Wildkräuter & Wildobst - Essbares vom Wegesrand
Es muss nicht immer der Supermarkt oder das eigene Beet sein - Wildkräuter und Wildobst erleben ein Revival. Gut so! Denn es ist kaum zu glauben, wie viel essbares am Wegesrand oder auf Freiflächen wächst.
Hinweise und Tipps
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Die Kultivierung von Nutzpflanzen durch den Acker- und Gartenbau ist beinahe so alt, wie die Menschheit selbst. Doch noch unsere Großelterngeneration erntete auch gerne das, was die Natur umsonst hergab. Mittlerweile erlebt das Wissen um essbare Wildpflanzen ein Revival. Die wichtigsten von ihnen stellen wir Ihnen hier vor.
Ein Bündel Bärlauch liegt auf einem hölzernen Schneidebrett Gerüchte von Salz und anderen Kochutensilien sind verteilt in einer rustikalen Küchenszene. © Ferumov/shutterstock.com
Bärlauch
Spaziergänger kennen seinen starken Knoblauchduft, wenn sie durch die Wälder Österreichs streifen. Im Frühling (März und April) gedeiht Bärlauch großflächig um die Stämme von Laubbäumen herum. Zwar sind auch seine weißen Blüten essbar, aber die Blätter schmecken besser, solange er noch nicht aufgeblüht ist. Sorge bereitet manchem Spaziergänger seine Ähnlichkeit zu den hochgiftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Wichtigster Unterschied: der Knoblauchduft. Außerdem hat beim Bärlauch jedes Blatt einen eigenen Stängel, die Unterseite ist matt, während die Oberseite des Bärlauch glänzt. Doch wer sich nicht ganz sicher ist, besser Finger weg.
Gut für: Pesto, aromatisiertes Öl, um Nudel- oder Spätzleteig zu verfeinern
Holzschale enthält Reis mit gehacktem Gemüse und Zitronenschale garniert Gabel liegt daneben Umgebung zeigt grüne Blätter und gelbe Zitronen auf einem Holztisch © minadezhda/shutterstock.com
Brennnessel
Sie wuchern wie verrückt und lösen bei Hautkontakt juckende Bläschen aus – aber sie schmecken wunderbar nussig! Vom Frischverzehr wird an dieser Stelle selbstverständlich abgeraten, wobei der Rohverzehr mit ein paar Tricks durchaus möglich ist. Sorgfältig in einem Geschirrhandtuch zerrieben zerstört die feinen Härchen, die fürs Brennen zuständig sind, und Sie können die Brennnessel gefahrlos über eine Suppe streuen. Am sichersten bleibt es aber die Blätter kurz zu erhitzen, bzw. zu blanchieren.
Gut für: Suppen, Frischkäse-Aufstrich, als Spinatersatz und natürlich Tee
Weiße Emailletasse mit weißen Gänseblümchen steht auf alten Holztisch im Freien umgeben von grünem unscharfen Hintergrund © iravgustin/shutterstock.com
Gänseblümchen
Ihre weißen Blütenblätter verschönen nicht nur jede Wiese, sie gelten auch als hoffnungsvolles Orakel für Verliebte. In der Küche bzw. auf dem Teller, geben sie eine ebenso hübsche, wie essbare Dekoration ab. Aber auch die Blätter vom Gänseblümchen sind genießbar und können für Suppen und Soßen verwendet werden.
Gut für: Deko, Suppen und Soßen
Ein Glas mit bernsteinfarbenem Honig dekoriert mit Jutegarn steht auf einem Jutestoff links daneben ein weiteres Glas und gelbe Löwenzahnblüten im Hintergrund ein Holzlöffel mit einer Blüte © minadezhda/shutterstock.com
Löwenzahn
GartenbesitzerInnen sehen ihn in erster Linie als Unkraut an, aber Löwenzahn, vor allem der junge, ist durchaus schmackhaft und wird häufig für Salat verwendet. Besonders in Kombination mit hartgekochten Eiern ist er ein Genuss. Neben Wurzelwerk und Blättern sind auch die Blüten essbar, welche gerne mit Wasser und Zucker als "Honig" eingekocht werden.
