Reethaus von Architektin Monika Gogl am Campus Flussbad in Berlin

Das Reethaus von Architektin Monika Gogl ist ein architektonisches Highlight auf dem Gelände des ehemaligen Flussbads an der Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg © José Cuevas

Tiroler Architektin gewinnt "Ahead Europe Award"

Mit einem spektakulären Projekt überzeugte die Architektin Monika Gogl die Fachjury des begehrten "Ahead Europe Award". Ihr Ritualraum im Berliner Kultur-Treff Flussbad-Campus wurde in der Kategorie "New Concept" ausgezeichnet.

Im Zentrum von Monika Gogls Entwurf steht das sogenannte Reethaus, dessen Name schon auf eine ungewöhnliche Bauweise hindeutet. Von außen erinnert das Gebäude an eine knapp vor der Spitze gekappte Pyramide. Außergwöhnlich auch das Dach: Eingedeckt wurde es mit Schilf, ein Material, das heute nur noch selten verwendet wird. "Das Reethaus-Dach ist etwas ganz Besonderes, weil es von einem Berliner Handwerker hergestellt wird, der der letzte in der Stadt ist, der diese Technik beherrscht. Das Design und die Form erforderten viele gemeinsame Überlegungen", so die Architektin über die Dacheindeckung. Für sie ist Schilf der ideale Werkstoff, strebt sie in ihrer Arbeit doch nach der „Verbindung von Natur und Raum".

Ritualraum aus "reinen Materialien"

Neben der Natur lässt sich die Architektin von speziellen Bauten wie Kirchen, Tempeln und andere Andachtsräumen inspirieren. Dieser spiritueller Zugang zur Baukunst findet sich auch im Inneren des Reethaus wieder: hier entstand ein Ritualraum, der im Regelbetrieb des Flussbad-Campus (direkt an der Spree) vor allem für Musikprogramme und Performances genutzt wird. Architektin Gogl: "Das ist ein Raum, in dem man spirituelle Vermittlung findet. Ich verwende in meinen Projekten immer die gleichen wesentlichen Materialien. Ich nenne sie reine Materialien, weil sie natürlich sind. Beton, Holz, Stein, Licht, Klang. Es geht um die Gestaltung und den Umgang mit diesen Materialien. Es geht darum, einen leeren Raum zu schaffen. Es geht um die Beleuchtung.“

Nicht die erste Auszeichnung

Bereits 2008 wurde Monika Gogl die volle Aufmerksamkeit und Anerkennung der Fachwelt zuteil. Für den Umbau des Hotels „Schwarzer Adler“ in Kitzbühel erhielt sie den Staatspreis für Architektur und eine Nominierung für den Mies-van-der-Rohe-Preis.

Redaktion
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