Eine Stachelwalze glättet eine nasse Oberfläche in einem hellen Raum neben einem Heizkörper an der Wand.

Eine Stachelwalze glättet eine nasse Oberfläche in einem hellen Raum neben einem Heizkörper an der Wand. © smspsy/shutterstock.com

Das Finish für den Estrich

Wenn der Bodenbelag gut auf dem Estrich haften soll oder der Sichtestrich geschützt und verschönert werden soll, muss die Oberfläche behandelt werden. Schleifen, versiegeln, imprägnieren - welche Methode sich für Ihr Projekt am besten eignet, lesen Sie hier.

Wenn die Estrichoberfläche aufgrund eines Verarbeitungsfehlers mangelhaft ist, Verunreinigungen, alte Klebstoff- oder Beschichtungsreste entfernt werden sollen, der Estrich mit Kunstharz beschichtet oder später mit einem Teppich- oder Fliesenboden überdeckt werden soll, muss die Oberfläche behandelt werden. Nur dann haftet der vorgesehene Bodenbelag wirklich gut. Drei Methoden stehen zur Auswahl.

Estrich fräsen

Beim Fräsen wird mithilfe einer Werkzeugwalze oder einer rotierenden Diamantscheibe eine Bodenschicht von einigen Millimetern bis Zentimetern abgetragen. Das Fräsen ist besonders dann eine gute Methode, wenn der Untergrund sehr uneben, stark verunreinigt oder beschädigt ist. Ein weiterer Vorteil vom Fräsen: Sollen Rohre oder Kabel verlegt werden, können in die Oberfläche feine Schliffe und größere Schnitte eingearbeitet werden.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Beim Terrazzo-Estrich hat das Schleifen den schönen Effekt, dass die Querschnitte der Steine sichtbar werden.

Kugelstrahlen

Estrich schleifen

Wann der Estrich gespachtelt werden sollte

Gespachtelt wird aus verschiedenen Gründen. Haben Sie zum Beispiel einen alten Bodenbelag entfernt, kann es dabei zu Beschädigungen vom Estrich oder zu Rückständen am Untergrund gekommen sein. Diese gilt es auszugleichen bzw. zu reparieren, um eine gute Basis für den neuen Bodenbelag zu schaffen. Denn der Untergrund muss dafür unbedingt eben sein. Alte Estriche weisen aber oft Unebenheiten, Risse und Dellen auf. Mit der Spachtelung wird der Untergrund plan. Besonders wichtig ist die richtige Materialwahl: Die Bestandteile der Spachtelmasse müssen so beschaffen sein, dass sie weder dem Estrich noch dem Bodenbelag schaden.

Ein moderne, minimalistische Betonküche mit einer großen Kücheninsel, Sichtestrich und Essbereich

Wie aus einem Guss wirkt diese minimalistische Küche mit Sichtestrich © AMK

Hinweise und Tipps

Tipp:

Der Sichtestrich kann problemlos mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden.

Sichtestrich: Estrich als Bodenbelag

Oberflächenbehandlung von Sichtestrich

Unbehandelt ist der Estrich offenporig und kann leicht verschmutzen. Damit ihm beispielsweise Fettspritzer in der Küche nichts anhaben können, muss die Oberfläche des Sichtestrichs behandelt werden. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Bei einer Versiegelung werden die Poren vollständig geschlossen. Ab einer Schichtdicke von mehr als 0,1 Millimeter spricht man von einer Beschichtung.

Sichtestrich versiegeln

Mit Epoxidharz, Polyurethan oder Acryl sorgt man für eine wasserabweisende, pflegeleichte und glänzende Oberfläche - umgesetzt werden können verschiedene Glanzgrade, von glänzend über seidenmatt bis ganz matt. Bedenken sollte man, dass Sichtestrich aus Zement oder Beton an der eine Stelle dunkler, an der anderen heller ist - man spricht von "Wolkenbildung". Fachgerecht ausgeführt, hält die Estrichversiegelung über mehrere Jahre. Die Pflege des Estrichs ist im Übrigen unaufwändig: Er kann einfach abgesaugt und mit Wasser gewischt werden.

Sichtestrich beschichten

Eine Beschichtung schützt die Estrichoberfläche und macht sie robust gegenüber mechanischen und chemischen Belastungen. Beschichtungen auf Epoxidharz- oder Polyurethanbasis bieten eine große Bandbreite an Farben und Strukturen und können individuell auf den Nutzungszweck abgestimmt werden. Sie sind ideal für Industrie- und Gewerberäume, Garagen oder auch Küchen, in denen eine hohe Belastbarkeit und leichte Reinigung gefragt sind.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Die Imprägnierung mit Hartwachs und Öl muss immer wieder aufgefrischt werden. Das Wachs wird wie eine Politur eingearbeitet, das Öl mit einer Spachtel verteilt, bis der Estrich gesättigt ist.

Sichtestrich imprägnieren

Anders als die Versiegelung, die eine Schutzschicht auf dem Estrich bildet, dringt eine Imprägnierung (z. B. mit Beton-Öl oder Hartwachs) in die Poren ein und dichtet sie ab. Je tiefer, desto dauerhafter ist die Imprägnierung. Der Boden ist dadurch vor Verschmutzung, Feuchtigkeit und Flecken geschützt, wenn auch nicht so gut wie mit einer Versiegelung. Nach dem Imprägnieren kann zusätzlich eine Pflegedispersion aufgetragen werden, die eine Schutzschicht bildet. In diesem Fall sollte der Sichtestrich nicht nur mit Wasser, sondern hin und wieder mit einem Schuss Reinigungsmittel gewischt werden.

Sichtestrich einfärben

Zementestrich ist von Natur aus grau. Er kann aber auch eingefärbt werden. Von weißen Sichtestrichböden bis zu farbigen und gemusterten Designs ist vieles möglich. Mit unterschiedlichen Farbpigmenten können beispielsweise im Bad Duschbereich und Waschtisch optisch voneinander getrennt werden. Man kann mit Sichtestrich aber auch genau das Gegenteil bewirken und Bereiche nicht nur optisch trennen, sondern große und kleine Räume harmonisch miteinander verbinden.

Isabella Pils
Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten

Meistgeklickt auf wohnnet.at

Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.

Inspiration & Information

Melden Sie sich gleich hier für unseren Newsletter an!

© 2026 wohnnet.at - Heise RegioConcept GmbH & Co. KG