Wohnhaus im 1. Bezirk in Wien mit historischer Fassade, blauem Himmel und grünen Bäumen.

Wohnhaus im 1. Bezirk in Wien mit historischer Fassade, blauem Himmel und grünen Bäumen. © finecki / Adobe Stock

Immobilienmarkt 2025: Immobilienpreise in Wien steigen

Die Bundeshauptstadt verzeichnet weiter steigende Immobilienpreise - sowohl bei Kauf als auch Miete. Dennoch bleibt Wien im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen noch verhältnismäßig erschwinglich. Experten warnen jedoch: Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich dieser Vorteil bald ändern.

Der Wiener Immobilienmarkt befindet sich in einer paradoxen Situation: Während politische Debatten sich verstärkt um leistbares Wohnen drehen, entwickeln sich die realen Preise kontinuierlich nach oben. Aktuelle Analysen von Engel & Völkers Commercial zeigen, dass die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien mittlerweile zwischen 5.500 und 8.000 Euro liegen. Die Mietpreise bewegen sich zwischen 16 und 20 Euro pro Quadratmeter. Dennoch positioniert sich Wien im europäischen Vergleich noch moderat - in Paris etwa werden Quadratmeterpreise von bis zu 17.000 Euro erzielt.

Komplexe Ursachen für die Preisentwicklung

Die Gründe für die steigenden Wohnkosten in Wien sind vielschichtig und komplex. Seit 2020 haben massive Kostensteigerungen im Bausektor, ausgelöst durch globale Lieferengpässe und Materialknappheit bei essenziellen Baustoffen wie Holz und Stahl, die Preisspirale in Gang gesetzt. Gleichzeitig wächst Wien durch kontinuierlichen Zuzug, während das Wohnangebot durch langwierige Genehmigungsverfahren und reduzierte Neubautätigkeit stagniert. Experten prognostizieren für 2026 sogar einen Höhepunkt der Wohnungsknappheit. Zusätzlich erschweren die seit 2022 geltenden strengeren Kreditvergaberichtlinien der Finanzmarktaufsicht (FMA) den Zugang zu Wohneigentum erheblich.

Handlungsbedarf in der Wohnbaupolitik

Christian Sommer, Geschäftsführer von Engel & Völkers Commercial Wien, sieht dringenden Handlungsbedarf: "Was wir brauchen, ist eine Kombination aus praxisnahen Fördermodellen, gezieltem Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus und einer Rücknahme überregulierender Kreditvergaberichtlinien." Auch steuerliche Anreize für Sanierungen und ein Abbau bürokratischer Hürden bei Genehmigungsverfahren seien erforderlich, um dringend benötigten Wohnraum schneller zu schaffen. Selbst gesetzliche Mietpreisdeckelungen konnten den Preisanstieg bisher nicht effektiv eindämmen.

Wie kann Wohnen in Wien leistbar bleiben?

Ohne entschlossenes Handeln und klare Prioritäten in der Wohnbaupolitik droht Wien seinen aktuellen Preisvorteil gegenüber anderen europäischen Metropolen zu verlieren. Eine nachhaltige Lösung erfordert das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen: von der Vereinfachung der Bauordnung über die Schaffung steuerlicher Anreize bis hin zur Überarbeitung der Kreditvergaberichtlinien. Nur so kann Wien auch in Zukunft leistbaren Wohnraum für alle Einkommensgruppen gewährleisten und seine Position als lebenswerte Metropole behaupten.

Redaktion
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