großer Sack mit Salz lehnt am Poolrand, daneben eine Schüssel mit Salz, im Hintergrund strahlend sauberes Poolwasser.

großer Sack mit Salz lehnt am Poolrand, daneben eine Schüssel mit Salz, im Hintergrund strahlend sauberes Poolwasser. © oneSHUTTER oneMEMORY/adobe.stock.com

Salz statt Chlor: Der Salzwasserpool

Der Salzwasserpool ist eine beliebte Alternative zum klassischen Chlorpool. Durch den Einsatz von Salz anstelle von Chlor ergeben sich einige Vorteile, aber auch Dinge, die es zu beachten gilt.

Wer hätte nicht gerne das Meer vor der Tür? Zumindest ein bisschen davon können Sie sich tatsächlich nach Hause holen, auch wenn Sie nicht in Italien, Kroatien oder an der Nordsee leben. Mit einem Salzwasserpool nämlich. Anstelle von Chlor wird hier Salz zur Desinfektion des Wassers eingesetzt.

Salzwasserpools bieten viele Vorteile in puncto Hautverträglichkeit, Bedienkomfort und Umweltfreundlichkeit. Mit der richtigen Technik und etwas Know-how lässt sich das System problemlos betreiben. Die anfänglichen Mehrkosten für die Anschaffung der Salzanlage relativieren sich durch die günstigen Betriebskosten. Hier nun alle Informationen zum Thema Salz im heimischen Pool:

Was ist ein Salzwasserpool?

Pool ist grundsätzlich einmal Pool, das einzige, worin sich der Salzwasserpool vom Chlorpool unterscheidet, ist das Wasser. Im Becken befindet sich nämlich leicht salziges Wasser mit einem Salzgehalt von etwa 0,4 %. Das ist übrigens deutlich weniger, als beim Meerwasser mit etwa 3,55 % Masseanteil. Durch eine spezielle Salzanlage wird das Salz in Chlor umgewandelt, welches dann wie in einem herkömmlichen Chlorpool für die Desinfektion sorgt. Genannt wird dieser Prozess Salzelektrolyse.

Wie funktioniert die Salzelektrolyse?

Zuerst wird dem Poolwasser Salz hinzugefügt, etwa drei bis vier Gramm pro Liter. Das salzhaltige Wasser durch eine Elektrolysezelle, die im Filterkreislauf installiert ist. In der Zelle wird Strom durch das Wasser geleitet, was das Salz (Natriumchlorid) in seine Bestandteile zerlegt. Bei diesem Prozess entsteht Chlor, das als Desinfektionsmittel wirkt und Bakterien und andere Mikroorganismen im Wasser abtötet. Nach einiger Zeit wandelt sich das nicht verbrauchte Chlor wieder in Salz um. Ein Salzwasserpool ist also nicht chlorfrei, das Chlor muss nur nicht händisch als Tabletten oder Flüssigkeit beigemengt werden, sondern entsteht kontinuierlich direkt vor Ort.

Was sind die Vorteile eines Salzwasserpools?

Salzwasserpools bieten einige Vorteile gegenüber klassischen Chlorpools:

  • Salzwasser ist hautfreundlicher und fühlt sich angenehmer auf der Haut an als chlorhaltiges Wasser. Es trocknet die Haut weniger aus und ist auch für empfindliche Haut gut geeignet.
  • Die Augen brennen nicht beim Tauchen, da der Salzgehalt ähnlich hoch wie in der menschlichen Tränenflüssigkeit ist.
  • Es gibt keinen unangenehmen Chlorgeruch, weder am Pool noch auf der Haut und den Haaren nach dem Baden.
  • Salzwasserpools sind pflegeleichter, da die Salzanlage vollautomatisch läuft und das Chlor selbst produziert. Es muss kein Chlor manuell dosiert werden.
  • Salz ist günstiger als Chlortabletten oder Chlorflüssigkeit. Zudem wird das Salz bei der Elektrolyse nicht verbraucht, es kann über einen langen Zeitraum verwendet werden.
  • Salz ist ein Naturprodukt und damit umweltschonender als künstlich hergestellte Poolchemie. Es unterliegt auch keinen besonderen Lagerungsvorschriften. Aber: Verwenden Sie nur spezielles Poolsalz, kein Speise- oder Jodsalz. Das Salz wird direkt ins Poolwasser gegeben und muss sich vollständig auflösen.

Was sind mögliche Nachteile von Salzwasserpools?

Bei allen Vorteilen für Körper, Gesundheit und Wohlgefühl, Es gibt auch ein paar Punkte, die Sie bei der Entscheidung für und beim Betrieb von einem Salzwasserpool beachten sollten:

  • Für die Umwandlung von Salz in Chlor wird eine spezielle Salzanlage benötigt. Diese muss entweder gleich installiert oder nachgerüstet werden. Einfach Salz ins Poolwasser zu schütten, reicht nicht aus. Wählen Sie die Salzanlage passend zur Poolgröße: für 10 m³ Wasser werden ca. 40 kg Salz benötigt.
  • Alle Einbauteile und Leitern im Pool müssen salzwasserbeständig sein, um Korrosion zu vermeiden. Edelstahl, Kunststoff oder Titan sind besonders geeignet. Auch bei den Schrauben und dem Zubehör rund um den Pool sollte auf die entsprechende Salzwassereignung geachtet werden.
  • Bei Stahlwandpools müssen die Schnittkanten zusätzlich behandelt werden, z. B. mit Kaltzink oder durch Versiegelung mit Silikon. So können Sie ein Rosten verhindern.
  • Zusätzlich zum Salz wird noch ein pH-Wert-Senker benötigt, entweder manuell dosiert oder über eine automatische Dosieranlage. Installieren Sie neben der Salzanlage also auch eine pH-Wert-Regelung, am besten als automatische Dosieranlage.
  • Bei der Überwinterung des Pools müssen Salzanlage, Dosieranlage und empfindliche Teile ausgebaut und das Restwasser aus den Leitungen entfernt werden.

Ob Salzwasserpool oder klassischer Chlorpool - letztlich ist es Geschmackssache. Wenn Sie sich aber für die salzige Variante entscheiden, sind Sie mit den Tipps aus diesem Ratgeber bestens gerüstet. So steht dem unbeschwerten Badespaß nichts mehr im Wege.

Veronika Kober
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG