Der Garten am Fensterbrett
Ob zum Verkochen oder um ein bisschen Grün in die Küche zu bringen. Der kleine Garten am Fensterbrett erfreut sich vor allem in städtischen Wohnungen großer Beliebtheit. Ein paar Tipps und Anregungen.
Sie möchten frische Kräuter beim Kochen? Ein Fensterbrettgarten bringt Basilikum, Petersilie und Co direkt in Ihre Küche. Ohne Garten, ohne Balkon – nur mit einem sonnigen Fenster ernten Sie das ganze Jahr über aromatische Kräuter.
Der richtige Standort für Ihren Fensterbrettgarten
Die Wahl des passenden Fensters entscheidet über Erfolg oder Misserfolg Ihres Indoor-Kräutergartens. Die meisten Küchenkräuter stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und lieben daher Sonne und Wärme. Ein nach Süden oder Südwesten ausgerichtetes Fenster mit mindestens vier bis sechs Stunden direktem Sonnenlicht täglich ist also ideal für die meisten Pflanzen.
Ost- oder Westfenster funktionieren ebenfalls, allerdings müssen Sie da zu Kräutern greifen, die mit weniger Licht auskommen. Ein Nordfenster eignet sich nur bedingt – hier wachsen lediglich sehr genügsame Arten wie Schnittlauch oder Petersilie. Achten Sie auch darauf, dass die Heizung nicht direkt unter dem Fensterbrett liegt. Die trockene Heizungsluft schadet den Pflanzen und lässt die Erde zu schnell austrocknen.
Kosmetik selber gemacht: Hier ein paar Rezepte aus Kräutern, Blumen & Co.
Die geeigneten Pflanzgefäße finden
Blumenkästen und -töpfe gibt es in vielen Farben, Größen und Ausführungen. Besonders gut geeignet sind Modelle mit Wasserspeicher im "doppelten" Boden. Durch Öffnungen in diesem Zwischenboden können die Wurzeln soviel Wasser aufnehmen, wie sie brauchen, es entsteht aber keine Staunässe im Substrat.
Diese Kräuter gedeihen am Fensterbrett besonders gut
Nicht jedes Kraut fühlt sich in der Wohnung wohl. Schauen wir uns die beliebtesten Pflanzen und ihre Anforderungen hier genauer an:
- Basilikum gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern und wächst am Fensterbrett hervorragend. Er braucht viel Licht, Wärme und regelmäßig Wasser. Er ist aber zickig, hasst Zugluft und wenn er öfters verstellt wird.
- Schnittlauch ist besonders pflegeleicht und kommt auch mit weniger Sonne gut zurecht. Er lässt sich immer wieder abschneiden und treibt verlässlich nach.
- Petersilie gedeiht sowohl glatt als auch kraus am Fensterbrett. Sie bevorzugt einen halbschattigen Platz und verträgt keine Staunässe.
- Thymian ist ein echter Überlebenskünstler. Er braucht wenig Wasser und verzeiht auch mal eine Trockenperiode.
- Oregano liebt die Sonne und entwickelt am warmen Fensterbrett sein volles Aroma.
- Minze wächst schnell und üppig, braucht aber einen eigenen Topf, da sie andere Kräuter verdrängt.
- Rosmarin eignet sich ebenfalls für die Fensterbank, benötigt aber einen kühlen Standort im Winter.
- Kresse ist perfekt für Einsteiger. Sie wächst innerhalb weniger Tage und braucht nicht einmal Erde – feuchtes Küchenpapier genügt.
So pflanzen Sie Kräuter am Fensterbrett richtig an
Die Wahl des richtigen Gefäßes ist entscheidend. Verwenden Sie Töpfe mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Tontöpfe sind ideal, da sie atmungsaktiv sind und überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen. Plastiktöpfe funktionieren ebenfalls, speichern aber die Feuchtigkeit länger.
Verwenden Sie ausschließlich hochwertige Kräutererde oder Bio-Erde. Sie ist nährstoffreich und hat die richtige Struktur für Kräuter. Normale Blumenerde ist oft zu schwer und speichert zu viel Wasser. Mischen Sie bei Bedarf etwas Sand unter die Erde – das verbessert den Wasserhaushalt.
Legen Sie eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Topfboden an. Diese verhindert Staunässe und schützt die Wurzeln vor Fäulnis. Setzen Sie die Kräuter nicht zu tief ein. Der Wurzelballen sollte mit der Erdoberfläche abschließen. Drücken Sie die Erde leicht an und gießen Sie die frisch eingepflanzten Kräuter vorsichtig an.
Für ein bisschen mehr Farbe: Malen Sie die Tontöpfe einfach an!
Bewässerung und Pflege: Darauf müssen Sie achten
Die richtige Wassermenge ist die größte Herausforderung beim Fensterbrettgarten. Zu viel gießen ist problematischer, als zu wenig gießen. Geben Sie der Pflanze erst Wasser, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Stecken Sie dazu einfach einen Finger in die Erde – fühlt sie sich trocken an, braucht die Pflanze Wasser.
Gießen Sie immer direkt auf die Erde, nie über die Blätter, da diese sonst Pilzkrankheiten bekommen oder faulen können. Oder Sie geben ein bisschen Wasser in den Übertopf, die Pflanze holt sich dann selbst, was sie braucht. Verwenden Sie immer zimmerwarmes Wasser. Kaltes Wasser aus der Leitung schockt die Wurzeln. Am besten wäre sowieso Regenwasser. Vermeiden Sie unbedingt Staunässe!
Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano brauchen weniger Wasser als Basilikum oder Petersilie. Düngen Sie Ihre Kräuter alle zwei bis drei Wochen mit einem organischen Flüssigdünger. Überdüngung schadet dem Aroma. Schneiden Sie Ihre Kräuter regelmäßig. Das fördert buschiges Wachstum und verhindert, dass die Pflanzen verholzen oder blühen.
Drehen Sie die Töpfe alle paar Tage um 180 Grad. So wachsen die Pflanzen gleichmäßig und recken sich nicht einseitig zum Licht. Im Winter brauchen viele Kräuter eine Ruhepause. Reduzieren Sie dann das Gießen und stellen Sie das Düngen ein.
Welche Fehler sind typisch bei der Indoor-Kräuterzucht?
Viele Hobbygärtner gießen ihre Kräuter zu häufig. Staunässe ist der häufigste Grund für eingehende Pflanzen am Fensterbrett. Prüfen Sie immer die Feuchtigkeit der Erde, bevor Sie zur Gießkanne greifen. Ein weiterer Fehler ist zu dichtes Pflanzen. Jedes Kraut braucht seinen eigenen Topf oder ausreichend Platz im Kasten. Zu enge Pflanzung fördert Pilzbefall und Schädlinge.
Achten Sie auf Schädlinge wie Blattläuse oder Trauermücken. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig. Bei Befall helfen natürliche Mittel wie eine Schmierseifenlösung.
Kaufen Sie keine billigen Supermarktkräuter im Plastiktopf mit der Absicht, sie dauerhaft zu kultivieren. Diese Pflanzen sind auf schnelles Wachstum gezüchtet und gehen meist nach kurzer Zeit ein. Topfen Sie die Kräuter auch sofort nach dem Kauf in größere Gefäße um und teilen Sie den Wurzelballen.
Vergessen Sie nicht, Ihre Kräuter zu ernten. Regelmäßiges Schneiden hält die Pflanzen vital und produktiv. Ernten Sie am besten morgens – dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten.
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