Gut für: Salat, Suppe - die Blüten als Chutney und Honig
Frische grüne Blätter liegen auf einem Holzschneidebrett auf braunem Stoff eine Holzmesser liegt daneben alles auf einem rustikalen Holztisch. © Sea Wave/shutterstock.com
Sauerampfer
Finden lässt sich der Sauerampfer vor allem auf den sogenannten Fettwiesen. Sein fein-säuerliches Aroma passt wunderbar zu Salaten, aber er ist auch eine hervorragende Zutat für schmackhafte Suppen. Im Frankfurter Raum ist Sauerampfer übrigens ein wichtiger Bestandteil für die regionale Spezialität der "grünen Soße". Ganz allgemein passt er ideal zu Milchprodukten wie Sauerrahm, Joghurt oder Topfen.
Gut für: Salate, kalte Soßen, Suppen
Grüne Pflanze mit kleinen weißen Blüten liegt auf einem Tisch aus hellem Holz. © Heike Rau/shutterstock.com
Vogelmiere
Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch! Die Vogelmiere wächst nahezu überall. Ob Wiese, Wegesrand oder Schutthaufen, wir sind schon tausende Male an ihr vorbei gegangen, ohne sie zu beachten. Früher war das anders, da sie unseren Vorfahren bis in den tiefen Winter hinein wichtige Vitamine lieferte. Genießbar ist alles an ihr und sie kann auch das ganze Jahr über geerntet werden.
Gut für: Pesto, Salate, Aufstriche
Glaskrug mit Tee steht auf Sackleinen Tuch neben frischen Hagebutten Honiglöffel Ingwerstücken und Zitronenscheiben auf rustikalem Holztisch. © TGTGTG/shutterstock.com
Hagebutte
Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm … Ja, bei diesem Kinderlied handelt es sich um die Hagebutte. Am ehesten fällt uns natürlich der Hagebuttentee ein, doch die Früchte der Wildrose können auch für andere Delikatessen verarbeitet werden.
Gut für: Tee, Soße (Wildgerichte!), Likör, Marmelade
Holzschale gefüllt mit roten und violetten Beeren steht auf einem hellblauen Holztisch. Grünblättrige Zweige mit roten Beeren liegen um die Schale herum im verschwommenen Hintergrund. © Malivan_Iuliia/shutterstock.com
"Dirndl"
Im allgemeinen Sprachraum ist die Dirndl besser als Kornelkirsche bekannt. Bei uns in Österreich wird sie am liebsten (oder häufigsten) zu Schnaps und Marmelade verarbeitet. In Kombination mit Erdbeeren verfeinert sie aber auch immer öfters Süßspeisen.
Gut für: Schnaps, Marmelade, Süßspeisen, Konfekt
Holzbrett liegt auf einem weiß gestrichenen Holztisch Zucker Zitronenscheiben und Holunderblütenblätter liegen auf dem Brett daneben sind ganze Zitronen brauner Zucker und weitere Holunderblüten verteilt. © images72/shutterstock.com
Holler
Kaum eine Wildpflanze, die im städtischen Gebiet öfters vorkommt als der Holler. In vielen Gärten, Parks oder Freiflächen blühen seine Dolden im Frühling weißgelb und verbreiten ihren süßlichen Duft. Wird bis Ende August gewartet, reifen aus den Blüten tiefschwarze, extrem vitaminreiche Beeren. Sowohl Blüten wie auch Früchte können vielfältig verarbeitet werden.
Gut für: Sirup, Hollerröster, Marmelade, Gelee, Blüten in Bierteigmantel
AdobeStock_207788957.jpg © JRG / Adobe Stock
Giersch
Im Garten als Unkraut verteufelt, wächst dieser Doldenblütler vor allem in Gärten, schattig-feuchten Gebüschen und in Wäldern. Und er ist eine beliebte Gemüsepflanze mit einem milden Geschmack. Der Giersch kann ähnlich wie Spinat verwendet werden.
