Naturmaterial Kork für den Boden

© HARO Haro Interieur Corkett Lagos Natur

Als Flaschenverschluss ist Ihnen das Material bestimmt schon oft begegnet. Aber wussten Sie, dass Kork auch als natürlicher Bodenbelag verlegt werden kann? Welche Vor- und Nachteile ein solcher Korkboden hat, erfahren Sie hier.

Kork wird im Bauwesen als Dämmstoff für Korkdämmplatten und Kork- Granulat, für Bodenplatten als Korkparkett oder für Wandbekleidungen als Korktapete verwendet.

Vor- und Nachteile vom Boden aus Kork

 
  • Fußwarm und hochelastisch: Korkplatten sind besonders fußwarm, elastisch und deshalb gelenksschonend. Wird Kork hohem Druck ausgesetzt, verdichtet sich die Luft in den Zellhohlräumen und die Dicke des Korks nimmt ab. Senkt sich der Druck wiederum, erhält er seine ursprüngliche Form zurück. Übrigens: Die Stärke der Korkschicht am Boden liegt üblicherweise zwischen vier und sechs Millimetern.
  • Schall- und wärmedämmend: Kork wirkt aufgrund seiner wabenförmigen Struktur nicht nur wärme- und (tritt)schalldämmend, sondern trägt aufgrund seiner Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, zur Regulierung des Raumklimas bei. Ein weiterer Gesundheitsaspekt: Da Kork weder Staub noch Milben aufnimmt, ist er gut für Asthmatiker und Allergiker geeignet.
  • Optisch vielseitig und wandelbar: Korkfliesen gibt es in verschiedenen Größen, Formaten und Schattierungen. Die Farbpalette reicht vom klassischen dunklen Honigton bis zu modernen Weiß- beziehungsweise Grautönen. Sollte die klassisch gekörnte Optik nicht gefallen, lässt sich Kork dank modernster Drucktechnik mittlerweile auch in Holz-, Stein- oder Betonoptik realisieren. Orientieren Sie sich bei der Auswahl einfach an Ihrer Einrichtung - Kork passt dank seiner Wandelbarkeit überall dazu! Besonders bleibt sind Korkböden in Holzoptik - Holzarten wie Eiche, Buche, Lärche und Pinie werden täuschend echt imitiert. 
  • Natürlich und ökologisch: Kork ist ein Rohstoff, der nachwächst - wenn auch langsam. Eine Korkeiche muss etwa 25 Jahre lang wachsen bis sie zum ersten Mal abgeschält werden kann. Für die Ernte muss kein Baum gefällt werden, lediglich die Rinde wird abgeschält. Ein einzelner Baum liefert je nach Standort pro Schälung zwischen 40 bis 60 Kilogramm und kann insgesamt etwa 15-20 Mal abgeerntet werden. Das Korkgranulat, das für die Herstellung von Korkbodenplatten benötigt wird, ist ein Abfallprodukt der Korkenproduktion. Das Granulat wird mit einem Bindemittel vermischt und bei 120 Grad Celsius zu Platten gepresst. Als Binde- oder Lösemittel, sowie als Pigmente zur Einfärbung werden sowohl synthetische als auch natürliche Produkte verwendet. Wer darauf Wert legt, einen ökologischen Bodenbelag zu verlegen, sollte die Bestandteile genau beim Hersteller erfragen. Ökologisch und wohngesund sind Kleber aus Naturlatex, Naturwachse oder Öle auf Naturharzbasis.
  • Pflegeleicht, aber empfindlich gegen Kratzer: Kork ist ein recht pflegeleichtes Material (sofern nicht naturbelassen) und sorgt als Naturprodukt mit seiner antistatischen Eigenschaft für mehr Sauberkeit im Haushalt. Aber Achtung: Möbel oder andere schwere Gegenstände sollten nicht grob über den Boden gerückt, sondern angehoben werden. Eine praktische Lösung ist, Filzgleiter an Möbeln anzubringen - so lassen sich Kratzer im Korkboden verhindern.
  • Nicht immer möglich ist die Kombination mit einer Fußbodenheizung: Korkböden sind für die Verlegung auf Warmwasser-Fußbodenheizung mit max. 28 Grad C Oberflächentemperatur geeignet.
  • Ungeeignet ist Kork für Räume, in denen er viel Sonnenlicht ausgesetzt ist: Er könnte ausbleichen.

Was passt zu einem Korkboden?

