Frau wacht im Bett auf, lächelt glücklich und streckt sich, Sonne scheint durchs Fenster

Mit der passenden Matratze zu gesünderem und besserem Schlaf! © Maridav/stock.adobe.com

Matratzen im Vergleich: So finden Sie das perfekte Modell für erholsamen Schlaf

Es gibt viele Matratzen. Und es gibt viele gute Matratzen. Das macht es schwer, die "einzig Wahre" zu finden. Latex, Taschenfederkern, Kaltschaum? Wir haben eine kompakte Orientierungshilfe, mit Vorteilen und Nachteilen, den typischen Eigenschaften und Kosten für die Matratzen.

Wir verbringen ein Drittel unseres Lebens im Bett – und widmen dieser Tatsache trotz Verspannungen, Schmerzen und Schlafstörungen bei fast jedem zweiten Menschen einfach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Oder waren Sie schon einmal in einer ordentlichen Matratzenberatung? Wissen Sie, welcher Schlaftyp Sie sind, bzw. was Ihnen zu wirklich gutem, erholsamem Schlaf verhelfen würde?

Der Matratzenmarkt ist riesig, die Möglichkeiten schier unerschöpflich. Ob Latex, Memofoam, Taschenfederkern, Naturmateralien oder Kaltschaum - 2-Zonen, 3-Zonen, 7-Zonen, mit Topper oder ohne, mit waschbarem Bezug oder nicht, für Seitenschläfer, Bauchschläfer, Ruhiglieger oder Vielbeweger. Es sind unzählige Faktoren einzubeziehen, wenn es um die Matratzenwahl geht. Mit unserem kleinen Überblick und der praktischen Tabelle möchten wir Ihnen hier mehr Klarheit verschaffen und die Matratzenwahl erleichtern.

Endlich wieder besser schlafen! Die besten Tipps für erholsame Nächte

Die wichtigsten Matratzenarten im Überblick

Schauen wir uns die gängigen Matratzenarten – Federkern, Kaltschaum, Latex, Visco- bzw. Memoryfoam und Boxspringmatratzen also einmal genauer an. Jede Variante hat typische Eigenschaften, die sie für die jeweiligen Vorlieben und Schläfertypen geeignet machen. Die Wahl der Matratze hängt immer von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen vor allem das Körpergewicht, die bevorzugte Schlafposition, Schwitzneigung und nicht zuletzt das Budget. Auch gesundheitliche Aspekte wie Rückenprobleme oder Allergien spielen eine wichtige Rolle.

Federkernmatratze bzw. Taschenfederkernmatratze im Seitenschnitt, Frau mit abgebildeter Wirbelsäule liegt seitlich drauf, von hinten zu sehen

Die (Taschen)Federkernmatratze ist der Klassiker unter den Matratzen und noch immer sehr beliebt. © limco72/stock.adobe.com

Federkernmatratzen: Der Klassiker für gutes Raumklima

Federkernmatratzen bestehen aus Stahlfedern, die von Polsterschichten umgeben sind. Man unterscheidet zwischen Bonellfederkern und Taschenfederkern. Bei Taschenfederkernmatratzen ist jede Feder einzeln in eine Stofftasche eingenäht – das sorgt für bessere Punktelastizität. Die Matratze gibt nur dort nach, wo Druck ausgeübt wird. Federkernmatratzen bieten eine hervorragende Luftzirkulation und eignen sich besonders für Menschen, die nachts stark schwitzen. Die Federn erzeugen bei jeder Bewegung einen leichten Luftaustausch, der für ein angenehm trockenes Schlafklima sorgt. Diese Matratzen sind robust und formstabil, behalten also lange ihre ursprüngliche Form.

Nachteil: Federkernmatratzen sind meist schwerer als alternative Modelle wie etwa Schaummatratzen, und sie können, je nach Verabeitungsqualität, beim Umdrehen oder Bewegen im Bett auch störende Geräusche entwickeln. Wenn Sie einen verstellbaren Lattenrost haben, könnte die Federkernvariante auch nicht gut geeignet sein, da sich die Federn nicht stark biegen lassen.

