Wandmontierte Kombitherme mit geöffneter Klappe, im Hintergrund ein moderner Wohnraum

Wandmontierte Kombitherme mit geöffneter Klappe, im Hintergrund ein moderner Wohnraum © © Destina/stock.adobe.com

Klimaanlage und Gasgerät: Kohlenmonoxid-Gefahr!

In Haushalten mit Gasgeräten steigt im Sommer die Gefahr von lebensgefährlichen Kohlenmonoxidunfällen. Besondere Vorsicht sollte man walten lassen, wenn man auch eine mobile Klimaanlage betreibt. Wir sagen Ihnen, wie Sie zu Hause sicher bleiben.

Installateure und Rauchfangkehrer warnen jeden Sommer wieder vor einer immer noch recht unbekannten Gefahr, welche von mobilen Klimageräten ausgeht. Bei hohen Außentemperaturen kann es zum Erliegen der Thermik im Kamin und dadurch zum Abgasrückstau kommen. Wenn in den Wohnungen dann auch noch mobile anstatt von fix verbauten Klimageräten eingesetzt werden, kann der Abgasrückstau verstärkt werden. Das im Abgas enthaltene Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geschmacks-, und geruchslos - beim Einatmen besteht Lebensgefahr!

Hinweise und Tipps

Tipp:

Stellen Sie unbedingt einen Kohlenmonoxidmelder in Ihrer Wohnung auf! Ein solcher ist für ca. 30 bis 40 Euro erhältlich, zum Beispiel im Baumarkt.

Was ist das eigentliche Problem?

An heißen Tagen, ab etwa 30 Grad Celsius, kann sich im Rauchfang eine Art Luftstoppel bilden, der den ordnungsgemäßen Abzug der Abgase von Durchlauferhitzern und Thermen verhindert. Die Abgase sind im Vergleich zur Außenluft nicht heiß genug und können dadurch nicht mehr aufsteigen. Dichte, geschlossene Fenster lassen zudem keine Sauerstoffzufuhr von außen zu. So kann sich das CO in der Wohnraumluft sammeln. Gibt es keinen CO-Melder in der Wohnung, bemerken Sie als Bewohner davon nichts.

Gastherme und Klimagerät nicht gleichzeitig betreiben!

Wenn gleichzeitig mit dem Gasgerät ein mobiles Klimagerät in Betrieb ist, zum Beispiel, während Sie duschen, kochen oder abwaschen, saugt dieses die von der Gastherme produzierten Abgase in den Wohnraum. Es entsteht hochgiftiges Kohlenmonoxid! Mobile Klimageräte und raumluftabhängige Gasgeräte wie z. B. Kombithermen dürfen deshalb keinesfalls gleichzeitig betrieben werden!

Hinweise und Tipps

Tipp:

Das Problem wird aufgrund der verbesserten Dichtungssysteme im Wohnungsbau verschärft. Wenn Sie neue Fenster anschaffen oder eine Wärmedämmung anbringen lassen, sollte Ihr Rauchfangkehrer testen, ob noch ausreichend Luft zirkuliert.

Beim Duschen Fenster öffnen!

Gut gewartete Gasgeräte sind grundsätzlich absolut sicher. Bei großer Hitze kann es dennoch zu lebensbedrohlichen Kohlenmonoxidmengen in der Raumluft kommen - auch dann, wenn Sie kein mobiles Klimagerät betreiben. Wohnungen im Erdgeschoß sind hier besonders gefährdet. "Um einer Kohlenmonoxidvergiftung vorzubeugen, ist beim Betrieb von Gasgeräten vor allem an heißen Sommertagen auf ausreichende Luftzufuhr in den Wohnungen zu achten", warnt Robert Breitschopf, Landesinnungsmeister der Wiener Installateure: "Während des Betriebes, besonders beim Duschen, sollte an heißen Tagen immer ein Fenster im Aufstellraum des Gasgeräts geöffnet sein." Versuchen Sie bei über 30 Grad außerdem, die Betriebszeit des Gasgeräts so kurz wie möglich zu halten.

Für sicheren Betrieb: Warten lassen!

Gerade die veralteten Gasdurchlauferhitzer ohne Kaminanschluss sind laut Experten ein Sicherheitsrisiko. Diese Geräte sollten unbedingt regelmäßig überprüft, am besten aber überhaupt gegen moderne Geräte ausgetauscht werden, da bei längerem Betrieb der Sauerstoffanteil in der Raumluft aufgrund der Verbrennung deutlich reduziert wird. Generell gilt: einmal pro Jahr Kombitherme oder Durchlauferhitzer von einem konzessionierten Installateur-Fachbetrieb warten lassen! Nicht nur, dass damit der sichere Betrieb gewährleistet ist, gut gewartete Geräte verbrauchen auch wesentlich weniger Gas und können damit günstiger betrieben werden.

Abgasmessung durch den Rauchfangkehrer

Besonders wichtig ist die regelmäßige und fachgerechte Überprüfung der Durchlauferhitzer und Kombithermen im Zuge der Hauptkehrung. Im Zuge dieser Hauptkehrung wird eine Abgasmessung durchgeführt. Dabei werden die Mengen der chemischen Bestandteile des Abgases werden bestimmt (CO, CO₂, NOx, Abgasverlust). Diese dürfen die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nicht überschreiten. Der Rauchfangkehrer ist auch dann Ihr richtiger Ansprechpartner, wenn Sie ein Gasgerät in der Wohnung haben und sich ein Klimagerät anschaffen möchten. Lassen Sie sich von ihm beraten, ob Sie die Klimaanlage wirklich gefahrlos in Ihren Wohnräumen verwenden können!

Die wichtigsten Tipps im Überblick
  • Lassen Sie Ihr Gasgerät einmal pro Jahr warten!
  • Stellen Sie einen Kohlenmonoxidmelder auf!
  • Öffnen Sie im Hochsommer das Fenster, wenn das Gasgerät in Betrieb ist!
  • Lassen Sie sich vor dem Kauf eines mobilen Klimageräts unbedingt fachkundig beraten!
  • Lassen Sie den Kohlenmonoxid-Gehalt der Abgase Ihrer Feuerstätte regelmäßig durch Rauchfangkehrer überprüfen!
Redaktion
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