Mietvertrag kündigen - Fakten und Vorlage

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Ohne Mietvertrag kein Mietverhältnis, und wird dieses – von Ihnen oder Ihrem Vermieter – beendet, dann muss der Vertrag gekündigt werden. Welche Möglichkeiten es gibt und welche Fristen einzuhalten sind, sagen wir Ihnen hier.

Je nach Art des Mietverhältnisses und Art der Beendigung desselben kommen in Österreich unterschiedliche rechtliche Grundsätze zum Tragen.

Beendigung durch den Vermieter

Die Kündigung eines unbefristeten Mietverhältnisses ist nur bei Vorliegen eines im Gesetz erwähnten Kündigungsgrundes laut § 30 MRG möglich. Für die ausschließlich gerichtliche Kündigung müssen Frist und Termin (Monatsletzter) eingehalten werden. Solche Kündigungsgründe sind:

  • Nichtbezahlung des seit mindestens acht Tagen fälligen Mietzinses trotz Mahnung. Hier kann der Mieter, wenn er am Zahlungsverzug nicht grob schuld ist, durch rechteitiges Begleichen der Mietschuld noch vor Verhandlungsende die Kündigung abwehren.
  • Erheblich nachteiliger Gebrauch des Mietgegenstandes
  • Unleidliches und strafbares Verhalten
  • Gänzliche Untervermietung der Wohnung und fehlendes Wohnbedürfnis des Mieters
  • Tod des Mieters ohne Eintrittsberechtigte
  • Leerstand der gemieteten Wohnung, Wegfall des dringenden Wohnbedürfnisses. Hier ist wichtig: Wird die Wohnung in absehbarer Zeit wieder gebraucht, ist der Mieter bei seiner Rückkehr – etwa von einem Auslandsaufenthalt – auf diese Wohnung angewiesen? Ein Jahr Abwesenheit sollte hier kein Problem darstellen.
  • Eigenbedarf des Vermieters
  • Kündigungsgründe, die explizit im jeweiligen Mietvertrag angeführt sind.

Vorzeitige Auflösung „aus wichtigem Grund“

Liegen so genannte schwerwiegende Gründe vor, kann ein Mietverhältnis – egal ob befristet oder unbefristet – sowohl vom Vermieter als auch vom Mieter mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden. In diesem Fall sind auch keine Kündigungsfristen einzuhalten.

Auflösung vonseiten Mieter:

  • Wenn die Wohnung in unbewohnbarem Zustand übergeben wurde
  • Wenn die Wohnung während des Gebrauchs und nicht aus Mieterverschulden z. B. durch Feuer oder Wasser unbrauchbar geworden ist

Auflösung vonseiten Vermieter:

  • Wenn der Mieter den Mietgegenstand erheblich nachteilig gebraucht (z. B. Verwüstung).
  • Wenn der Mieter trotz Mahnung mit mehr als einer Monatsmiete im Verzug ist.

Beendigung des Mietvertrages durch den Mieter

Die dritte, und wohl auch häufigste Form der Mietvertragskündigung ist die vonseiten des Mieters. Bei einem unbefristeten Mietverhältnis kann dieses jederzeit unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist vollzogen werden – die Schriftlichkeit genügt hier.

Bei einem befristeten Mietvertrag endet dieser erst bei Ablauf der im Vertrag festgelegten Befristung. Eine gerichtliche Kündigung braucht es dafür nicht. Jedoch hat laut Gesetz der Mieter ab einem Jahr Mietdauer jederzeit die Möglichkeit, unter Einhaltung von drei Monaten Kündigungsfrist das Mietverhältnis zu beenden. Dieses Kündigungsrecht istunbeschränkbar und unverzichtbar!

Mietvertrag beenden: Welche Fristen gelten?

  • Unbefristeter Vertrag: ein Monat Kündigungsfrist ab Monatsende
  • Befristeter Vertrag: Nach einem Jahr drei Monate Kündigungsfrist per Monatsende
  • Die Kündigungsfrist gilt immer ab Einlangen des eingeschriebenen Kündigungsschreibens beim Vermieter (Übernahmedatum!)
  • Die Kaution muss spätestens acht Wochen nach Auszug vom Vermieter rücküberwiesen worden sein.

Schriftliche Kündigung der Wohnung: Vorlage hier downloaden


AutorIn:

Datum: 19.03.2018
Kompetenz: Recht

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