Kaltschaummatratze animierte Darstellung mit Schlafzonen blau und weiß Topper

Kaltschaummatratzen sind sehr punktelastisch und haben eine hohe Stauchhärte. So kehren sie beim Umdrehen rasch wieder in die ursprüngliche Form zurück. © Gerhard Seybert/stock.adobe.com

Kaltschaummatratzen: Leicht und anpassungsfähig

Kaltschaummatratzen werden aus aufgeschäumtem Polyurethan hergestellt, das ohne Hitzeeinwirkung aushärtet – daher der Name. Das Material ist atmungsaktiv und passt sich gut an die Körperkontur an. Dank unterschiedlicher Härtegrade und Liegezonen lässt sich der Liegekomfort präzise auf jeden Typ abstimmen.

Schaummatratzen sind im Gegensatz zu den anderen Matratzenarten sehr leicht und daher besonders einfach zu handhaben. Sie eignen sich perfekt für verstellbare Lattenroste und sind auch für Allergiker die Matratze der Wahl, da Milben in Kaltschaum kaum Lebensraum finden. Die Wärmeisolation ist gut – ideal also auch für Menschen, die schnell frieren. Qualitativ hochwertige Kaltschaummatratzen haben ein hohes Raumgewicht (mindestens 40 kg/m3), das für Langlebigkeit sorgt.

Achtung: Günstige Modelle können nach einiger Zeit Liegekuhlen bilden. Neu gekaufte Kaltschaummatratzen riechen anfangs für ein paar Tage recht chemisch, dieser Geruch verfliegt aber nach einigen Tagen auslüften.

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Hand drückt auf beigefarbene Latexmatratze, Lüftungslöcher sind gut zu sehen, Material wirkt fest und weich zugleich

Latexmatratzen bestehen aus Kunst- oder Naturlatex. Das Material ist besonders beliebt bei Hausstauballergikern. © 草房子摄影工作室 / stock.adobe.com

Latexmatratzen: Punktelastisch und langlebig

Latexmatratzen werden aus Naturkautschuk, synthetischem Latex oder einer Mischung hergestellt. Sie gelten als besonders punktelastisch und passen sich präzise an den Körper an. Die Wirbelsäule wird optimal gestützt, was sie zur ersten Wahl für Menschen mit Rückenproblemen macht.

Das Material ist von Natur aus antibakteriell und hemmt die Vermehrung von Milben – Latex ist also wie auch der Kaltschaum ideal für Allergiker. Diese Matratzen sind sehr langlebig und behalten ihre Stützkraft oft über 10 Jahre. Sie eignen sich für alle Schlafpositionen und sind perfekt für verstellbare Lattenroste.

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Der Nachteil von Latexmatratzen liegt in ihrem hohen Gewicht einerseits - eine Naturlatexmatratze kann bis zu 25 Kilogramm wiegen - und dem doch recht stattlichen Preis andererseits. Die Luftzirkulation ist bei Latex- schlechter als bei Federkernmatratzen. Sehr stark schwitzenden Menschen ist diese Variante also eher nicht zu empfehlen. Wichtig: Latexmatratzen brauchen einen gut belüfteten Lattenrost mit nicht zu engem Lamellenabstand.

Hand schwebt über schneeweißer Memoryfoam Matratze, Handabdruck ist im Material noch gut zu sehen

Memoryfoam oder auch Viscoschaum: Diese Matratzen passen sich komplett an die Liebeposition und den Körper an. © Andrey Popov/stock.adobe.com

Memoryfoam: Druckentlastung für empfindliche Schläfer

Memoryfoam, seltener auch Viscoschaum genannt, reagiert auf Körperwärme und passt sich so an die Körperform an. Das Material wurde ursprünglich von der NASA entwickelt. Der Druck wird gleichmäßig verteilt, besonders empfindliche Körperstellen wie Schultern und Hüfte werden perfekt entlastet.

Diese Matratzenart ist ideal für Seiten- und Rückenschläfer sowie Menschen mit Durchblutungsstörungen oder einer sehr hohen Druckempfindlichkeit geeignet. Der Viscoschaum kehrt nur langsam in seine Ursprungsform zurück – daher sinkt man beim Liegen sehr sanft ein. Die Anpassung an neue Schlafpositionen dauert dementsprechend auch einige Sekunden – wer sich häufig umdreht, könnte das als störend empfinden.

Nachteile: Viscoschaum reagiert sehr temperaturempfindlich. Das heißt - je kühler es im Schlafzimmer ist, desto härter ist die Matratze, und je wärmer, desto weicher wird das Material. Für Menschen, die nachts stark schwitzen, ist Memoryfoam also weniger geeignet, da das Material die Wärme gut speichert und es so noch wärmer wird im Bett.