Purer Kork hat einen mittelbraunen Holzton. Seine Textur variiert je nach Verarbeitung von gleichmäßig fein bis grobkörnig. Aufgrund seiner naturbelassenen, schlichten Optik lässt sich ein Boden aus Kork besonders gut mit rauen, naturnahen Materialien und ruhigen Farbtönen, das heißt weiß, schwarz und grau, kombinieren. Aber auch krätfige, satte Farben sind möglich. Außerdem können Sie die Farbe des Korkbodens mit Wohnaccessoires aus Kork im Rest des Raumes wieder aufgreifen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer selbst gebastelten Pinnwand aus runden Korkuntersetzern? Weniger gut passt Kork zu schrill-bunten Einrichtungen mit Kunststoff- und Metalloberflächen.

So pflegen und reinigen Sie Ihren Korkboden richtig

Um den Korkboden sauber zu halten, reicht gelegentliches Wischen und Staubsaugen völlig aus. Scheuermittel, Schmierseife, Neutralseife oder Reiniger mit Lösungsmitteln (z. B. Aceton) sind allerdings Tabu. Versiegeltes Kork-Fertigparkett reinigt man mit einem Staubsauger oder mit einem weichborstigen Besen. Alle ein bis zwei Wochen sollte man es zusätzlich mit einem feuchten Tuch und einem Reinigungs- und Pflegemittelzusatz wischen. Naturbelassene Korkböden hingegen brauchen viel Pflege und sollten frühestens 12 Stunden nach ihrer Verlegung dreimal mit einem speziellen Lack versiegelt werden. Bei vorversiegelten Korkböden reicht eine einmalige Behandlung mit Lack. Geölte Korkböden sollten nach der Verlegung mit speziellem Hartwachs-Öl behandelt werden, wobei man das Öl 24 Stunden einwirken lassen und danach erneut dünn auftragen sollte.

Korkboden verlegen: Klicksystem oder Klebekork

Einen Boden aus Korkplatten zu verlegen ist einfach. Grundsätzlich wird Kork gleich wie alle anderen Vertreter elastischer Fußbodenbeläge (hierzu zählen etwa Laminat, PVC oder Linoleum) verlegt. Es gibt allerdings zwei Arten von Korkbodenbelägen. Zum einen kann man Korkfliesen vollflächig verkleben, zum anderen kann man ein Korkparkett schwimmend, das heißt, ohne Verbindung zum Untergund verlegen. Korkfliesen bestehen aus vorbehandeltem oder naturbelassenem Korkfurnier sowie aus Presskorkbasis und werden z. B. mit einem Multi-Kontaktklebstoff auf den Untergrund geklebt. Man benötigt pro Quadratmeter ca. 250 g Kork-Klebstoff für die Fliesenrückseiten sowie den Unterboden.

Beim Korkparkett bzw. Korkfertigparkett mit Klicksystem (entspricht weitestgehend dem Aufbau von Fertigparkett) werden die versiegelten Korkdielen mittels Nut und Feder ineinander geklickt. Die Dielen werden nicht mit dem Untergrund verbunden, sie benötigen aber eine Dehnungsfuge zu den Wänden, um bei Temperaturschwankungen Längenausdehnungen ausgleichen zu können. Das Klick-Korkparkett hat gegenüber den verklebten Korkfliesen den Vorteil, dass es schnell wieder entfernt ist, sollte der Belag einmal nicht mehr gefallen oder übersiedelt werden.

Welcher Untergrund passt für den Korkboden?

Vorweg: Der Untergrund für einen Korkboden muss trocken und eben sein. Unebenheiten, die größer als 3 mm pro Meter sind, müssen ausgeglichen werden, z. B. mit einer Fließspachtelmasse. Geeignete Untergründe sind Zementstrich, Anhydritestrich, Gussasphalt, Magnesiaestrich, mineralische Nivelliermassen, Trocken-Estrichsystem, verklebtes, unbeschädigtes PVC, Keramikfliesen, Verlegespanplatten oder Holzdielen. Bei Letzteren muss darauf geachtet werden, dass die Holzkonstruktion ausreichend hinterlüftet ist, das heißt, es müssen Leisten mit Hinterlüftung eingebaut werden. Der Hohlraum unter der Konstruktion muss jedenfalls stets trocken bleiben. Kann dies nicht gewährleistet werden, muss zusätzlich eine Dampfbremsfolie (PE-Folie) verlegt werden.

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AutorIn:

Datum: 02.04.2019
Kompetenz: Beläge und Boden

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