Branchentreff zu „Klinikbau im Wandel“
Wie sieht das Krankenhaus von morgen aus? Und wie verändern sich aktuell die Rahmenbedingungen für Klinikprojekte? Das Planungs-, Beratungs- und Projektmanagementunternehmen Drees & Sommer lud zum Branchentreff „Klinikimmobilie der nächsten Generation“, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Technologische Entwicklungen, steigender Kostendruck und eine zunehmende Komplexität in der medizinischen Versorgung treffen auf langfristige Planungs- und Bauprozesse. Das Ergebnis ist ein Spannungsfeld, das neue Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Klinikimmobilien stellt. „Die Herausforderungen im Gesundheitsbau lassen sich heute nicht mehr isoliert betrachten. Erst im Austausch zwischen Planung, Bau und Betrieb entsteht ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Klinikimmobilien künftig funktionieren müssen“, erklärt der Veranstalter des Branchenevents, Architekt Jürgen Zimmermann von Drees & Sommer SE.
Klinikprojekte sind langfristig angelegt, treffen jedoch auf ein Umfeld, in dem sich Medizintechnik, Prozesse und Versorgungsanforderungen deutlich schneller verändern, als Gebäude realisiert werden können. In der Praxis bedeutet das, dass Kliniken auf Basis des aktuellen Stands geplant werden, bei Inbetriebnahme jedoch häufig nicht mehr optimal zu den tatsächlichen Anforderungen passen.
Entwicklung wird durch mehrere Faktoren zugleich verstärkt
Der demografische Wandel führt zu einer älter werdenden Patientenschaft und zu komplexeren Krankheitsbildern mit höherem Versorgungsbedarf. Gleichzeitig verändern sich Behandlungsansätze und Versorgungsmodelle, etwa durch stärker individualisierte Therapien oder den Einsatz von Robotik und KI in Diagnostik und Therapie. Parallel dazu steigt der wirtschaftliche Druck durch begrenzte Budgets, während volatile Preise für Materialien und Energie sowie Fachkräftemangel die Planbarkeit zusätzlich erschweren. Hinzu kommen neue Anforderungen im Vergaberecht.
Aus dieser Überlagerung entsteht ein hochdynamisches System, in dem technologische, strukturelle und wirtschaftliche Entwicklungen gleichzeitig wirken und sich gegenseitig beeinflussen. Erste Lösungsansätze liegen in alternativen Formen der Zusammenarbeit, etwa durch den verstärkten Einsatz von Early-Contractor-Modellen.
Neue Technologie muss in bestehende Infrastruktur integriert werden
Eine zentrale Erkenntnis aus dem fachlichen Austausch ist, dass nicht die Technologie allein über den Erfolg von Innovationen entscheidet, sondern deren Integration in bestehende Strukturen. Praxisbeispiele zeigen, dass selbst hochentwickelte Systeme keinen Mehrwert entfalten, wenn sie nicht in Prozesse, Abläufe und räumliche Voraussetzungen der jeweiligen Gesundheitseinrichtung eingebettet sind. „Klinikprojekte lassen sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen nur dann erfolgreich umsetzen, wenn Planung, Bau und Betrieb von Beginn an integriert gedacht werden. Genau hier setzt der Ansatz der Gesamtabwicklung an“, betont Gerald Herndlhofer, Partner und Geschäftsführer von Drees & Sommer Österreich.
Klare Herausforderungen für Plan und und Umsetzung
Klinikgebäude müssen künftig flexibel und anpassungsfähig konzipiert werden, um auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können. Gleichzeitig ist es erforderlich, Prozesse und Nutzung von Beginn an mitzudenken und Planung, Bau und Betrieb enger miteinander zu verzahnen. „Die Klinikimmobilie der Zukunft ist damit kein statisches Bauwerk mehr, sondern Teil eines dynamischen Systems, das sich kontinuierlich weiterentwickeln muss“, ergänzt Herndlhofer.
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