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Sturzgefahr: 7 Tipps für altersgerechte Treppen

Stufenhöhe, Beleuchtung, Handlauf: Wir haben die Top-Regeln für eine sichere Treppe – gerade für ältere Menschen. Denn allzuoft werden Stiegen als Gefahrenquelle im eigenen Zuhause massiv unterschätzt.

Senioren sind überdurchschnittlich oft von Treppenstürzen betroffen. Traurige Statistik: In Österreich stirbt pro Woche mindestens ein älterer Mensch nach einem Sturz über eine Treppe. Das berichtet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die Gründe dafür sind offensichtlich: Der Gang wird unsicherer, die Augen werden schlechter, Koordination und Reflexe lassen nach. Je älter man wird, desto größer wird also auch die Gefahr für solche häuslichen Unfälle mit zum Teil schlimmen Folgen. Dabei ist es mit sehr wenig Aufwand möglich, sein Treppenhaus daheim sicher zu machen. Die Profis von Treppenmeister geben dazu folgende Tipps:

1. Richtiges Steigungsverhältnis

Ob sich eine Treppe einfach begehen lässt, hängt vom Auftritt und von der Steigung ab. Für eine auch im Alter sichere Treppe wird das Verhältnis 17 (Steigung) zu 29 (Auftritt) Zentimetern empfohlen. Dadurch beansprucht die Treppe zwar etwas mehr Platz, im Vergleich zu den gängigen Maßen (19:25 cm oder 18:27 cm) kostet Sie das pro Stockwerk trotzdem nur ein bisschen mehr Verkehrsfläche.

2. Gleichbleibende Steigung

Was selbstverständlich klingt, ist es aber nicht immer. Denn nur allzuoft ist die Steigung der Treppe eben nicht gleichbleibend von oben bis unten. Gerade beim An- und Austritt spießt es sich oft, zum Beispiel durch eine nachträglich eingebaute Fußbodenheizung oder einen anderen Bodenbelag. Also: Bei Modernisierungsmaßnahmen immer auch die Treppensteigung im Auge behalten!

3. Kontraste schaffen

Ältere Menschen benötigen viel mehr Licht, um das Gleiche zu sehen wie junge Leute. Dieser Effekt wird übrigens schon ab dem 40. Lebensjahr spürbar. Deswegen sollten sich Treppenstufen von Bodenflächen optisch abheben, beispielsweise durch Farbkontraste und eine entsprechende Beleuchtung. Auch Stufenkanten sollten gut zu erkennen sein. Noch ein Tipp: Rutschfeste Oberflächen sowie Farb- oder Leuchtstreifen an den Kanten erhöhen die Sicherheit.

4. Grundriss mit wenigen „Zwischenstopps“

Die meisten Unfälle auf Treppen passieren laut Statistik am Anfang oder Ende eines Treppenabschnitts. Deswegen sind Treppen, die durch ein Podest unterbrochen werden, relativ unfallträchtig. Gewendelte Treppen schneiden dagegen überraschend gut ab. Doch auch bei ihnen sollte auf eine gute und fachmännische Stufenverziehung geachtet werden, die die Treppe gut begehbar macht und nur geringfügig mehr Platz beansprucht.

5. Ständig gute Ausleuchtung der Treppe

Geeignet sind seitlich angebrachte Wandspots oder beleuchtete Stufenvorderkanten, oder Lichtquellen im Handlauf. Achten Sie darauf, dass die Lichtschalter am Anfang und am Ende der Treppe gut erreichbar sind oder – noch besser – der Treppenbereich mittels Bewegungsmelder automatisch beleuchtet wird.

6. Sicherer Handlauf

Auf Treppen mit mehr als vier Stufen sind durchgehende Handläufe – am besten auf beiden Seiten - vorgeschrieben. Die Handläufe sollten nie abrupt enden, sondern nach Treppenende noch etwa 30 Zentimeter weiterlaufen und in einer Höhe von 80 bis 110 Zentimetern angebracht werden. Die Handläufe müssen bequem mit der Hand zu umfassen, griffig und stabil sein und man sollte daran nicht hängenbleiben können.

7. Halbstufen anbringen

Mit sogenannten Halbstufen lässt sich die Steigung halbieren, die mit einem Schritt überwunden werden muss. Als Gebrauchsmuster geschützt, sorgen diese Zwischenpodeste für mehr Stabilität bei der Gewichtsverlagerung und sparen Kraft. Sie lassen sich jederzeit nachträglich anbringen und sind auch wieder leicht zu entfernen.

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Datum: 28.02.2020
Kompetenz: Treppenbau