Was ist solare Architektur?

Tageslichtarchitektur meint die bestmögliche Ausnutzung von Tageslichterträgen im Gebäudeinneren. Was bei der Planung zu beachten ist, und welche Rolle Wärmeentwicklung, Stromsparen und Wärmeschutz dabei spielen, erfahren Sie hier.

 

Tageslicht ist für die Behaglichkeit in Gebäuden essentiell. Im Gegensatz zum künstlichen Licht, regt sein natürliches Pendant den menschlichen Kreislauf an und steuert viele unserer Körperfunktionen sowie die visuelle Wahrnehmung und beeinflusst unsere Leistungsfähigkeit.

 
YanLev/shutterstock.com © YanLev/shutterstock.com

Transluzent und transparent

„Durchsichtige“ Bauteile sorgen für eine effektive Nutzung von Tageslicht. Sie verursachen jedoch immer auch einen solaren Wärmeeintrag in den Raum, der in den heißen Monaten des Jahres eher unerwünscht ist. Tageslichtarchtiktur ist daher immer eng verbunden und abzustimmen mit sommerlichem und winterlichem Wärmeschutz von Gebäudehüllen. Ein wichtiger Bereich der Tageslichtplanung ist daher die Abwägung zwischen dem Energieaufwand für die Abführung der durch übermäßigen Tageslichteinfall entstehenden Wärmelasten und den Energieeinsparungen durch die verringerte Betriebsdauer von Kunstlicht.

Baukörper, Raum und Glas

Im Laufe des Tages und des Jahres verändert sich der Sonnenverlauf. Die Gebäudeplanung ist daher auf die ortsspezifische Situation abzustimmen. Ohne eine ordentliche Analyse des Sonnenlaufs und der natürlichen bzw. gegebenen Abschattung (Pflanzenbestand, Nachbargebäude, …) kann Tageslichtarchitektur also nie vollständig sein. Weiters ist die Oberflächenqualität der Nachbarhäuser und der Freiflächen miteinzubeziehen. Zur Erklärung: Helle bzw. reflektierende Oberflächen wie etwas Wasserflächen erhöhen das Lichtangebot an der Fassade.

Baukörper: Seine Form beeinflusst die Tageslichtnutzung stark. Je höher der Anteil an Hüllflächen im Verhältnis zum Bauvolumen, desto besser. Je weniger kompakt die Gebäudeform, desto besser eignet sich sich für transluzente und transparente Flächen, was aber dem winterlichen Wärmeschutz entgegensteht. Die Einbindung eines Innenhofes oder Atriums in kompakte Gebäude optimiert hingegen die Tageslichtausbeute, da eine zweiseitige Beleuchtung der Räume möglich wird.

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Raum: Die Anordnung und Geometrie der Räume sind so zu realisieren, dass häufig genutzte Räume mit hohem Beleuchtungsbedarf fassadennah anzuordnen sind und diese Räume entsprechend hoch und mit geringer Raumtiefe geplant werden. Erschließungszonen können über transparente/transluzente Innenwände, Türverglasungen oder Fensterbänder in den Innenwänden natürlich belichtet werden.

 

Verglasung: Wohngebäude erfordern eine Fensterfläche von insgesamt 20 bis 30 Prozent der Raumgrundfläche, um das Grundbedürfnis des Menschen an Licht zu erfüllen. Ausschlaggebend sind nicht nur das Verhältnis Glasfläche zu Raumvolumen sondern auch die Ausrichtung der Glasflächen. Genutzt werden (in Europa) Südfassaden mit ihrem steil einfallenden Licht, Ost- und Westfassaden mit flachen Einstrahlungswinkeln von Sonnenlicht sowie die meist mit diffusem Licht konfrontierten Nordfassaden. Bei Süd-, Ost- und Westfassaden muss auf ausreichend Blendfreiheit geachtet werden.

Anordnung der Verglasung hat Einfluss auf die Tageslichtnutzung:

  • Bessere Raumdurchleuchtung durch Verglasung der oberen Fassadenbereiche inkl. Sturz
  • Keine bessere Raumdurchleuchtung durch verglaste Brüstungsflächen
  • Viele verglaste Einzelflächen bringen mehr als eine zentrale Fläche
  • Mehrseitige Belichtung von Räumen macht die Ausleuchtung gleichmäßiger

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Max Mustermann
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Datum: 26.01.2018

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