Bodendecker: Die pflegeleichte Alternative zum Rasen
Bodendecker sind perfekt für schattige Stellen, wo lichthungrige Gräser nicht satt werden und verkümmern würden. Darüber hinaus sind Bodendecker die perfekte Lösung für pflegeleichte Gärten.
Ein schöner Rasen heißt auch regelmäßiges Mähen, Düngen, Bewässern und Vertikutieren. Gerade in Zeiten heißer Sommer und zunehmender Trockenperioden wird die Rasenpflege immer aufwendiger. Eine attraktive, nachhaltige und deutlich pflegeleichtere Alternative zum Rasen sind Bodendecker. Sie wachsen auch an schwierigen Stellen und brauchen nicht viel Pflege. Die niedrigen Stauden bilden mit der Zeit eine geschlossene Pflanzendecke. Der Boden darunter bleibt feucht, locker und gut bevölkert. Bodendecker gibt es als immergrüne und als blühende, bunte Variante. Schauen wir uns die Möglichkeiten hier genauer an.
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Kleines Immergrün Bodendecker © Oleg Kovtun/stock.adobe.com
Immergrüne Bodendecker
Die immergrünen Arten sorgen selbst im Winter für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Gerade in weniger hellen Bereichen wie unter Bäumen, in Schattengärten oder auch in engen Innenhöfen und kleinen Stadtgärten, wo vielleicht seltener ein Lichtstrahl den Boden erreicht, sind sie perfekt geeignet, um grüne Akzente zu setzen. Zu den beliebtesten immergrünen Bodendeckern gehören
- Efeu (Hedera helix): Der Klassiker unter den Bodendeckern wächst zuverlässig auch im tiefen Schatten. Er bildet dichte Teppiche, ist äußerst robust und nahezu anspruchslos. Allerdings sollte man sein starkes Wachstum im Blick behalten.
- Kleines Immergrün (Vinca minor): Mit seinen blauvioletten oder weißen Blüten im Frühjahr bringt es Farbe in schattige Beete. Es ist winterhart, pflegeleicht und wächst sowohl im Schatten als auch in der Sonne.
- Dickmännchen (Pachysandra terminalis): Ideal unter Gehölzen. Die immergrüne Pflanze bildet kompakte Bestände und zeigt im Frühjahr dezente weiße Blüten. Sie bevorzugt humose, leicht saure Böden.
- Waldsteinie (Waldsteinia ternata): Auch als Teppich-Golderdbeere bekannt. Sie bildet dichte Wurzelgeflechte, verdrängt Unkraut zuverlässig und schmückt sich im Frühjahr mit gelben Blüten.
- Kriechspindel (Euonymus fortunei): Ein vielseitiger Bodendecker mit grünem oder panaschiertem Laub. Er kann flach wachsen oder Mauern begrünen und bringt durch seine Blattfärbung zusätzliche Akzente.
Polster-Phlox Bodendecker © Julien Kouame/Wirestock Creators / stock.adobe.com
Blühende Bodendecker
Neben den bekannten immergrünen Varianten wie Efeu oder Buchsbaum, gibt es auch eine Vielzahl an bunten Arten, mit denen Sie Ihren Garten aufhübschen können. Blühende Bodendecker-Artensorgen nicht nur für optische Highlights, sondern fördern auch die Biodiversität. Hier die beliebtesten blühenden Bodendecker auf einen Blick:
- Blaukissen (Aubrieta): Ein typischer Frühjahrsblüher für sonnige, eher trockene Standorte. Besonders schön in Steingärten oder an Mauerkanten.
- Polster-Phlox (Phlox subulata): Ein üppig blühender Teppich für sonnige Plätze. Perfekt für Hänge, Steingärten und Beetränder.
- Frauenmantel (Alchemilla mollis): Mit seinen zart gelbgrünen Blüten wirkt er wie ein Schleier über dem Beet. Er eignet sich gut für sonnige bis halbschattige Bereiche.
- Johanniskraut (Hypericum): Das leuchtende Gelb dieser traditionellen Heilpflanze bringt intensive Farbakzente in den Garten. Johanniskraut ist robust, trockenheitsverträglich und unkompliziert.
- Fünffingerstrauch (Potentilla fruticosa): Ein kleiner Strauch mit langer Blütezeit, der sonnige Standorte bevorzugt und besonders pflegeleicht ist.
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Hinweise und Tipps
Tipp: Nicht zuviel mixen!
Auch wenn die Auswahl in den Gärtnereien noch so verlockend ist: bleiben Sie bei Bodendeckern lieber bei einer Art. Das Mischen von verschiedenen Arten gerade auf kleinen Flächen führt meist dazu, dass sich die kräftigste Art durchsetzt und im Laufe der Zeit den schwächeren Nachbarn verdrängt.
Trittverträgliche Bodendecker & Polsterstauden
Viele Bodendeckerarten sehen nicht nur aus wie Teppiche, sie können auch so behandelt werden. Sie eignen sich als Rasenersatz für kleinere Flächen, sind jedoch nicht mit einem stark beanspruchten Spielrasen vergleichbar. Für Flächen, die also nur gelegentlich betreten werden, empfehlen wir Ihnen den Fiederpolster (Cotula dioica), die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) oder die Leptinella (Kupferknoten), die sehr dichte, wintergrüne Matten bildet.
Die Polsterstauden schließlich bilden dichte, kugelige Kissen und sind besonders beliebt für Steingärten, Mauerkronen, Terrassenböschungen, Beetbegrenzungen, Blumenkästen und Tröge. Wichtige Vertreter sind Gänsekresse, Steinbrech oder Blaukissen. Viele dieser Pflanzen stammen aus Gebirgsregionen und lieben sonnige, durchlässige Standorte.
Gänsekresse Bodendecker © Kyreichenko / stock.adobe.com
Pflanzung & Pflege: So gelingt der grüne Teppich
Nicht jede Pflanze passt überall. Schattenliebende Arten wie Dickmännchen oder Waldsteinie gehören unter Bäume, während der Phlox oder der Thymian volle Sonne bevorzugen. Bevor Sie Ihren Bodendecker einpflanzen, muss der Bodengründlich von Unkraut befreit und gelockert werden. Je nach Pflanzenartwird Kompost eingearbeitet oder der Boden mit Sand durchlässiger gemacht.
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Damit sich schnell eine geschlossene Decke bildet, werden Bodendecker in der Regel in Gruppen gepflanzt. Die Anzahl pro Quadratmeter hängt von der Wuchskraft der jeweiligen Art ab. Gerade auf kleinen Flächen empfiehlt es sich, bei einer Art zu bleiben. Kräftig wachsende Pflanzen verdrängen schwächere Nachbarn nämlich schnell. Und dann heißt es Geduld haben. Bis eine Fläche vollständig mit Bodendeckern geschlossen ist, können ein bis zwei Jahre vergehen. In dieser Zeit ist gelegentliches Jäten notwendig.