Symposium: Die Moral der Architektur
Wie politisch darf – oder muss – Architektur sein? Ein hochkarätig besetztes Symposium in Wien stellt am 31.1.2026 unbequeme Fragen zur moralischen Verantwortung von Architekturschaffenden.
Wie politisch darf – oder muss – Architektur sein? Ein hochkarätig besetztes Symposium in Wien stellt am 31.1.2026 unbequeme Fragen zur moralischen Verantwortung von Architekturschaffenden.
Die Architekturgeschichte lebt bis heute von großen Namen und ikonischen Werken – doch immer häufiger rücken neue historische Forschungen die biografischen Schattenseiten berühmter Architektinnen und Architekten ins Licht. Gerade im Kontext des Nationalsozialismus wird deutlich, wie eng Architektur, Macht und politische Ideologien miteinander verwoben sein können. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Architekturzentrum Wien (Az W) gemeinsam mit Docomomo Austria und der ÖGFA am Samstag, 31. Jänner 2026, der Frage nach der Moral der Architektur und dem politischen Gehalt architektonischen Handelns.
Kann man Werk und Künstler wirklich trennen?
Im Mittelpunkt des Symposiums steht die kritische Auseinandersetzung mit Architekturbiografien und der Frage, ob und wie sich eine problematische persönliche Haltung von der Würdigung eines Werks trennen lässt. Diskutiert wird zudem, wie sich ethische Maßstäbe im Laufe der Zeit verändern und welche Legitimation heutige Generationen haben, moralische Urteile über historische Akteure zu fällen. Der Diskurs schlägt dabei bewusst eine Brücke zur Gegenwart, in der Architektur erneut als politisches Instrument genutzt wird – sei es im Städtebau, bei Repräsentationsbauten oder im Umgang mit dem baulichen Erbe.
Drei thematische Blöcke rund um die Moralfrage in der Architektur
Drei thematische Blöcke strukturieren den Tag: „Vom Umgang mit Geschichte – Disziplinen im Austausch“, „Moral, Biografie, Werk – Handlungsanweisungen“ sowie „Öffentliche Aufarbeitung – Politische Räume und architektonischer Diskurs“. Die Keynote-Vorträge übernehmen Ernst Piper (Universität Potsdam), Hartmut Frank (HCU Hamburg) und Stephan Trüby (Universität Stuttgart).
Ergänzt werden die Impulse durch eine breit aufgestellte Runde von Expertinnen und Experten aus Denkmalpflege, Architekturpraxis und Wissenschaft, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Wien, Graz, Berlin, Kassel, Mendrisio und Zürich. Moderiert wird das Symposium von den Organisatoren Albert Kirchengast (Docomomo) und Maik Novotny (ÖGFA), die abschließende Zusammenfassung liefert Anna Soucek (Ö1, ORF).
Termin: Samstag, 31. Jänner 2026, 9.30–19.30 Uhr
Ort: Architekturzentrum Wien (Az W), Museumsplatz 1, 1070 Wien
Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich
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