Dachsanierung: Was dazugehört plus Kosten

Alle 50 Jahre steht eine Dachsanierung an. Doch auch wenn das Dach noch nicht so alt ist - bestimmte Dachstellen können schon viel früher eine Reparatur vertragen. Hier die wichtigsten Tipps und Kosten!

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Das Dach wird im Zuge einer Generalsanierung gleich „mitgenommen“, oder es hat Schäden, die unbedingt und sofort saniert werden müssen oder aber bestimmte Bauteile vom Dach müssen instand gesetzt oder modernisiert werden. Das Projekt Dach sanieren beginnt mit dem Dachcheck, also der regelmäßigen Überprüfung des Dachs. Je nach Zustand der einzelnen Dachteile wird dann saniert, wie folgt:

1. Dacheindeckung sanieren

Locker gewordene Dachsteine bzw. -ziegel müssen fixiert und eventuell Sturmklammern angebracht werden. In schneereichen Gebieten empfehlen sich Schneefanggitter, die abrutschenden Schnee aufhalten. Dachrinnen sollten generell mit Laubfanggittern ausgestattet werden.

2. Dachhaut sanieren

Die Dachhaut ist die äußerste Schicht des Daches, also die Dacheindeckung. Darunter finden sich die Dachlatten sowie der Dachstuhl. Ergibt der Dachcheck, dass die in die Jahre gekommene Dachhaut instabil geworden ist oder die kaputten, verwitterten Dachsteine mehr sind, als die intakten, kommen Sie um eine Neudeckung nicht herum. Im Zuge einer Sanierung der Dachhaut sollte auch gleich die Dachlattung ersetzt werden.

3. Dachdämmung sanieren

Im Zuge einer Sanierung der Dachhaut und -lattung können auch eventuelle konstruktive Fehler behoben und die Wärmedämmung erneuert bzw. verbessert werden. Ist das Dach erst einmal abgedeckt, kann eine Aufsparrendämmung durchgeführt werden. Diese Form der Außendämmung ist bauphysikalisch sehr empfehlenswert und erlaubt, bereits ausgebaute Dachräume im Nachhinein wirksam zu dämmen. Ein Paket aus Dampfbremse, Dichtband, Wärmedämmstoff und nach außen abschließender Abdichtfolie wird als komplettes Sanierungssystem angeboten, das sich auch für Dachdurchdringungen anwenden lässt.

4. Wind- und Luftdichtheit prüfen und auf Stand bringen

An der Außenseite der Dachkonstruktion befindet sich die Winddichtung. Sie besteht aus einer diffusionsoffenen Unterspannbahn auf Schalungsbrettern oder geeigneten Holzfaserplatten und schützt die Dachinnenseite vor Zug und Feuchtigkeit. Ein minimaler Luftwechsel findet aber statt, sodass sich unter der Winddichtung kein Kondenswasser bilden kann.

Die Luftdichtung (Dampfsperre) wird hingegen in der Innenseite der Konstruktion angebracht und verhindert das Eindringen der Raumluft in die Dachkonstruktion bzw. die Dämmstoffe. Die Bahnen der Dampfsperre werden mit vorkomprimierten Fugendichtbändern verklebt. Dachflächenfenster werden beim Einbau durch so genannte Dampfsperrschürzen geschützt.

Dachschäden: Die schlimmsten Drei

Dachkonstruktion und -deckung bilden immer eine Einheit, sodass die Kosten für die Dachsanierung neben der Dachhaut auch immer vom Zustand der Lattung abhängen.

1. Häufig findet man in Altbauten feuchte oder morsche Holzteile. Dies entsteht durch fehlerhafte Anschlüsse und/oder undichte Dachdeckung.
2. Pilz- und Insektenbefall erkennen Sie an Nagespuren, Bohrlöchern und Verfärbungen. Sie schwächen das Holz und verringern die Tragfähigkeit. Diese Schäden schreiten immer weiter fort und können auch andere Teile des Hauses „anstecken”.
3. Statische Mängel treten auf, wenn die Gesamtkonstruktion falsch dimensioniert ist, aufgrund von Abnützung oder wenn Veränderungen unsachgemäß durchgeführt wurden. In allen drei Fällen ist ein Tausch der betroffenen Balken unumgänglich!

Wie teuer ist eine Dachsanierung? Kostenüberblick

Eine Generalsanierung des Daches wird mit ungefähr 30.000 Euro für 100 Quadratmeter beziffert. Hier ein paar Zahlen im Detail, die natürlich je nach Material und Grad bzw. Möglichkeit an Eigenleistungen variieren können.

  • Dacheindeckung neu: 50 bis 100 Euro/Quadratmeter
  • Aufsparrendämmung neu: 150 bis 200 Euro/Quadratmeter
  • Zwischensparrendämmung neu: 50 bis 80 Euro/Quadratmeter
  • Untersparrendämmung neu: 30 bis 70 Euro/Quadratmeter
  • Dachstuhl neu: 50 bis 80 Euro/Quadratmeter
  • Dachabriss und -entsorgung: 10 bis 30 Euro/Quadratmeter


AutorIn:

Datum: 06.08.2018

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  • Anonymus schrieb am 08.08.2018 02:38:47

    Eine Frage zu einer "Mietwohnung" die zu einer Genossenschaft gehört, die verkauft wurde, der Bau in dem ich wohne durch die Sanierung/Renovierung der Außenfassade und des Dachstuhlbereichs noch mehr verschuldet ist und deswegen offensichtlich aus "Mietwohnungen" plötzlich "Eigentumswohnungen" entstehen und mir als "Alt-Mieter" im damaligen Vertrag (der sich bis heute nicht verändert hat) die Möglichkeit geboten wurde, meine Mietwohnung zu kaufen (was völlig überteuert ist): Frage: Darf es sein, dass der Vermieter den Mieter(n), die dem ursprünglichen Mietvertragsverhältnis unterliegen (also nicht Eigentum) wo der Dachboden als "zugängig nutzbar" zur Verfügung gestellt wird, plötzlich der Zugang verwährt werden, indem der Vermieter den Dachboden einfach das Schloss austauscht, ohne einer Mietminderung - im Gegenteil diese sogar noch um 30 Euro erhöht? Wie lange darf man rückwirkend klagen? LG

    • Veronika schrieb am 08.08.2018 09:17:58

      Hallo Anonymus, ich würde Sie bitten, Ihre Frage in unserem Rechtsforum zu posten, da die Experten dort für ebensolche Fragen da sind. LG LINK: https://www.wohnnet.at/service/forum/rechtsforum-38929

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