Heimwerken: Welchen Kleber braucht es wofür?

Alleskleber sind für Haushalts- und Büroanwendungen gedacht, für den anspruchsvollen technischen Bereich braucht es hingegen Speziallösungen. Hier ein Überblick über die gängigen Kleberarten für den Hausgebrauch.

Neben der Materiralfrage geht es bei der Kleberauswahl auch um die Größe der zu verklebenden Fläche sowie um die Beschaffenheit der Oberflächen. Grob kann zwischen folgende Klebstoff-Kategorien unterschieden werden, innerhalb derer wiederum eine Vielzahl von Produkten zur Verfügung steht:

Einseitklebstoffe oder Nasskleber

Hier enthält der Klebstoff-Film beim Zusammenfügen noch größere Anteile an Lösemitteln. Auf einen Teil wird Klebstoff aufgetragen, der andere in das noch nasse Klebstoffbett gelegt. Wenn das Lösungsmittel verdunstet ist, hat der Klebstoff abgebunden. Von manchen Kunststoffklebern werden die Oberflächen angelöst, wodurch Materialteile ineinanderfließen und so eine schweißähnliche Verbindung eingehen.

Tipp: Beim Einsatz wasserhältiger Produkte muss darauf geachtet werden, dass wenigstens eine Klebefläche saugfähig ist. Ein kleinteiliger Auftrag kann direkt aus der Tube erfolgen, großflächig sollte mit Pinsel oder Spachtel gearbeitet werden. Bis zum Erreichen einer Grundfestigkeit, sollten die Verklebungen fixiert werden. Je nach Anwendung sind dabei Stecknadeln, Wäscheklammern oder Federzwingen sehr nützlich.

Kontaktkleber

Ihre Haftgrundlage ist synthetischer Kautschuk, dessen Teilchen untereinander eine starke Verbindung eingehen. Wichtig ist, den Kleber beidseitig aufzutragen, damit sich auf den Haftflächen eine gut mit dem Untergrund vernetzte Schicht bildet. Die eigentliche Klebeverbindung findet dann zwischen den beiden Klebstofffilmen statt.

Nach dem Ablüften fügen Sie die beiden Teile unter möglichst hohem Druck zusammen. Lange Presszeiten sind nicht erforderlich, es kommt wie gesagt auf die Höhe des Drucks an. Die Verklebung wird besonders stabil, wenn Sie die Teile mit Hammer und Schlagklotz festklopfen. Dabei genügen einige feste Schläge, den Schlagklotz legen Sie zur Materialschonung dazwischen. Kontaktverklebungen sind sofort belastbar, bleiben elastisch und eignen sich besonders für Verklebungen auf nicht saugfähigen Untergründen (z. B. Bodenbelag auf Estrich). Der Klebstoffauftrag soll gleichmäßig und ohne Fehlstellen erfolgen. Dazu eignet sich am besten eine Zahnspachtel.

Reaktionsklebstoffe

sind hochfeste Klebemittel, die vor allem in der Metallverarbeitung weit verbreitet sind. Einkomponentenklebstoffe enthalten entweder einen bei Raumtemperatur nicht aktiven Härter und müssen zum Abbinden erwärmt werden, oder sie beziehen ihre Reaktionskomponente aus der Umwelt (Luftfeuchtigkeit oder Luftsauerstoff). Weiters gibt es Kleber, bei denen man sich die so genannte katalytische Härtung durch Metallionen zu Nutze macht. Durch Luftfeuchtigkeit härtende Klebstoffe sind beispielsweise Sekundenkleber, Silikonkautschuke und manche Polyurethane. Katalytisch härtend sind zum Beispiel Schraubensicherungen. Zweikomponentenklebstoffe schließlich bestehen aus Bindemittel und Härter, die vor der Verarbeitung in einem bestimmten Verhältnis vermischt werden.

Frag' den Profi

Jetzt kostenlos eine Frage
an ein Unternehmen stellen.

Max Mustermann
Lassen Sie Ihre Frage kostenlos und unverbindlich von einem Profi beantworten!

Bitte beachten Sie, dass keine Rechtsauskünfte erteilt werden können.


AutorIn:

Datum: 12.04.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Weitere Artikel aus Renovieren