Boxspringbett mit grauem Stoffbezug und hoher Boxspringmatratze plus weißem Topper

Boxspring-Matratzen bestehen immer aus einem Unterbau, der Matratze und einem Topper - für einen perfekten Schlaf! © photo_mastery/stock.adobe.com

Boxspringmatratzen: Luxuriöser Liegekomfort

Boxspringbetten bestehen aus drei Schichten: einem gefederten Unterbau, der eigentlichen Matratze und einem Topper. Dieses System bietet besonders hohen Liegekomfort und eine angenehme Einstiegshöhe. Die Kombination verschiedener Federsysteme sorgt für eine optimale Druckverteilung. Was Boxspringmatratzen von anderen unterscheidet, ist vor allem die hohe Bauweise des Bettes. Das erleichtert das Aufstehen, was vor allem für ältere Menschen oder Personen mit Gelenkproblemen Erleichterung bringt. Boxspringbetten vermitteln ein luxuriöses Schlafgefühl und sind in den unterschiedlichsten Härtegraden erhältlich.

Boxspringbetten: Design, Vorteile und Nachteile

Der größte Nachteil vom Boxspringbett ist wohl der Preis: Qualitativ hochwertige Modelle kosten deutlich mehr als herkömmliche Matratzen. Sie benötigen mehr Platz im Schlafzimmer und sind auch schwer zu transportieren. Die Reinigung unter dem Bett gestaltet sich ebenfalls aufwendig.

Vergleichstabelle: Alle Matratzenarten auf einen Blick

Matratzenart typische Eigenschaften Vorteile Nachteile Kostenrahmen
Federkernmatratze Stahlfedern mit Polsterung, gute Luftzirkulation, angenehm federndes Liegen atmungsaktiv, robust, für Schwitzer geeignet schwer, kann "laut" sein, weniger flexibel als andere Matratzenarten 200 - 800 €
Taschenfederkernmatratze einzeln eingenähte Stahl- oder Kunststofffedern, punktelastisch sehr gute Luftzirkulation, hohe Punktelastizität, langlebig höherer Preis, sehr schwer 400 - 1500 €
Kaltschaum aufgeschäumtes Polyurethan, verschiedene Zonen für indidviduellen Liegekomfort leichtes Gewicht, flexibel, für Allergiker geeignet, gute Wärmeisolation anfänglich starke Geruchsbildung, günstige Modelle bilden Kuhlen, Material speichert Wärme, was für Schwitzer unangenehm sein kann 150 - 1000 €
Latex Natur- oder Kunstlatex, sehr punktelastisch langlebig, antibakteriell, ideal bei Rückenproblemen eher schwer, teuer, weniger atmungsaktiv 500 - 2000 €
Memoryfoam temperaturreagierender Schaum, langsam reagierend, druckentlastend perfekte Anpassung an den Körper, angenehm druckentlastend, geräuschlos Wärmestau möglich, Material reagiert auf Außentemperatur, langsame Rückstellung 300 - 1500 €
Boxspring Drei-Schicht-System mit Federn, hohe Bauweise hoher Komfort, einfaches Aufstehen, optisch außergewöhnlich sehr teuer und schwer, Transport schwierig, braucht viel Platz 800 - 4000 €

Die richtige Matratze für Ihre Schlafposition

Wie Sie schlafen entscheidet, welche Matratze Sie brauchen:

  • Rückenschläfer brauchen eine mittelfeste Unterstützung, damit die Wirbelsäule ihre natürliche S-Form behält. Federkern- oder Kaltschaummatratzen mit ausgeprägten Liegezonen sind hier ideal.
  • Seitenschläfer benötigen eine Matratze, die im Schulter- und Hüftbereich nachgibt, während die Taille gestützt wird. Latex- oder Viscoschaum-Matratzen bieten diese Punktelastizität. Achten Sie auf eine weichere Schulterzone.
  • Bauchschläfer sollten zu festeren Matratzen greifen, damit der Körper nicht durchhängt. Taschenfederkern- oder feste Kaltschaummatratzen verhindern ein Hohlkreuz.

Generell gilt aber: Probieren Sie die Matratze vor dem Kauf aus! Die allermeisten Händler in Österreich bieten Probeschlaf-Garantien von 30 bis 100 Tagen an. Nutzen Sie diese Möglichkeit, denn nur im eigenen Bett und in zumindest einer normalen Nacht zeigt sich, ob die Matratze wirklich passt.

Matratze kaufen: Hier gehts zu unserem Kaufratgeber

Redaktion
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