kW Wärmeleistung in etwa die gleiche Fläche wie ein Gasheizstrahler mit 12 kW Wärmeleistung. 
  • Anschaffungskosten: Die Preise für Terrassenstrahler liegen etwa zwischen 20 und 500 Euro, wobei die Auswahl im niedrigeren Preissegment relativ groß und gut ist. Kaufen Sie ausschließlich Infrarotheizstrahler mit hoher IP-Schutzklasse für den Gebrauch draußen auf Ihrer Terrasse. Auch wenn günstige Preise locken: Wählen Sie besser einen qualitativen Infrarotheizstrahler mit ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen! Bei Anbringungen in ungeschützten Terrassenbereichen benötigen Sie mindestens eine IP-Schutzklasse 65. Eine geringe Schutzklasse bedeutet, dass Sie Ihren Heizstrahler stets wettergeschützt verwenden müssen. Beim Kauf eines mit Gas betriebenen Heizstrahlers ist darauf zu achten, dass das Modell mit einer Zündsicherung und einem integrierten Gasdruckregler ausgestattet ist. Ein Umkippschutz macht das Ganze noch sicherer.
  • Instandhaltungs- und Wartungskosten: Keine.
  • Betriebskosten Infrarotheizstrahler: Vor der Anschaffung sollte man auch an die entstehenden Nebenkosten denken. Im Falle von elektrischen Outdoor-Heizstrahlern erhöhen sich die monatlichen Stromkosten je nach Häufigkeit des Einsatzes und der Wattleistung der verwendeten Heizstrahler deutlich. Wer wissen möchte, welche Stromkosten ein Infrarotstrahler durchschnittlich verursacht, kann sich dies anhand der entsprechenden Wattleistung einfach ausrechnen: Bei einem Strahler mit einer Heizleistung von 2000 Watt und einem angenommenen Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde kostet der Heizstrahler ca. 40 Cent / Stunde. Einsparen kann man dadurch, dass man für die überdachte Terrasse oder den Wintergarten mehrere kleine Heizstrahler anbringt, anstatt mit einer großen Wärmequelle zu heizen.
  • Betriebskosten Gasheizstrahler: Bei gasbetriebenen Heizstrahlern muss in gewissen Abständen eine neue Gasflasche gekauft werden. Der Austausch der Gasflaschen ist allerdings relativ teuer und muss beispielsweise im Falle einer fünf Kilogramm schweren Gasflasche (ca. 10 Euro im Baumarkt) durchschnittlich nach 15-16 Stunden Heizdauer erfolgen. Für den Privatgebrauch auf der eigenen Terrasse kann die Kosten-Nutzen-Rechnung natürlich dennoch aufgehen - der tatsächliche Gasverbrauch des Brenners und der Verwendungszweck entscheiden letztlich darüber, wie effektiv ein Gasheizstrahler ist und ob das Aufstellen Sinn hat: Ein hoher Pilz am Terrassentisch ist beispielsweise Energieverschwendung - etwa die Hälfte der Energie bleibt ungenutzt. Heizschwammerl eignen sich eher für "Steh-Gartenpartys" oder ähnlichen Feierlichkeiten im Außenbereich. Eine Alternative zu Gasstrahlern können übrigens die bereits erwähnten Infrarot-Standgeräte sein, deren Betriebskosten um ein Vielfaches niedriger sein können als bei Gasstrahlern. 
  • Fazit: Bei gleicher oder ähnlicher Heizleistung kann davon ausgegangen werden, dass ein Gasheizstrahler im Bterieb um das 2,5-fache teurer als der elektische Infrarot-Heizstrahler ist. 

Heizstrahler reinigen - so geht's

Heizpilze lassen sich mit etwas Seifenlauge und warmem Wasser reinigen. Ein feuchtes Tuch reicht aus, um die einzelnen Komponenten des Heizpilzes oberflächlich von Ruß, Pollen, Staub, etc. zu befreien. Übermäßig viel Wasser sollte bei der Reinigung nicht eingesetzt werden, so sollte der Heizstrahler beispielsweise nicht mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden. Die regelmäßige Pflege des Heizpilzes sichert eine hohe Langlebigkeit. So lässt sich der Heizpilz viele Jahre lang effektiv einsetzen.

Infrarotheizstrahler zu reinigen ist ebenso wenig aufwendig. Wichtig ist vor allem, dass Sie Staub regelmäßig entfernen. Lassen Sie das Gerät vor der Reinigung unbedingt abkühlen und ziehen Sie den Stecker. Verzichten Sie auf Wasser oder Spülmittel -das Abwischen mit einem angefeuchtetem, weichem Tuch genügt in der Regel völlig. Bei Bedarf kann das Gehäuser gereinigt werden. Eine Reinigung der Infrarotröhren ist in der Regel nicht notwendig. Berühren Sie die Röhren jedenfalls nur vorsichtig.

Frag' den Profi

Jetzt kostenlos eine Frage
an ein Unternehmen stellen.

Sie haben eine Frage?
Lassen Sie Ihre Frage kostenlos und unverbindlich von einem Profi beantworten!
Sie sind ein Unternehmen?
Jetzt kostenlos bei Frag' den Profi teilnehmen!


AutorIn:

Datum: 01.10.2019
Kompetenz: Heizung

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Weitere Artikel aus Terrasse und Balkon

Ob aus Aluprofilen oder in der Nurglasversion, der Sommergarten bietet Schutz vor Wind und Wetter, kann aber – ...

Welches Material ist aktuell das beliebteste und warum? Welche Farben dominieren beim Balkonbau und wie sieht es mit ...

Aus Holz lässt sich so einiges bauen im eigenen Garten. Von der stilechten Pergola über den Pavillon, der Platz ...

Ob Stein oder Holz - damit alles für lange Zeit optisch schön und in einem guten Zustand bleibt, sollten Sie sich ...