Gut für: Suppen, Quiches oder als Pesto
Spitzwegerich mit den typischen kleinen Blütenköpfchen auf Wiese © skymoon13 / Adobe Stock
Spitzwegerich
Den Spitzwegerich findet man vor allem in Fettwiesen, auf Äckern und Feldern sowie am Wegesrand. Daher auch sein Name Wegerich. Blätter, Blütenknospen, Samen und Wurzeln sind essbar. Wichtig ist aber, die Pflanze nur von ungedüngten Feldern zu pflücken! Sein Geschmack erinnert an Champignons. Besonders bekannt ist das Kraut auch für seine heilenden Eigenschaften, vor allem zur Behandlung von bronchialen Erkrankungen wie Husten. Und noch ein Tipp aus der Kategorie "Was Oma schon wusste": Der Juckreiz nach einem Bienen- oder Wespenstich lässt sich mit einem frischen, zwischen den Fingern verriebenen Spitzwegerichblatt sehr gut behandeln.
Gut für: Salate, Suppen oder als Gemüsebeilage sowie als heilender Tee gegen Husten.
Gundermann violett blühend in Vogelperspektive auf Wiese © simona / Adobe Stock
Gundermann
Gundermann, auch bekannt als Gundelrebe oder Erd-Efeu wächst in fast jedem naturbelassenen Garten. Das krautige Gewächs und wirkt aufgrund seiner zahlreichen ätherischen Öle entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, antioxidativ und schleimlösend. Äußerlich lässt er sich in Form von Kompressen oder Salben bei schlecht heilenden Wunden oder auch Abszessen anwenden. Gundermannblätter haben einen starken aromatischen Geschmack.
Gut für: Salate, Kräuterbutter oder als Tee
Schafgarbe blühend weiß wächst auf Ackerboden © M. Schuppich / Adobe Stock
Schafgarbe
Die strahlend weißen Korbblütler wachsen vor allem auf Bergwiesen und Feldern. Sie sind voll mit Gerbstoffen, Flavonoiden, Polyphenolsäuren, Bitterstoffen und ätherischen Ölen, was sie zu einer sehr beliebten Heilpflanze macht. Essbar sind die (jungen) Blätter und die Blüten.
Gut für: Salate oder getrocknet und zerreiben als Gewürz
roter Wiesenklee mit Blättern und Blüten © Øyvind / Adobe Stock
Klee
Der rote und weiße Klee kommt vor allem auf Feldern, Fettwiesen und lichten Waldstellen vor. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar. Die Blüten sind sehr nektarreich, vielleicht haben Sie als Kinder auch die Blütenköpfe ausgesaugt für einen kleinen süßen Snack.
Gut für: Dekoration, in Salaten oder als Tee
wild wachsende Knoblauchranke mit weißen kleinen Blüten © Amalia Gruber / Adobe Stock
Knoblauchsrauke
Diese Pflanze wächst wild in ganz Europa, ist eigentlich typisch für Laubwälder, gedeiht aber besonders gut in Gebüschen und unter Hecken und Sträuchern. Ihren Namen hat sie vom Knoblauchgeruch und -geschmack, der sich vor allem breit macht, wenn man die Blätter zwischen den Fingern verreibt.
Gut für: Salate, Suppen oder als Pesto
weiß blühender Giersch auf Sommerwiese © Ralf Kaiser / Adobe Stock
Wiesenschaumkraut
Das Wiesenschaumkraut kann unter Umständen mit der Schafgarbe verwechselt werden, was aber kein Problem ist, weil beide essbar sind. Es kommt vor allem auf nährstoffreichen Feuchtwiesen, in Flachmooren und in feuchten, lichten Wäldern vor. Die Blätter haben einen kresseähnlichen, scharfen Geschmack.
Gut für: Salate, gedünstet als Beilage
ein Bund Wegwarte mit ein paar Blüten liegt zusammengebunden auf Holzbrett. Rechts davon ein kleines Glas mit einem Auszug aus der Wegwarte © Madeleine Steinbach / Adobe Stock
Wegwarte
Die krautige Wildpflanze mit ihren charakteristischen, fliederfarbenen Blüten wächst, wie der Name schon vermuten lässt, vor allem an Wegrändern, aber auch auf Schuttplätzen, an Bahndämmen und Mauern. Kultiviert kennen wir die Wegwarte als Zuckerhut, Radicchio oder Chicorée. Essbar sind die jungen Blätter und die Wurzeln, die geröstet als Kaffeeersatz dienen. Die Blätter sind sehr bitter, einmal überkocht verlieren sie aber einen großen Teil der Bitterstoffe.
Gut für: Salate, als Gemüsebeilage, Blüten als Dekoration
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