Smart Home Panel an der Wand zeigt Datum, Temperatur, Akkuladung und weitere Features. Im Hintergrund Couch mit Zierkissen.

Immer mehr Haushalte setzen heute auf smarte Geräte, das birgt auch Gefahren. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihr Smart Home vor Hackerangriffen schützen. © zhu difeng/stock.adobe.com

Ist Ihr Smart Home sicher?

Das Smart Home, ein vernetztes Zuhause, macht das Leben bequemer und erleichtert uns den Alltag. Fakt ist aber auch, dass ein smartes Zuhause Cyberkriminellen unter Umständen Tür und Tor öffnet. Wie Sie Ihr Zuhause vor unerwünschten Zugriffen schützen, sagen wir Ihnen hier.

Eine Untersuchung aus 2025 zeigt, dass sich die Angriffe auf Smart Homes im letzten Jahr massiv erhöht haben, und zwar ums Dreifache. Ob Babyphone, Alarmanlage, smarte Heizung oder schlicht der Smart-TV: Ein Durchschnittshaushalt wird im Durchschhnitt 29-mal pro Tag (!) angegriffen. Hacker nutzen Sicherheitslücken, um private Netzwerke zu kapern, Kameras auszuspähen oder Geräte in Botnetze zu integrieren. Erschreckend, oder? Sie sind dieser Gefahr jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Wir haben ein paar ganz wichtige Sicherheitstipps für Sie, die Ihr Zuhause vor solchen kriminellen Angriffen schützen.

Ändern Sie nach der Installation sofort alle Standardpasswörter

Die größte Sicherheitslücke in jedem Smart Home sind die Werkseinstellungen der Geräte bzw. Smart Home-Systeme. Viele Gadgets kommen mit simplen Passwörtern wie "admin" oder "12345" auf den Markt. Diese sind vorläufig! Erstellen Sie bitte für jedes Gerät ein individuelles, starkes Passwort mit mindestens zwölf Zeichen. Kombinieren Sie Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Ein Passwortmanager hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten. Besonders wichtig: Ändern Sie auch das Passwort Ihres WLAN-Routers – immerhin ist er die Haupteintrittspforte Ihres vernetzten Zuhauses.

Sie sicher ist ein Passwortmanager wirklich?

Richten Sie ein separates WLAN-Netz oder Gäste-WLAN ein

Trennen Sie Ihre smarten Geräte von allen persönlichen Computern und Smartphones. Die meisten modernen Router bieten diese Möglichkeit, ein Gäste-Netzwerk einzurichten. Nutzen Sie dieses ausschließlich für Ihre Smart-Home-Geräte. So können Angreifer selbst bei einem erfolgreichen Hack auf eine smarte Glühbirne etwa nicht auf Ihren Laptop, Ihr Smartphone und damit wichtige Dokumente und Zugangsdaten zugreifen. Achten Sie darauf, dass beide Netzwerke mit der aktuellen WPA3-Verschlüsselung gesichert sind.

Tipp: Führen Sie Protokoll

Dokumentieren Sie, wann Sie welches Gerät aktualisiert haben – so behalten Sie den Überblick.

Halten Sie Ihre Geräte immer aktuell

Software-Updates sind lästig, aber unverzichtbar. Hersteller schließen mit jedem Update aktuell bekannte Sicherheitslücken. Aktivieren Sie automatische Updates, wo immer möglich. Prüfen Sie mindestens einmal im Monat manuell, ob für Ihre Geräte neue Firmware verfügbar ist. Das gilt besonders für Sicherheitskameras, smarte Türschlösser und Alarmanlagen. Ältere Geräte, die keine Updates mehr erhalten, sollten Sie austauschen. Ein fünf Jahre altes Smart-Home-Gerät ohne Sicherheitsupdates ist wie eine offene Haustür.

Welche Vorteile hat ein vernetzes Zuhause?

Verschlüsseln Sie die Datenübertragung

Achten Sie beim Kauf neuer Geräte darauf, dass sie verschlüsselte Kommunikation unterstützen. Die Datenübertragung sollte über HTTPS oder ähnlich sichere Protokolle laufen. Viele günstige Geräte senden Informationen unverschlüsselt durchs Netzwerk. Prüfen Sie in den Einstellungen Ihrer Geräte, ob Verschlüsselungsoptionen vorhanden sind, und aktivieren Sie diese. Bei der Einrichtung neuer Geräte sollten Sie auf Zertifikate und Sicherheitssiegel achten. Produkte mit dem "Made for Smart Home"-Siegel erfüllen meist höhere Sicherheitsstandards.

Deaktivieren Sie ungenutzte Funktionen

Schalten Sie alle Features ab, die Sie nicht benötigen. Brauchen Sie wirklich den Fernzugriff auf Ihre Kaffeemaschine aus dem Urlaub? Muss die Überwachungskamera ständig mit der Cloud verbunden sein? Viele Geräte bieten einen lokalen Betrieb ohne Internetverbindung an. Deaktivieren Sie auch UPnP (Universal Plug and Play) in Ihrem Router – diese Funktion erleichtert zwar die Einrichtung, öffnet aber Sicherheitslücken. Überprüfen Sie regelmäßig, welche Geräte tatsächlich mit Ihrem Netzwerk verbunden sind. Unbekannte Geräte sollten Sie sofort entfernen.

Setzen Sie auf Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet eine zusätzliche Schutzschicht. Selbst wenn ein Hacker Ihr Passwort kennt, benötigt er noch einen zweiten Faktor – meist einen Code wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung auf Ihrem Smartphone. Aktivieren Sie 2FA für alle Apps und Dienste, die Ihre Smart-Home-Geräte steuern. Besonders wichtig ist dies für zentrale Steuerungssysteme und Cloud-Dienste. Nutzen Sie nach Möglichkeit Authentifizierungs-Apps statt SMS, da diese sicherer sind. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten, erhöht die Sicherheit aber erheblich.

Bleiben Sie dran

Sicherheit im Smart Home ist nicht mit einer Aktion getan. Nehmen Sie sich am besten einmal im Monat eine halbe Stunde Zeit, um Ihre Einstellungen zu überprüfen und verfügbare Updates durchzuführen. Informieren Sie auch andere Haushaltsmitglieder über die Sicherheitsmaßnahmen. Und jetzt los: Ändern Sie gleich als erstes alle Standardpasswörter und richten Sie ein separates Netzwerk ein. Diese beiden Schritte allein schützen Sie schon vor den häufigsten Angriffen. Ihr vernetztes Zuhause soll Ihr Leben erleichtern – mit den richtigen Vorkehrungen bleibt es dabei auch sicher.

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Redaktion
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